- 15.09.2026, 14:17:32
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WKÖ-Experte Gleißner: Mehr Bürokratie schafft keine Lohngerechtigkeit
Österreich braucht bessere Rahmenbedingungen statt zusätzlicher Berichtspflichten für Betriebe
„Der Vorwurf des ÖGB, die Arbeitgeberseite würde faire Löhne für Frauen blockieren, geht an der Realität vorbei. Die EU-Lohntransparenz-Richtlinie wird die Einkommensschere nicht schließen, sondern vor allem zusätzliche Bürokratie für die Betriebe schaffen“, sagt Rolf Gleißner, Leiter der Abteilung für Sozial- und Gesundheitspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Es komme schließlich nicht von ungefähr, dass lediglich 5 von 27 EU-Staaten die Richtlinie bisher umgesetzt haben.
Österreich hat bereits ein transparentes Entlohnungssystem
„Österreich verfügt mit einer Kollektivvertragsabdeckung von 98 Prozent bereits über ein transparentes und objektives Entlohnungssystem. Zusätzliche Berichtspflichten bringen den Beschäftigten keinen Mehrwert, belasten aber die Unternehmen massiv. Bei der Umsetzung der Richtlinie darf es daher jedenfalls zu keinem Gold-Plating, also einer Übererfüllung der EU-Vorgaben zum Nachteil des Standorts Österreich, kommen“, so Gleißner. Zwar sei es in den Sozialpartnerverhandlungen schon gelungen, einiges an geplantem Gold Plating wegzuverhandeln, doch in manchen Bereichen enthält der derzeitige Gesetzesentwurf nach wie vor ein „Zuviel des Guten. Zum Beispiel schießt der Entwurf beim Strafausmaß mit Mindeststrafen von 10.000 bis 60.000 Euro klar über die EU-Vorgaben hinaus“, so Gleißner.
Bei den tatsächlichen Ursachen ansetzen
Wer die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern nachhaltig reduzieren wolle, muss dem WKÖ-Experten zufolge bei deren Ursachen ansetzen. „Entscheidend sind bessere Rahmenbedingungen für Familien und Betriebe. Dazu gehört insbesondere ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung. Wir brauchen Maßnahmen, die Frauen tatsächlich bessere Erwerbschancen ermöglichen und nicht solche, die die Betriebe mit zusätzlichen Belastungen konfrontieren“, betont Gleißner. (PWK438/DFS)
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