• 15.09.2026, 10:32:02
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Grüne/Voglauer zu Ewigkeitschemikalien: TFA im Grundwasser – Totschnig blockiert Transparenz und wirksamen Schutz

Grüne fordern Verbot von PFAS-Pestiziden, transparente Anwendungsdatenbank und Aufklärung durch parlamentarische Anfrage

Wien (OTS) - 

„Es braucht offenbar die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, um behördliche Messreihen miteinander zu vergleichen und die Öffentlichkeit über einen alarmierenden Anstieg von TFA im Grundwasser zu informieren. Dabei wäre es die Aufgabe des Landwirtschafts- und Umweltministers, solche Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und unser Wasser zu schützen. Minister Totschnig muss endlich erklären, welche Konsequenzen er aus den Daten seiner eigenen Behörden zieht“, fordert Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen.

Die wissenschaftliche GLOBAL-2000-Auswertung zeigt einen dramatischen Anstieg der Ewigkeitschemikalie: Die TFA-Belastung im Grundwasser hat sich je nach herangezogenem Indikator verdoppelt bis verdreifacht. Zugleich besteht ein starker Zusammenhang zwischen hohen TFA-Werten und intensiver landwirtschaftlicher Nutzung in der Umgebung.

„Seit rund eineinhalb Jahren liegt unser Antrag auf ein Verbot von PFAS-Pestiziden im Nationalrat. Die Regierungsfraktionen haben ihn mehrfach vertagt, zuletzt im Juni. Auch unsere Forderung nach einer Pestizid-Anwendungsdatenbank wird weiterhin aufgeschoben. Während die Belastung steigt, verzögert die Regierung den Schutz unserer Lebensgrundlagen und nimmt tatenlos hin, dass sich Umweltgifte im Grundwasser permanent anreichern“, kritisiert Voglauer.

Eine bundesweite Pestizid-Anwendungsdatenbank soll erfassen, welche Mittel wann, wo und in welchen Mengen tatsächlich eingesetzt werden. Verkaufszahlen allein liefern keinen ausreichenden Überblick. Die Grünen fordern daher eine verpflichtende und zeitnahe Erfassung sowie öffentlich zugängliche, anonymisierte Auswertungen nach Regionen, Kulturen und Wirkstoffen. Bestehende betriebliche Aufzeichnungen sollen über Schnittstellen übernommen werden, um zusätzlichen Dokumentationsaufwand zu vermeiden. Damit erhalten Behörden, Forschung und Wasserversorger eine verlässlichere Grundlage, um Belastungsursachen einzugrenzen und gezielt gegenzusteuern.

Die Grünen kündigen eine weitere parlamentarische Anfrage an. Sie soll klären, seit wann dem Ministerium die Entwicklung der TFA-Belastung bekannt ist, welche eigenen Auswertungen vorgenommen wurden und welche Schutzmaßnahmen daraus folgten.

„Totschnig bleibt beim notwendigen Schutz vor Ewigkeitschemikalien untätig, während seine Partei im Parlament auch die Instrumente für mehr Transparenz blockiert. Dass ein vollständiger Überblick über den Pestizideinsatz fehlt, ist daher politisch mitverursacht. Wer die notwendige Datengrundlage nicht schafft, darf fehlendes Wissen nicht als Ausrede für weiteres Nichtstun verwenden. Wir brauchen endlich ein Verbot von TFA-freisetzenden Pestiziden und eine transparente Anwendungsdatenbank. Für beides trägt der Minister Verantwortung“, sagt Voglauer.

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