• 17.09.2026, 17:08:33
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Oesterreichs Energie Kongress 2026: Ausbau und Kooperation für leistbaren Strom

Wien (OTS) - 

Wie bleibt Strom leistbar, wie stärkt die E-Wirtschaft den Standort und was lässt sich aus internationalen Kooperationen lernen? Am zweiten Tag des Oesterreichs Energie Kongresses 2026 in der Wiener Hofburg standen konkrete Wege zur Umsetzung der Transformation des Energiesystems im Mittelpunkt. Zum Abschluss appellierte Oesterreichs Energie Präsident Michael Baminger an die Branche, mit Optimismus und Realismus voranzugehen und den konkreten Nutzen für die Kundinnen und Kunden zum Maßstab zu erklären.

Der Ausbau erneuerbarer Energien kann Strompreise langfristig senken. Damit Haushalte und Unternehmen davon profitieren und zugleich die Versorgung sicher bleibt, braucht es aber außerdem leistungsfähige Netze, Speicher und eine engere Abstimmung zwischen Erzeugung und Verbrauch. Diese Zusammenhänge prägten auch den zweiten Tag des Oesterreichs Energie Kongresses unter dem Motto „Zukunft unter Strom“. Die Diskussionen reichten von heimischer Wertschöpfung über den Wert von Strom und internationale Praxisbeispiele bis hin zu Elektrifizierung und künstlicher Intelligenz.

Heimische Wertschöpfung stärkt Versorgungssicherheit
Zum Auftakt rückte Erwin Raffeiner, CEO von Sprecher Automation, den Beitrag der E-Wirtschaft zur österreichischen Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt. Leistbare elektrische Energie und ein resilientes Netz könnten helfen, internationale Abhängigkeiten zu verringern. Dabei müsse auch der Erhalt von Arbeitsplätzen und Know-how stärker berücksichtigt werden: „Wir müssen lokalen Produktionen in den Beschaffungsprozessen viel mehr Gewicht geben.“ Raffeiner plädierte für realistische Ziele, eine hohe Priorität für Cybersicherheit und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Unternehmen rund um die kritische Infrastruktur.

Erneuerbare senken langfristig die Strompreise
Im Panel „Preis und Wert von Strom“ stellte Tara Esterl vom Austrian Institute of Technology Ergebnisse einer Studie im Auftrag von Oesterreichs Energie vor. Die Berechnungen zeigen: Je näher die europäischen Staaten ihren Ausbauzielen kommen, desto niedriger sind tendenziell die Strompreise. So hat allein die aktuelle Abweichung des Ausbaus vom gesetzlich beschlossenen Ausbaupfad die österreichischen Stromkunden im Vorjahr rund 110 Mio. Euro gekostet. Den größten Effekt erzielt dabei der kombinierte Ausbau unterschiedlicher erneuerbarer Erzeugungsformen.

Herwig Hauenschild, Geschäftsführer der ENERGIEALLIANZ Austria, betonte die Bedeutung einer klaren Kommunikation gegenüber den Kundinnen und Kunden. Wechselnde Empfehlungen zu Spot- und Fixtarifen hätten Verunsicherung ausgelöst. Für die Beurteilung des Erneuerbaren-Ausbaus sei zudem eine langfristige Betrachtung entscheidend. Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria, verwies auf die Bedeutung der Stromkosten für die Haushaltsbudgets und sprach sich für eine Entlastung einkommensschwacher Haushalte aus.

Michael Strebl, Vorstand der E-Control, wies auf die Unterschiede zwischen Winter und Sommer sowie im Tagesverlauf hin. Sein Fazit: „Es wird immer wichtiger sein, wann und wo der Kunde seinen Strom bezieht.“ Martin Hoyer von EY sah Möglichkeiten, das Preisniveau langfristig zu senken. Dafür müssten die Potenziale von Tarifgestaltung, Speichernutzung und Ausbau genutzt werden.

Kooperationen machen das Energiesystem effizienter
Wie die Zusammenarbeit zwischen E-Wirtschaft und anderen Branchen gelingen kann, zeigte das Panel „Energiesysteme im internationalen Vergleich“. Eurelectric Generalsekretär Kristian Ruby stellte dabei verschiedene “Power-Couples” vor - also Projekte bei denen Energieunternehmen eng mit ihren Kunden zusammenarbeiten. So übernahm etwa im Zuge eines Projekts in Portugal ein Energieversorger die Finanzierung und Installation einer Wärmebatterie für eine Brauerei, die Wärme als Dienstleistung bezieht. In Polen nutzt eine Molkerei die Abwärme eines Rechenzentrums. „All diese Projekte können als Blaupause verwendet werden, um das Energiesystem effizienter zu machen“, betonte Ruby.

Eva Tatschl-Unterberger, Geschäftsführerin der KNG-Kärnten Netz, verwies darauf, dass Kooperationen das Netz vor allem dann entlasten, wenn Erzeugung und Verbrauch räumlich und zeitlich zusammenpassen. Energiegemeinschaften könnten zudem das Verständnis für das Stromsystem und den notwendigen Netzausbau stärken. Bei den Netztarifen müsse jedoch auf die Verteilung der Kosten geachtet werden: „Anreize könnten zwar sinnvoll sein, die dadurch fehlenden Einnahmen, werden letztlich aber von den übrigen Netznutzern mitgetragen.“

Künstliche Intelligenz gezielt und sicher einsetzen
Welche Chancen künstliche Intelligenz für die E-Wirtschaft eröffnet und welche Anforderungen ihr Einsatz mit sich bringt, diskutierte das Panel „Wie viel KI verträgt das Energiesystem?“. Wolfgang Gröller von Fortinet verwies auf den wachsenden Strombedarf von Rechenzentren, zugleich aber auch auf die Potenziale einer KI-gestützten Steuerung der Stromnetze: „KI kostet uns nicht nur etwas, sondern kann uns auch etwas bringen.“ Damit diese Möglichkeiten genutzt werden können, müsse Cybersicherheit von Beginn an mitgedacht werden.

Baminger stellt Kundennutzen ins Zentrum
Zum Abschluss zog Michael Baminger, Präsident von Oesterreichs Energie, Bilanz: „Der Kongress hat geschafft, die Vielfalt der Herausforderungen und die Vielfalt der Perspektiven zu zeigen.“ Entscheidend sei, dass die Branche bewusst auch Sichtweisen von außen einbeziehe. Als roten Faden der beiden Tage nannte er die „Mischung aus Optimismus und Realismus“.

Für die kommenden Aufgaben brauche es eine ruhige Hand und zugleich die Bereitschaft, konkret anzupacken. Entscheidungen müssten auf Klarheit und Fakten beruhen. Dabei nahm Baminger die E-Wirtschaft selbst in die Verantwortung: Vertrauen müsse aktiv aufgebaut und langfristig gesichert werden. Der entscheidende Maßstab sei der konkrete Nutzen für die Kundinnen und Kunden. Sein Dank galt der Branche und allen Partnerinnen und Partnern, die den Kongress ermöglicht haben, sowie Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner für ihre Teilnahme und die Wertschätzung gegenüber der Branche.

Rückfragen & Kontakt

Österreichs E-Wirtschaft
Christian Zwittnig
Telefon: 0676845019260
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.oesterreichsenergie.at

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