- 10.09.2026, 10:05:32
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Tag der pflegenden Angehörigen: ÖGB fordert wirksame Entlastung
Lackner: „Das System ist auf pflegende Angehörige angewiesen.“
Anlässlich des Tags der pflegenden Angehörigen am 13. September fordert der Österreichische Gewerkschaftsbund deutlich mehr Unterstützung für Menschen, die Familienmitglieder pflegen und betreuen. Rund 950.000 Menschen in Österreich übernehmen diese Verantwortung, die Pflege erfolgt dabei überwiegend durch Frauen.
„Pflegende Angehörige in Österreich leisten Unglaubliches - oft still, oft unbezahlt, oft am Limit ihrer eigenen Gesundheit. Das System ist auf sie angewiesen. Es wird Zeit, dass sie selbst stärker im Mittelpunkt von Politik und Gesellschaft stehen“, sagt ÖGB-Pflegeexpertin Martina Lackner.
Pflege darf nicht krank machen
Besonders zu Beginn einer Pflegesituation geraten berufstätige Angehörige massiv unter Druck. Pflege, Beruf, Haushalt und Familie gleichzeitig zu organisieren, führt häufig zu Überforderung. Laut dem Bericht „Angehörigenpflege” im Auftrag des Sozialministeriums fühlen sich rund 70 Prozent der pflegenden Angehörigen überlastet. Fast die Hälfte der Pflegenden zu Hause gibt an, praktisch rund um die Uhr für die gepflegte Person da zu sein.
„Pflege darf nicht dazu führen, dass Menschen ihre Erwerbsarbeit einschränken, ihre Gesundheit aufs Spiel setzen oder völlig allein gelassen werden“, betont Lackner. „Wir brauchen verlässliche und leistbare Entlastung genau dann, wenn sie gebraucht wird – auch abends, in der Nacht und am Wochenende“, so Lackner weiter.
Vereinbarkeit braucht konkrete Angebote
Der ÖGB fordert daher den raschen Ausbau von Entlastungsdiensten und Ersatzpflege, bessere Möglichkeiten für Erholung sowie mehr Beratungs-, Schulungs- und Trainingsangebote. Ebenso notwendig sind psychosoziale Begleitung und wirksame Maßnahmen, um Pflege und Beruf besser vereinbaren zu können.
„Menschen, die Angehörige pflegen, dürfen nicht als unsichtbare Lückenfüller im Versorgungssystem betrachtet werden. Ihre Situation ist eine Frage der gesellschaftlichen Anerkennung und der Gerechtigkeit“, sagt Lackner abschließend. (tf)
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Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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