• 15.09.2026, 11:58:02
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Arbeitgeberseite blockiert seit 100 Tagen faire Löhne für Frauen

ÖGB-Kickinger: Lohntransparenz ist Voraussetzung, dass Frauen endlich bekommen, was ihnen zusteht – jetzt und später in der Pension

Wien (OTS) - 

Seit 100 Tagen ist Österreich bei der Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie säumig. Während Frauen nach wie vor deutlich weniger verdienen als Männer, wird ein Gesetz blockiert, das endlich für mehr Transparenz und faire Bezahlung sorgen soll. „100 Tage sind 100 Tage zu viel. Die Arbeitgeberseite darf diese wichtigen Verbesserungen für faire Entlohnung nicht länger verhindern“, sagt ÖGB-Bundesfrauensekretärin Dorottya Kickinger. „Wer gleiche oder gleichwertige Arbeit leistet, muss dafür auch gleich bezahlt werden. Besonders bei variablen Entgeltbestandteilen wie Boni oder Zulagen ist Transparenz zentral für mehr Gerechtigkeit“, so die Gewerkschafterin.

Die bisherige Rechtslage reicht nicht aus: Trotz des Grundsatzes „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ besteht die Einkommenslücke seit Jahrzehnten. Die EU-Richtlinie soll Beschäftigten unter anderem das Recht geben, zu erfahren, nach welchen Kriterien ihr Entgelt festgelegt wird und wie viel Kolleg:innen in vergleichbaren Positionen verdienen. „Solange Beschäftigte im Dunkeln darüber bleiben, wie Entgelte zustande kommen, können ungerechtfertigte Unterschiede leicht verborgen bleiben. Damit muss Schluss sein“, so Kickinger.

Neun Milliarden mehr für den Staat

„Das Gesetz muss jetzt kommen – rasch und ohne Schlupflöcher“, so die ÖGB-Bundesfrauensekretärin: „Lohngerechtigkeit ist nicht nur eine Frage des monatlichen Gehalts, sondern auch der sozialen Absicherung im Alter. Wer über Jahrzehnte weniger verdient, zahlt weniger Sozialversicherungsbeiträge und bekommt am Ende auch eine niedrigere Pension.“ Gleichzeitig wissen wir, dass es darum geht, Strafzahlungen an die EU zu verhindern und dieses Geld stattdessen in Österreich für Frauen zu investieren.

Der Gender Pay Gap betrifft viele Frauen direkt, aber er wirkt sich auch auf den gesamten Staatshaushalt aus. ÖGB-Ökonom:innen haben ausgerechnet: Arbeitnehmerinnen würden durchschnittlich um 366 Euro netto pro Monat mehr verdienen und der Sozialstaat hätte zusätzlich Einnahmen von rund neun Milliarden Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.

„Jeder weitere Tag ohne wirksame Lohntransparenz ist ein weiterer Tag, an dem Ungleichheit fortgeschrieben wird. Wir brauchen jetzt ein starkes Gesetz – nicht irgendwann. Schluss mit der Blockade“, fordert Kickinger.

www.oegb.at/gleicherlohn

Über uns:

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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