• 15.09.2026, 09:48:36
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Schallmeiner: Digitaler Schildbürgerstreich bei Eltern-Kind-Pass

Grüne kündigen parlamentarische Anfrage an

Wien (OTS) - 

„Der elektronische Eltern-Kind-Pass sollte längst Realität sein. Erst wurde sein Start von Anfang 2026 auf Oktober 2026 verschoben, jetzt soll er wegen technischer Probleme überhaupt erst im Oktober 2027 kommen. Das ist kein Ruhmesblatt für die zuständige Ministerin Schumann und ihre Staatssekretärin Königsberger-Ludwig“, sagt der Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner, anlässlich der heutigen Berichterstattung in der „Kronen Zeitung“.

Besonders problematisch ist, dass die wichtige Arbeit der Hebammen im elektronischen Eltern-Kind-Pass offenbar nicht entsprechend abgebildet werden könne: Sie erheben wichtige Werte wie Blutdruck, Gewicht, Harnbefund, Lage des Kindes oder Herztöne, aber sie könnten diese, laut Medienbericht, aufgrund fehlender Zugriffs- und Schreibrechte nicht selbst vollständig im elektronischen Eltern-Kind-Pass dokumentieren. „Ein digitaler Eltern-Kind-Pass, in dem ausgerechnet die Befunde einer zentralen Berufsgruppe fehlen, wäre ein digitaler Schildbürgerstreich. Es drohen Informationsverluste, doppelte Untersuchungen und zusätzliche Wege für Schwangere. Das ist in einer Zeit, in der es an Kassen-Frauenärzt:innen fehlt und viele Frauen lange auf Termine warten, höchst problematisch“, hält Schallmeiner fest.

Ministerin Schumann und Staatssekretärin Königsberger-Ludwig müssen umgehend darlegen, wie Hebammen rechtlich und technisch vollständig eingebunden werden und wodurch die neuerliche Verzögerung verursacht wurde. Schallmeiner kündigt dazu eine parlamentarische Anfrage an: „Wir wollen wissen, welche Probleme weiterhin ungelöst sind, welche Mehrkosten entstehen und wann Hebammen ihre Leistungen vollständig selbst dokumentieren können. Eine moderne Schwangerenvorsorge braucht die Zusammenarbeit von Ärzt:innen und Hebammen auf Augenhöhe, keine digitalen Mauern zwischen den Berufsgruppen.“

Schallmeiner hält fest, dass es darüber hinaus die verpflichtende Hebammenberatung im Zuge des Eltern-Kind-Passes braucht: „Auch hier hat die Bundesregierung immer noch eine offene Baustelle, die es zu lösen gilt.“

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