• 08.09.2026, 13:27:33
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FEEI: Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Investitionen entscheiden über industrielle Zukunft

Im Bild v.l.n.r.: Marion Mitsch (FEEI-Geschäftsführerin),
Wolfgang Hesoun (FEEI-Obmann)
Wien (OTS) - 

  • Aktuelle Zahlen zeigen erste Stabilisierung in der Elektro- und Elektronikindustrie, doch Branche bleibt unter Druck: Geopolitische Unsicherheiten, hohe Kosten und Investitionshemmnisse belasten den Industriestandort weiterhin.
  • FEEI fordert rasche Umsetzung der Industriestrategie 2035 mit Fokus auf Schlüsseltechnologien, Stärkung kritischer Infrastruktur, Vergaberecht & Beschaffung nach dem Leitprinzip „Made in Europe & Partner Countries“.


Die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie zeigt nach zwei Jahren Rezession erste Anzeichen einer Erholung. Auftragseingänge, Produktionswert und Umsatz entwickelten sich 2025 wieder positiv und erreichten damit das Niveau von 2022. Auch die jüngsten Zahlen 2026 bestätigen diesen Trend. Gleichzeitig bleibt die Beschäftigung rückläufig: Die Zahl der Beschäftigten sank 2025 das zweite Jahr in Folge um 2,0 Prozent, die Branche beschäftigte rund 1.500 Personen weniger als im Vorjahr. Zudem stellen anhaltende geopolitische Spannungen, hohe Kosten und zunehmender globaler Wettbewerbsdruck den Industriestandort weiterhin vor große Herausforderungen.

„Die aktuellen Zahlen sind ein positives Signal, aber kein Grund zur Entwarnung. Die Industrie braucht jetzt Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nachhaltig stärken“, betont FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun.

Für den FEEI steht fest: Die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und Europas muss stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Elektro- und Elektronikindustrie erwirtschaftet acht von zehn Euro im Ausland und steht damit im direkten internationalen Wettbewerb. Gleichzeitig zählt Österreich mit den dritthöchsten Arbeitskosten im verarbeitenden Gewerbe zu den teuersten Industriestandorten in der EU.

Moderate Kollektivvertragsabschlüsse dringend nötig
Ein wichtiges Signal für den Standort war daher auch der jüngste Kollektivvertragsabschluss der Branche. Mit einer durchschnittlichen IST-Erhöhung von 2,32 Prozent liegt dieser deutlich unter der rollierenden Inflation von 3,3 Prozent und trägt dazu bei, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wiederherzustellen. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht es ausgewogene Lösungen, die sowohl die Kaufkraft der Beschäftigten als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen berücksichtigen. Der jüngste KV-Abschluss zeigt, dass dies möglich ist“, so Hesoun.

Resilienz stärken und kritische Infrastruktur absichern
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verwundbar Europa bei Energieversorgung, digitalen Netzen, Lieferketten und Schlüsseltechnologien geworden ist. Für den FEEI ist daher die Stärkung der Resilienz eine zentrale wirtschafts- und industriepolitische Aufgabe. Die Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie liefern wesentliche Technologien für Stromversorgung, Digitalisierung oder Industrieproduktion und bilden damit das Rückgrat der kritischen Infrastruktur.

„Resilienz entscheidet darüber, ob unsere Stromnetze, Kommunikationssysteme und industriellen Wertschöpfungsketten auch in Krisenzeiten funktionieren. Investitionen in kritische Infrastruktur und technologische Schlüsselkompetenzen müssen daher höchste Priorität haben“, betont Hesoun und fordert die Umsetzung des Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetzes.

Öffentliche Beschaffung als strategischer Hebel

Ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung europäischer Resilienz liegt in einer modernen öffentlichen Beschaffung. Die öffentliche Hand investiert jährlich Milliardenbeträge in Produkte und Dienstleistungen und verfügt damit über einen bedeutenden Hebel zur Förderung europäischer Wertschöpfung, Innovation und Versorgungssicherheit.

„Öffentliche Beschaffung darf nicht ausschließlich nach dem niedrigsten Preis erfolgen. Kriterien wie Qualität, Innovationskraft und europäische Wertschöpfung müssen deutlich stärker berücksichtigt werden“, so Hesoun. Dass der „Made in Europe-Bonus“ ein wirksames Instrument ist und dass gezielte Anreize europäische Wertschöpfung fördern, belegen die kürzlich vom Wirtschaftsministerium veröffentlichten Zahlen zur PV-Förderung: Knapp jeder zweite PV-Förderantrag in Österreich setzt bereits auf europäische Komponenten wie Wechselrichter, PV-Module oder Stromspeicher.

Klimaschutz und Wirtschaft gemeinsam denken
Dieses Beispiel verdeutlicht auch, dass wirtschaftliche Entwicklung, europäische Wertschöpfung und Klimaziele erfolgreich gemeinsam gedacht werden können. Die Aufhebung des Verbots der CO₂-Speicherung (CCS) etwa ist besonders für energieintensive Industrien ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Der Fachverband unterstützt den Vorschlag des Wirtschaftsministers, Klimagesetz, CCS-Gesetz und UVP-Novelle gemeinsam umzusetzen. „Klimaschutz und industrielle Wertschöpfung dürfen kein Widerspruch sein. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die beides ermöglichen: ambitionierte Klimaziele und eine starke Industrie in Österreich“, betont Hesoun.

Privates Kapital für Innovation mobilisieren
Neben wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen und Investitionen in Infrastruktur sieht der FEEI in der Mobilisierung privaten Kapitals einen weiteren entscheidenden Erfolgsfaktor für die Zukunft des Standorts. „Österreich verfügt über ausreichend Kapital, aber zu wenig davon gelangt in produktive Investitionen. Wer Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit stärken will, muss Finanzbildung fördern und bessere Anreize für langfristige Veranlagungen schaffen“, erklärt Hesoun. Für den FEEI braucht es daher eine stärkere Finanzbildung, die Weiterentwicklung des Kapitalmarkts und gezielte Maßnahmen, um privates Kapital stärker für die Finanzierung von Innovation, Digitalisierung und industrielle Transformation zu mobilisieren.

Jetzt die Weichen für die Zukunft stellen
Die aktuellen Konjunkturdaten zeigen, dass eine Bodenbildung erreicht werden konnte. Damit aus diesen ersten positiven Signalen jedoch eine nachhaltige Erholung wird, braucht es entschlossenes Handeln.

„Die Industrie ist das Fundament für Wohlstand, Innovation und Versorgungssicherheit. Jetzt gilt es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Europa seine Zukunft aktiv gestaltet, statt nur auf Krisen zu reagieren“, so Hesoun abschließend.


Weitere Bilder in der APA-Fotogalerie


Über den FEEI – Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie
Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie vertritt in Österreich die Interessen des zweitgrößten Industriezweigs mit rund 300 Unternehmen, 72.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von 23,57 Milliarden Euro (Stand 2025). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern – dazu gehören u. a. die Fachhochschule Technikum Wien, UFH, die Plattform Industrie 4.0, Forum Mobilkommunikation (FMK), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der Bahnindustrie – ist es das oberste Ziel des FEEI, die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken. www.feei.at

Rückfragen & Kontakt

FEEI Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie
MMag. Katrin Prüller-Nussbaumer
Telefon: +43/1/588 39-63
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.feei.at

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