- 13.09.2026, 15:27:32
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PVÖ zu Wifo-Chef Felbermayr: „Bonus-Malus-System ist der richtige Ansatz – jetzt muss die Politik liefern"
Pensionistenverband erneuert gemeinsame Forderung mit Mayrhuber und Korosec – NEOS betreiben unterdessen weiter Pensionsbashing statt Problemlösung.
Zu den heutigen Aussagen von Wifo-Chef Gabriel Felbermayr in der ORF-„Pressestunde", der neuerlich eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters auf 67 Jahre sowie dessen Kopplung an die Lebenserwartung gefordert hat, hält der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) fest: „Das faktische Pensionsantrittsalter liegt in Österreich nach wie vor deutlich unter dem gesetzlichen, und die Arbeitslosigkeit ab 60 ist besonders hoch. Eine höhere Zahl ins Gesetz zu schreiben, ohne dass die Menschen überhaupt bis dorthin gesund und ungehindert arbeiten können, geht an der Realität älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorbei", so PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer.
Zugleich begrüßt der PVÖ, dass Felbermayr ein Bonus-Malus-System für Betriebe ausdrücklich als „insgesamt gute Idee" bezeichnet und damit erstmals auch die Arbeitgeber-Seite stärker in die Verantwortung nimmt. „Genau das fordern wir seit Jahren – und genau das haben wir erst vor wenigen Tagen gemeinsam mit der Vorsitzenden der Alterssicherungskommission, Christine Mayrhuber, und der Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, Ingrid Korosec, bei unserer Pressekonferenz bekräftigt. Wenn nun auch der Wifo-Chef in diese Richtung denkt, ist es höchst an der Zeit, dass die Politik dieses Modell rasch umsetzt, statt die Debatte einseitig auf ein höheres Antrittsalter zu verengen", so Gerstorfer.
Bonus-Malus-System statt einseitiger Belastung der Beschäftigten
Der PVÖ erneuert daher die Forderung nach einem Bonus-Malus-System, das jene Betriebe belohnt, die ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer halten und einstellen – und jene stärker in die Pflicht nimmt, die sie systematisch aus dem Erwerbsleben drängen. „Wer länger arbeiten soll, muss auch länger arbeiten dürfen. Ein höheres gesetzliches Antrittsalter allein löst kein einziges strukturelles Problem am Arbeitsmarkt. Damit würde nur eine Verlagerung von der Pensionsversicherung in die Arbeitslosigkeit stattfinden. Zuerst müssen die Unternehmen ihre Hausaufgaben machen – dann kann man weiter reden", so Gerstorfer.
NEOS betreiben Pensionsbashing statt seriöser Politik
Kritik übt der PVÖ an den NEOS, die die Aussagen Felbermayrs postwendend zum Anlass nahmen, erneut auf ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter zu drängen. „Die NEOS lassen keine Gelegenheit aus, um Pensionsbashing zu betreiben. Mit ihren ständigen, unbegründeten Warnungen vor der angeblichen Unfinanzierbarkeit versuchen sie systematisch, das Vertrauen der Menschen in unser Pensionssystem auszuhöhlen. Das ist unredlich gegenüber all jenen, die ein Leben lang gearbeitet und eingezahlt haben", so Gerstorfer abschließend. (Schluss)
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Unabhängiger Pensionistenverband Österreichs
Generalsekretär Christian Rösner, MSc
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