- 17.09.2026, 09:48:32
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Darmkrebs-Vorsorge: Kontrollkoloskopie nach fünf Jahren könnte ausreichen
Europäische Studie stellt bisherige Kontrollintervalle nach Entfernung von Hochrisiko-Adenomen auf den Prüfstand
Nach der Entfernung bestimmter Darmpolypen wird derzeit häufig bereits nach drei Jahren eine Kontrollkoloskopie empfohlen. Eine große europäische Studie mit Beteiligung der Medizinischen Universität Wien am AKH Wien zeigt nun: Eine erste Kontrolle nach fünf Jahren war hinsichtlich des Darmkrebsrisikos nach fünf Jahren nicht schlechter als eine Kontrolle nach drei Jahren. An der EPoS-II-Studie nahmen 10.799 Patient:innen aus acht europäischen Ländern teil. Monika Ferlitsch von der MedUni Wien ist Co-Autorin der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie.
Untersucht wurden Patient:innen, bei denen sogenannte Hochrisiko-Adenome entfernt worden waren. Adenome sind gutartige Darmpolypen, aus denen sich in manchen Fällen Darmkrebs entwickeln kann. Als Hochrisiko-Adenome gelten etwa größere oder auffällig veränderte Polypen sowie mehrere gleichzeitig auftretende Adenome.
Ähnliches Darmkrebsrisiko bei weniger Untersuchungen
Die Studienteilnehmer:innen wurden nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen zugeteilt: In einer Gruppe erfolgte die erste Kontrollkoloskopie nach fünf Jahren, in der anderen nach drei Jahren.
Nach fünf Jahren lag das Darmkrebsrisiko bei 0,77 Prozent in der Gruppe mit späterer Kontrolle und bei 0,82 Prozent in der Gruppe mit häufigerer Kontrolle. Damit erfüllte das Fünf-Jahres-Intervall das vorab festgelegte Kriterium der Nicht-Unterlegenheit. Auch bei den Tumorstadien zum Zeitpunkt der Diagnose zeigte sich kein erkennbarer Unterschied.
Gleichzeitig waren deutlich weniger Koloskopien nötig: In der Gruppe mit Fünf-Jahres-Intervall wurden während des Untersuchungszeitraums rund 49 Prozent weniger Koloskopien durchgeführt.
„Unsere Ergebnisse sprechen dafür, die bisherigen Kontrollintervalle nach Entfernung von Hochrisiko-Adenomen neu zu bewerten. Wenn sich diese Ergebnisse langfristig bestätigen, könnten vielen Patient:innen zusätzliche Koloskopien erspart werden, ohne die Sicherheit zu verringern. Entscheidend bleibt eine qualitativ hochwertige erste Untersuchung, bei der alle relevanten Polypen vollständig entfernt werden“, sagt Monika Ferlitsch von der MedUni Wien (sie ist Vorständin der Abteilung für Innere Medizin mit Gastroenterologie, Akutgeriatrie/Remobilisation an der Klinik Floridsdorf).
Ergebnisse müssen langfristig bestätigt werden
Die jetzt veröffentlichten Daten sind eine Zwischenanalyse nach fünf Jahren. Die entscheidende Auswertung der Studie ist nach zehn Jahren vorgesehen. Erst dann lässt sich abschließend beurteilen, ob längere Kontrollintervalle auch langfristig gleich sicher sind.
Parallel dazu zeigte eine zweite EPoS-Studie mit 1.861 Patient:innen, dass auch nach Entfernung sogenannter serratierter Polypen das Darmkrebsrisiko innerhalb von fünf Jahren niedrig war.
Publikation: New England Journal of Medicine
Colonoscopy Intervals and Colorectal Cancer Incidence after Adenoma Removal
Rodrigo Jover, Michael Bretthauer, Joaquin Cubiella et al., darunter Monika Ferlitsch
DOI: 10.1056/NEJMoa2603816
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