• 16.09.2026, 09:13:02
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ÖÄK zum Welttag der Patientensicherheit: Chronisch Kranke sicher begleiten

Bessere Kommunikation, regelmäßige Kontrollen und Behandlungskontinuität für mehr Patientensicherheit

Wien (OTS) - 

„Je älter Menschen werden, desto höher ist auch die Zahl chronischer Erkrankungen. Durch bestmögliche und konsequente Diagnostik und Therapie steigt bei chronisch Kranken auch die Lebensqualität“, sagt Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), anlässlich des Internationalen Tags der Patientensicherheit am 17. September. „Um die oft jahre- oder jahrzehntelange Krankenbehandlung sicher zu gestalten, braucht es klare Kommunikation und Abstimmung zwischen allen Beteiligten sowie strukturierte Betreuungspläne unter hausärztlicher Kontrolle“, betont Artur Wechselberger, Facharzt für Allgemein- und Familienmedizin und Leiter des ÖÄK-Referats für Qualitätssicherheit und Qualitätsmanagement.

Zu chronischen Krankheiten gehören Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen oder Krebs. Sie können Organe betreffen wie etwa bei Niereninsuffizienz, Leberzirrhose oder COPD, aber auch das Nervensystem, wie beispielsweise bei Demenz oder Parkinson. Auch Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose oder Rheuma und Autoimmunerkrankungen zählen dazu“, erklärt Wechselberger. Aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung und dem damit einhergehenden zunehmenden Erkrankungsrisiko ist mit einer deutlichen Zunahme von chronischen Erkrankungen zu rechnen. „Auch der verstärkte Fokus auf Prävention in den vergangenen Jahrzehnten hat erfreulicherweise dazu geführt, dass Krankheiten früher entdeckt und behandelt werden können“, sagt Steinhart. Je länger jedoch Menschen im Versorgungssystem seien, desto größer sei auch die Gefahr von behandlungsbedingten Schäden. Diese könnten von Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten und Therapien, aber auch durch Nichteinhalten von Verhaltensmaßnahmen und Kontrollterminen vonseiten der Patienten verursacht werden.

Zwtl.: Allgemeinmediziner im Fokus

Um chronisch kranken Patientinnen und Patienten eine bestmögliche Behandlung zu ermöglichen, müsse daher auf mehreren Ebenen angesetzt werden. An allererster Stelle stehe dabei das Patientengespräch, in dem die Chronizität einer Erkrankung und deren Verlauf erklärt werde. Dabei sei ein hohes Maß an Kommunikations-, aber auch Motivationsfähigkeit vonseiten der Ärzteschaft und des gesamten Versorgungsteams gefordert, sagt Wechselberger: „Denn wenn Patientinnen und Patienten ihre Krankheit und deren Eigenheiten richtig verstehen, können sie besser mithelfen, diese in den Griff zu bekommen“. Auch die Motivation sei entscheidend. „Damit fällt es ihnen auch leichter, Therapiepläne konsequent und langfristig einzuhalten und unrealistischen und oft gefährlichen Heilsversprechen unseriöser Anbieter zu widerstehen“, führt der Allgemeinmediziner aus.

Eine weitere wichtige Säule für die Behandlung chronisch Kranker seien regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen. Hierbei müsse etwa der Medikationsplan kontinuierlich überprüft werden, um mögliche Wechselwirkungen und/oder Unverträglichkeiten identifizieren und nötigenfalls Medikamente und/oder deren Dosierung anpassen zu können. „Das ist vor allem bei Menschen wichtig, die mehrere Medikamente gleichzeitig und regelmäßig einnehmen müssen“, sagt Wechselberger. Auch die Dokumentation des Krankheitsverlaufs und das frühzeitige Erkennen von Abweichungen und Komplikationen seien wichtig. Eine besondere Rolle in der Begleitung chronisch Kranker komme den Ärztinnen und Ärzten in der Allgemeinmedizin zu. „Sie sind die Drehscheibe, bei der alle Befunde und Behandlungen zusammenlaufen und die als Vertrauensperson ansprechbar sind“, so Wechselberger.

Zwtl.: Kontinuität und Einbindung des sozialen Umfelds

Die unterbrechungsfreie Kontinuität der Behandlung über die verschiedenen Behandlungsebenen hinweg sei von enormer Bedeutung, damit keine Versorgungslücken entstehen, streichen die beiden Standesvertreter hervor. Schlecht koordinierte Schnittstellen zwischen Krankenhaus, Arztordination, Pflegeeinrichtungen oder sozialen Diensten könnten die Patientensicherheit gefährden. Deshalb müssten Behandlungspfade definiert und patientenfreundlich organisiert werden. Die langjährige Begleitung und Betreuung chronisch Kranker sei auch für das soziale Umfeld eine Herausforderung. Gerade die Angehörigen müssten deshalb eingebunden und entsprechend geschult werden. Denn Kenntnis und Verständnis für eine Erkrankung und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten sind trotz Krankheit wesentlich für Sicherheit und Lebensqualität, betonen Steinhart und Wechselberger.

Rückfragen & Kontakt

Österreichische Ärztekammer/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Ilona Gschmeidler
Telefon: +43 1 51406-3312
E-Mail: [email protected]

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