- 17.09.2026, 09:03:32
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80 Jahre Sozialpartnerschaft: Zukunft gemeinsam gestalten
Industriestrategie, Energiepolitik, Produktivität und Arbeitsmarkt als wesentliche Handlungsfelder
2026 feiert die Österreichische Sozialpartnerschaft ihr 80-jähriges Bestehen. In den vergangenen acht Jahrzehnten hat sie wesentlich zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilität Österreichs beigetragen. Auch künftig wollen die Sozialpartner diese gestaltende Kraft bleiben: als verlässliche Partnerin für Dialog, Interessenausgleich und gemeinsame Lösungen.
Anlässlich des Jubiläums haben die Sozialpartnerorganisationen – Arbeiterkammer (AK), Landwirtschaftskammer (LKÖ), Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB) und Wirtschaftskammer (WKÖ) – eine Zusammenschau aktueller Herausforderungen sowie Forderungen und Vorschläge in den Bereichen Industriestrategie, Energiepolitik, Produktivität und Arbeitsmarkt erstellt.
Industriestandort stärken – Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit sichern
Die Sozialpartner arbeiten stetig daran, Österreich als starken, innovativen und international wettbewerbsfähigen Industriestandort weiterzuentwickeln. Österreich braucht eine aktive Industriepolitik für Standort und Beschäftigung, die Investitionen, Innovationen, leistbare Energie, resiliente Lieferketten und faire Wettbewerbsbedingungen verbindet. Dafür sind verlässliche Rahmenbedingungen, langfristige Planungssicherheit und eine bessere Abstimmung von Industrie-, Innovations-, Bildungs- und Standortpolitik nötig. Forschung und Innovation sollen rascher in industrielle Anwendungen und wirtschaftliche Wertschöpfung überführt werden.
„Österreich ist grundsätzlich ein starker Industriestandort“, sagt Martha Schultz, Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). „Aber unser starker, exportorientierter Standort ist unter Druck geraten, und hier gilt es gegenzusteuern. Umso wichtiger ist es, dass die Umsetzung der Industriestrategie rasch weiter vorangetrieben wird. Denn wir brauchen in Österreich eine starke Industrie. Sie ist eine zentrale Säule unserer Wirtschaft und entscheidend für viele Zulieferbetriebe und KMU. Dafür gemeinsam die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, ist auch eine zentrale Aufgabe der Sozialpartnerschaft.“
Energiepolitik zukunftsfähig gestalten – Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Nachhaltigkeit verbinden
Die Sozialpartner wollen eine sichere, leistbare und nachhaltige Energieversorgung gewährleisten. Dafür müssen unter anderem erneuerbare Energien sowie die notwendigen Netze, Speicher und Flexibilitäten rasch ausgebaut werden. Dabei sollen unterschiedliche Technologien genutzt werden, um die besten und effizientesten Lösungen zu ermöglichen und zugleich Innovation, Investitionen sowie heimische Wertschöpfung zu stärken.
Um die Transformation für alle gerecht zu gestalten, braucht es klare Rahmenbedingungen, wie ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian unterstreicht: „Damit die Energiewende gelingen kann, sind ein Ausbau der Erneuerbaren sowie Investitionen in den Netzausbau nötig. Die Kosten müssen gerecht verteilt werden. Es steht außer Streit, dass niedrigere Finanzierungskosten die zentrale Stellschraube sind, um die Belastung für Haushalte, Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe zu verringern. Die Transformation wird nur dann ein Erfolg, wenn wir damit gute Arbeitsplätze halten und die Kostenvorteile der Erneuerbaren endlich als leistbare Preise bei allen ankommen“, so Wolfgang Katzian.
Produktivität steigern – Investitionen, Innovation und Digitalisierung voranbringen
Österreichs Produktivitätsdynamik muss gestärkt werden, um die Grundlage für nachhaltiges Wachstum, Beschäftigung, steigende Einkommen und die Finanzierung des Sozialstaats zu sichern. Dafür braucht es mehr Investitionen, ein leistungsfähiges Forschungs- und Innovationssystem sowie die rasche Verbreitung neuer Technologien. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, eine leistungsfähige Infrastruktur und effiziente Verwaltungsstrukturen sind entscheidende Hebel für mehr Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.
„Klimaverschlechterung, Verschiebung der weltpolitischen Machtverhältnisse und kriegerische Auseinandersetzungen belasten Wirtschaft, Umwelt und Menschen. Um weiter produktiv und international wettbewerbsfähig sein zu können, braucht es echte Nachhaltigkeit, die ökonomische, ökologische und soziale Notwendigkeiten gleichermaßen berücksichtigt. Innovationen, Investitionen und zukunftsweisende politische Rahmenbedingungen sind dafür erforderlich. Es muss klares strategisches Kernanliegen der Sozialpartner sein, Versorgungssicherheit und -autonomie bei unverzichtbaren Grundlagen für Wirtschaft und Menschen zu gewährleisten. Künftiger Wohlstand kann nur erreicht werden, wenn für alle Sektoren gleichermaßen Lösungen, Zukunftsperspektiven und Motivation geschaffen werden“, betont LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger.
Arbeitsmarkt zukunftsfähig machen – Qualifizierung und Potenziale stärken
Menschen und Unternehmen müssen dabei unterstützt werden, den Wandel erfolgreich zu bewältigen. Dafür braucht es ein leistungsfähiges Bildungs- und Qualifizierungssystem von der frühen Bildung über die duale Ausbildung bis zur Weiterbildung. Die Lehre ist eine zentrale Stärke Österreichs, um die uns viele beneiden. Sie soll mit modernen Berufsbildern, digitalen Kompetenzen und höherer Durchlässigkeit weiterentwickelt werden. „Die Menschen in Österreich haben viele Fähigkeiten und Potenziale. Sie müssen besser genutzt werden, um so die Erwerbsbeteiligung zu erhöhen“, so Renate Anderl, Präsidentin der Bundesarbeitskammer. „Um den Bedarf an Arbeits- und Fachkräften zu decken, braucht es gezielte Qualifizierung und gute, gesunde Arbeitsbedingungen. Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf besseren Chancen für Frauen und ältere Beschäftigte liegen.“
Die Sozialpartner bekennen sich zu einer starken Europäischen Union, die Wettbewerbsfähigkeit, sozialen Zusammenhalt und Rechtsstaatlichkeit verbindet und gemeinsam Antworten auf geopolitische, technologische und demografische Herausforderungen entwickelt. Denn Österreichs Zukunft ist eng mit einem handlungsfähigen, demokratischen und wirtschaftlich starken Europa verbunden. (PWK446)
Informationen zur Sozialpartnerschaft sowie die aktuellen Dokumente zum 80-jährigen Jubiläum finden sich auf www.sozialpartner.at
Rückfragen & Kontakt
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wien.arbeiterkammer.at
Mag. Claudia Jung-Leithner
Präsidialreferentin, Pressesprecherin
Landwirtschaftskammer Österreich
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