• 10.09.2026, 10:19:02
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Tag der pflegenden Angehörigen: Gerstorfer fordert echten Rechtsanspruch auf Auszeit

PVÖ-Präsidentin: „Wer Angehörige pflegt, muss sich eine Pause auch leisten können“

Wien (OTS) - 

Anlässlich des Tags der pflegenden Angehörigen am 13. September würdigt Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), die enorme Leistung jener Menschen, die Angehörige zu Hause betreuen und pflegen. Mehr als 500.000 Menschen in Österreich beziehen Pflegegeld. Rund eine Million An- und Zugehörige übernehmen einen wesentlichen Teil der Betreuung und Pflege im häuslichen Umfeld. Ohne ihren täglichen Einsatz wäre das österreichische Pflegesystem nicht aufrechtzuerhalten. „Pflegende Angehörige leisten oft über Jahre hinweg körperlich und emotional enorm viel. Viele sind rund um die Uhr verantwortlich und stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Dafür verdienen sie nicht nur unseren Dank, sondern konkrete und verlässliche Unterstützung“, betont Gerstorfer. ****

PVÖ fordert mehr Entlastung und bessere Absicherung

Der Pensionistenverband fordert einen flächendeckenden Ausbau mobiler Pflege- und Betreuungsdienste, mehr leistbare Tages- und Kurzzeitpflege, wohnortnahe Beratungsangebote, eine bessere sozial- und pensionsrechtliche Absicherung von Pflegezeiten sowie Verbesserungen beim Angehörigenbonus. „Entlastung darf nicht davon abhängen, wie viel Geld jemand zur Verfügung hat oder in welchem Bundesland er lebt. Wer Pflege zu Hause ermöglichen will, muss auch jene Menschen absichern und unterstützen, die sich tagtäglich zu Hause um ihre Angehörigen kümmern. Denn diese leisten nicht nur einen unschätzbar wertvollen Dienst am Menschen, sie entlasten auch das Pflegesystem. Pflegende Angehörige ersparen unserem Pflegesystem jedes Jahr Leistungen in Milliardenhöhe. Es ist deshalb geradezu widersinnig, dass viele von ihnen sich nicht einmal eine dringend notwendige Auszeit von der Pflege leisten können“, so Gerstorfer.

Zuschuss für Ersatzpflege reicht oft nicht aus

Bereits heute gibt es eine finanzielle Unterstützung, wenn pflegende Angehörige wegen Krankheit, Kur, Urlaub oder aus anderen Gründen vorübergehend nicht selbst pflegen können und eine professionelle oder private Ersatzpflege organisieren. Seit September 2024 kann diese Förderung bereits ab einem Tag in Anspruch genommen werden. Je nach Pflegegeldstufe werden jedoch höchstens 1.200 bis 2.200 Euro pro Jahr ersetzt, bei Menschen mit Demenz oder minderjährigen Pflegebedürftigen jeweils etwas mehr. Die Förderung ist damit lediglich ein Zuschuss zu den tatsächlichen Kosten. „Das Problem ist: Eine Auszeit gibt es zwar theoretisch, aber viele pflegende Angehörige können sie sich praktisch trotzdem nicht leisten. Wenn professionelle Ersatzpflege deutlich mehr kostet, als der Zuschuss abdeckt, bleibt ein beträchtlicher Eigenanteil. Wer ohnehin mit einer kleinen Pension oder einem niedrigen Einkommen auskommen muss, verzichtet dann eben auf die dringend notwendige Pause“, kritisiert Gerstorfer.

Neue Forderung: Rechtsanspruch auf vollständig finanzierte Entlastungstage

Der PVÖ fordert deshalb einen Rechtsanspruch auf regelmäßige Entlastungstage für pflegende Angehörige. Während dieser Zeit sollen die notwendigen und angemessenen Kosten einer professionellen Ersatzpflege vollständig übernommen werden. „Ein Zuschuss, bei dem am Ende noch Hunderte Euro selbst zu bezahlen sind, ist für viele keine echte Entlastung. Pflegende Angehörige brauchen planbare Auszeiten, die sie sich auch tatsächlich leisten können. Deshalb fordern wir einen Rechtsanspruch auf finanzierte Entlastungstage ohne unzumutbaren Selbstbehalt“, erklärt Gerstorfer.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen auch Untersuchungen zur Angehörigenpflege: Mehr als ein Viertel der befragten pflegenden Angehörigen gab an, dass Urlaub oder eine Auszeit für sie gar nicht infrage komme; bei rund einem Fünftel war für eine solche Auszeit keine Ersatzpflege greifbar.

„Wer unser Pflegesystem trägt, muss auch selbst getragen und unterstützt werden“

Gerstorfer abschließend: „Pflegende Angehörige ermöglichen Hunderttausenden Menschen, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Sie entlasten damit Familien und unser gesamtes Pflegesystem. Danke allein reicht deshalb nicht. Wer unser Pflegesystem trägt, muss auch selbst getragen und unterstützt werden.“

Rückfragen & Kontakt

Pensionistenverband Österreichs
GS Christian Rösner-El-Heliebi, MSc.
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
E-Mail: [email protected]

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