- 11.09.2026, 14:31:32
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Integration: Gewerkschaft vida fordert verstärkte Investitionen in Bildung und Ausbildung für alle Menschen im Land
vida-Hebenstreit an Bundesregierung und Wirtschaft: Jetzt Voraussetzungen schaffen, damit Lohndumping mit der Rot-Weiß-Rot-Card endlich beendet wird
Zur heutigen Präsentation des Statistischen Jahrbuchs Migration & Integration durch Integrationsministerin Bauer (ÖVP), hält Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida fest: „Die Bundesregierung ist aufgefordert, verstärkt in Schulen, Kinderbildungseinrichtungen, leistbaren Wohnraum, Bildung und Ausbildung zu investieren. Es muss gelingen, so viele wie möglich, der bereits im Land befindlichen Menschen, auszubilden und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Nur damit und mit gerechten Löhnen kann ihnen ein gutes und eigenständiges Leben ermöglicht werden“, appelliert Hebenstreit an die Politik, Industriellenvereinigung (IV) und Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und betont, „Wer Fachkräfte braucht, der muss diese auch ausbilden.“ Die derzeitige Praxis von Politik und Arbeitgebern, mit der Rot-Weiß-Rot Karte Meschen aus Drittstaaten zu engagieren, führe nur zu Lohndrückerei und Sozialdumping für alle Beschäftigten im Land.
Hebenstreit nimmt dafür verstärkt die WKÖ und die IV in die Pflicht: „Die oft strapazierte Erzählung, wonach die Rot-Weiß-Rot-Karte primär als Instrument für den Zuzug von hochspezialisierten Fachkräften diene, die das heimische Bildungssystem angeblich nicht hergibt, entspreche nicht der Realität. Die Realität sehe völlig anders aus: „Ein massiver Anteil dieser Zuwanderung fließt bei steigender Arbeitslosigkeit direkt in die untersten Lohnsegmenten und in den öffentlichen Sektor“, kritisiert der vida-Gewerkschafter.
Als Beispiel führt Hebenstreit den Beherbergungs- und Gastronomiesektor an, der neben dem Gesundheits- und Pflegebereich Spitzenreiter beim Arbeitskräfteimport von u.a. Küchenhilfen und Reinigungskräften ist. In diesem Bereich wurden heuer (bis inklusive August) laut AMS-Daten bereits 1.521 Rot-Weiß-Rot und Blaue Karten ausgestellt. Davon gingen 904 Karten an Menschen aus China, gefolgt von der Türkei mit 126 Karten und den Philippinen mit 70 Bewilligungen.
„Man sieht auf den ersten Blick, dass es hier nicht etwa um lauter gutbezahlte Spitzenköche geht, sondern einzig und allein darum, das inländische Lohnniveau auf Kosten von Drittstaatsangehörigen zu drücken, um billige und vom Dienstgeber abhängige Kräfte für die Wirtschaft zu bekommen,“ kritisiert der vida-Vorsitzende. „Den Betrieben werde mit der Rot-Weiß-Rot-Card neben dem unternehmerischen Risiko auch ihre Verantwortung, selbst auszubilden, abgenommen.“
„Hier wird Lohndrückerei nicht nur zu Lasten der meisten Rot-Weiß-Rot-Karten-Beschäftigten, sondern auch auf dem Rücken aller, die bereits in Österreich arbeiten und ausgebildet werden, systematisch betrieben“, fordert Hebenstreit ein Ende dieser Praxis. „Es braucht keine staatliche Schützenhilfe für Billiglohndumping, sondern endlich faire Arbeitsbedingungen, anständige Löhne und Lohnerhöhungen sowie den ehrlichen Willen, in die Ausbildung und Arbeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die bereits im Land sind, zu investieren“, bekräftigt Hebenstreit: „Wer Fachkräfte braucht, muss diese auch ausbilden und gut entlohnen.“
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Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
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