• 17.09.2026, 14:52:02
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Arbeitsgemeinschaft Institutionelle Versorgung für psychische Gesundheit: „Ausbau der institutionellen Psychotherapie dringend notwendig!“

Unzumutbaren Wartelisten für Klientinnen und Klienten, unzureichende Rahmenbedingungen für die Träger und aktuelle Forderungen an die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)

Foto zur Pressekonferenz, am 17. September 2026 V.l.n.r.: Mag.
Christoph Gleirscher, Geschäftsführer Hilfswerk Niederösterreich,
Mag. Hedwig Wölfl, Die Möwe Österreich, Mag. Manuela Fritz-Hauser,
Frauen für Frauen, Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Henriette
Löffler-Stastka, Med. Uni Wien
Wien (OTS) - 

Am 17. September 2026 beleuchtet die bundesweit tätige Arbeitsgemeinschaft „Institutionelle Versorgung für psychische Gesundheit“ im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien die unzumutbaren Wartelisten für Klientinnen und Klienten, die unzureichenden Rahmenbedingungen für die Träger und die aktuellen Forderungen an die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) im Speziellen sowie die Gesundheitspolitik im Allgemeinen.

„Auch wenn die österreichische Gesundheitspolitik und die Österreichische Gesundheitskasse in den letzten Jahren das Angebot für Psychotherapie ausgebaut und erweitert haben, gehen unsere Forderungen als ARGE weiter: Ziel muss es sein, deutlich mehr kostenlose Psychotherapie als Sachleistung in Institutionen anzubieten.“

Im Interesse von Klientinnen und Klienten braucht es eine stärkere Absicherung der institutionellen Versorgungsangebote für psychische Gesundheit. Für den Ausbau des Angebotes sind eine kostendeckende Finanzierung durch die ÖGK, sowie eine eigene Behandlung in der Gesundheitsplanung für die nächsten Jahre und Jahrzehnte nötig.

Viele Klientinnen und Klienten können sich die Psychotherapie bei niedergelassenen freien Therapeuten und Therapeutinnen einfach nicht leisten, da der Großteil der Kosten nicht refundiert wird und die Wartezeit auf die Refundierung durch die ÖGK nicht berechenbar ist.

Institutionelle Anbieter als Teil der Versorgungslandschaft sind deshalb so wichtig, da sie auf bestimmte Zielgruppen spezialisiert sind und weitere fachspezifische Leistungen anbieten können. Diese erhöhen die Erfolgschancen der Psychotherapie.

Darüber hinaus leisten die Institutionen einen überproportionalen Beitrag für die Berufsausbildung des Nachwuchses, der derzeit nicht abgegolten wird. Deshalb ist eine Forderung der ARGE, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu ändern, damit Leistungen von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Lehrsupervision mit der ÖGK abgerechnet werden können.

Eine weitere Forderung der ARGE ist es, dass Leistungen von klinischen und Gesundheitspsychologen in Institutionen ebenfalls mit der ÖGK abgerechnet werden können, so wie dies im niedergelassenen Bereich bereits möglich ist.

Die ARGE „Institutionelle Versorgung für psychische Gesundheit“ möchte vor allem die Öffentlichkeit auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen. Der Ausbau von Psychotherapieplätzen darf nicht an Geldmitteln scheitern – das wäre menschlich wie auch volkswirtschaftlich nicht vertretbar.

Ziel der ARGE ist es, Personen mit schweren psychischen Erkrankungen die Möglichkeit zu bieten, psychologische und psychotherapeutische Behandlungen als Sachleistung kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die teilnehmenden Organisationen bieten Psychotherapie in Institutionen an und sind Vertragspartner der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).

Institutionelle Versorgung für psychische Gesundheit gewährleistet:

  • multiprofessionelle Versorgung mit breiter Erreichbarkeit
  • Versorgung besonders vulnerabler Klientinnen- und Klientengruppen mit schweren Indikationen
  • Versorgungskontinuität durch die Arbeit im Team
  • Mehrwert umfassender, passgenauer und multimodaler Behandlung
  • praktische Ausbildung im Bereich Psychotherapie und Klinische Psychologie
  • aktive und breite Vernetzung und Kooperationsstrukturen im psychosozialen Feld
  • Qualitätsstandards und -sicherung durch institutionelle Einbettung mit regelmäßiger Supervision

Institutionelle Versorgung für psychische Gesundheit fordert:

  • Transparenz in der österreichweiten Harmonisierung kostendeckender Tarife durch die ÖGK
  • Sicherung der institutionellen Versorgung für psychische Gesundheit durch Gesundheitskasse und Gesundheitspolitik
  • Vertragserweiterung um klinisch-psychologische Behandlung
  • Sicherung und Abgeltung der Ausbildungstätigkeiten und Nachwuchsförderung
  • Abgeltung der fachlichen Leistungen von Kolleg*innen in Ausbildung unter Fachsupervision

Folgende Mitglieder sind derzeit Teil der ARGE „Institutionelle Versorgung für psychische Gesundheit“ (Stand September 2026):

Ambulatorium Ki/Ju Psychiatrie, SOS-Kinderdorf Wien, Beratungszentrum Alleinerziehend Oberösterreich, Caritas Kärnten, Caritas Oberösterreich, Caritas St. Pölten NÖ, Caritas Wien, Die Möwe Österreich, Frauen für Frauen NÖ, Hemayat Wien, Hilfswerk Kärnten, Hilfswerk Niederösterreich, Hilfswerk Steiermark, Institut für Sozialdienste Vorarlberg, Kidsnest - Gesellschaft zum Schutz von Kindern und Jugendlichen GmbH, Kinderschutzzentrum Salzburg, PIA Hilfe für Opfer sex. Gewalt Oberösterreich, pro mente kärnten Gmbh, pro mente: kinder jugend familie Gmbh, pro mente oberösterreich, PSZ NÖ, Verein Zellkern Oberösterreich, WIFF Frauen / Familienberatung Kärnten, Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie OÖ.

Die Arge lädt zur Fachtagung, am 9. November 2026, 09:00 bis 16:00 Uhr
Ort: Future Health Lab, Alfred-Adler-Straße 1, 1100 Wien

Rückfragen & Kontakt

Arge Institutionelle Versorgung für psychische Gesundheit
[email protected]
https://www.institutionelle-psychische-gesundheit.at/

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