- 16.09.2026, 12:20:15
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Was Österreichs Bevölkerung beim Trinkwasser jetzt von der Politik erwartet
84 % für verpflichtende Wasserzähler bei der Entnahme von Grundwasser, 7 von 10 fordern rasches Handeln der Politik

Wie gut ist die österreichische Bevölkerung über die Trinkwasserversorgung informiert? Wie groß ist das Bewusstsein für mögliche Wasserknappheit? Und welche Maßnahmen erwarten sich die Menschen von der Politik?
Eine deutliche Mehrheit der österreichischen Bevölkerung erwartet von der Politik konkrete Maßnahmen, um die Trinkwasserversorgung auch bei Wasserknappheit langfristig abzusichern. Das zeigt die neue Marktstudie „Wasserversorgung und Wassermanagement“, die von der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) in Auftrag gegeben und von Dr. Verena Priemer (marketmind GmbH) erstellt wurde.
„Ganz klar geht aus der Studie hervor, dass die Bevölkerung sich eine zeitnahe Umsetzung von Maßnahmen zum Wassermanagement und zur Priorisierung der öffentlichen Trinkwasserversorgung im Fall von Wassermangel erwartet
“, so die Studienautorin Dr. Verena Priemer von marketmind.
Die Ergebnisse zeigen die Erwartungen an Politik und Wassermanagement: 84 % befürworten einen verpflichtenden Einbau von Wasserzählern bei der Entnahme von Grundwasser. 89 % sprechen sich dafür aus, dass die öffentliche Trinkwasserversorgung bei Wassermangel Vorrang vor anderen Nutzungsarten erhält und dieser Vorrang gesetzlich verankert wird. 70 % erwarten von der Politik eine zeitnahe Umsetzung entsprechender Maßnahmen für ein zukunftsfittes Wassermanagement.
„Zukünftig rechnen die meisten Befragten mit einer Steigerung des Verbrauchs an Trinkwasser, wobei die Industrie als größter Verbraucher gesehen wird, gefolgt von der Landwirtschaft
“, sagt Verena Priemer, marketmind.
Drei konkrete Schritte für eine sichere Trinkwasserversorgung
Gerade die aktuellen Negativrekordwerte hinsichtlich der Grundwasserstände in Österreich und der fortschreitende Klimawandel erfordern ein Umdenken in der heimischen Trinkwasserpolitik. Die Ergebnisse der Umfrage und der damit zum Ausdruck gebrachte Rückhalt in der österreichischen Bevölkerung bestärken die bisherige Linie der ÖVGW. Um die Trinkwasserversorgung in Österreich langfristig abzusichern, fordert die ÖVGW zum wiederholten Mal drei zentrale Maßnahmen:
1. Rasche Umsetzung eines Wasserentnahmeregisters
Aus Sicht der ÖVGW ist die verpflichtende Erfassung sämtlicher Wasserentnahmen mittels Wasserzähler ein zentraler Baustein einer zukünftigen wasserwirtschaftlichen Planung. Das angekündigte Wasserentnahmeregister ist grundsätzlich sinnvoll, muss angesichts von Trockenheit und niedrigen Grundwasserständen aber rasch umgesetzt werden. Dabei sollen nicht nur große Entnahmen ab 200.000 m³, sondern auch kleinere Entnahmen erfasst werden. Bei Verstößen sind wirksame Sanktionen notwendig.
„Auch können wir uns – aufgrund der angespannten Lage – keine Verzögerungen durch großzügige Übergangsfristen leisten, wie sie vom zuständigen Minister vorgeschlagen wurden. Hier bedarf es einer zeitnahen Umsetzung für alle Wassernutzer. Wir sind schon zu lange im Blindflug unterwegs. Auch für großzügige Ausnahmen ist kein Platz. Jede Entnahme muss über Wasserzähler dokumentiert und nachweisbar kontrolliert werden
“, sagt ÖVGW-Vizepräsident Nikolaus Sauer.
2. Rechtssichere gesetzliche Vorrangstellung sowie eine bessere Rechtsstellung der Trinkwasserversorgung im Wasserrechtsgesetz
Die ÖVGW spricht sich für eine Novellierung des Wasserrechtsgesetzes (WRG 1959) aus, um die Trinkwasserversorgung in Wassermangellagen rechtssicher und praxistauglich abzusichern. Die derzeitige Rechtslage erschwert wirksame Maßnahmen, insbesondere in Zeiten von Wasserknappheit. Unklare Zuständigkeiten, nicht praktikable gesetzliche Regelungen und fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten öffentlicher Trinkwasserversorger gefährden zusätzlich die Versorgungssicherheit.
„Es braucht eine rechtliche Besserstellung der Wasserversorger beim Erschließen von neuen zusätzlichen Wasservorkommen. Ebenso braucht es jetzt eine rechtlich abgesicherte Lösung zur Durchsetzung der Vorrangstellung der Trinkwasserversorgung vor anderen Wassernutzungen im Fall von akuten Wassermangellagen. Die derzeitigen gesetzlichen Grundlagen sind nicht mehr zeitgemäß und können dies nicht leisten
“, sagt Nikolaus Sauer, Sprecher der Trinkwasserversorger.
3. Langfristige Absicherung der Finanzierung
Der Neubau von Wasserspeichern (Wasserbehältern), neue Brunnen und überregionale Leitungen sind zentrale Bausteine für eine langfristig sichere Trinkwasserversorgung, zugleich sind diese Infrastrukturprojekte mit hohen Investitionskosten verbunden. Eine ausreichende und verlässliche Dotierung der Fördertöpfe ist daher unverzichtbar. Die ÖVGW fordert eine jährliche Kofinanzierung der Trinkwasserversorgung durch den Bund in Höhe von mindestens 150 Millionen Euro, um den Werterhalt und die Erneuerung bestehender Anlagen sicherzustellen. Darüber hinaus braucht es zusätzliche Bundesmittel für notwendige Anpassungen an den Klimawandel.
„Investitionen in die Trinkwasserversorgung stärken die langfristige Versorgungssicherheit. Die eingesetzten Fördermittel verbleiben zudem überwiegend in der heimischen Wirtschaft und tragen zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie zur Stärkung der Konjunktur bei
“, so ÖVGW-Vizepräsident Sauer.
Bevölkerung erwartet rasches politisches Handeln
Für die ÖVGW unterstreichen die Ergebnisse der marketmind-Studie den Handlungsbedarf. Die Bevölkerung erwartet konkrete und zeitnahe Maßnahmen, um die Trinkwasserversorgung auch bei Wasserknappheit langfristig abzusichern. „Nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Wasserversorger erwarten sich von der Politik ein rasches Handeln aufgrund der derzeit angespannten Situation“, sagt Sauer abschließend.
ÖVGW
Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt über 314 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 2.000 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser (Brunnen und Quellen) gewonnen, welches Großteils nicht aufbereitet werden muss. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser in Zeiten des Klimawandels im Fokus.
Rückfragen & Kontakt
Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW)
Mag. Georg Amschl
Telefon: +4366488100047
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.ovgw.at
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