- 08.09.2026, 13:11:32
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Gewerkschaft PRO-GE: Erfolgreiche Industriepolitik muss Wirtschaft, Beschäftigung und soziale Sicherheit gemeinsam denken
Erholung in der Elektro- und Elektronikindustrie positives Signal, Qualifizierung ist Voraussetzung für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit
Die Gewerkschaft PRO-GE sieht in den vom Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) präsentierten Zahlen zu Erholung der Branche ein sehr positives Signal für Beschäftigte und Unternehmen. Gleichzeitig stehe der Industriestandort aber weiterhin vor großen Herausforderungen.
„Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren mit großem Engagement dazu beigetragen, dass Unternehmen schwierige Zeiten bewältigen konnten. Jetzt braucht es entschlossene Maßnahmen, um den Industriestandort nachhaltig zu stärken und Arbeitsplätze langfristig abzusichern“, betont PRO-GE-Bundesvorsitzender Reinhold Binder.
Die PRO-GE unterstützt die Forderung nach einer raschen Umsetzung der Industriestrategie 2035. Diese müsse jedoch nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken, sondern gleichzeitig gute Arbeitsplätze, Qualifizierung und Wertschöpfung in Österreich sichern.
„Eine erfolgreiche Industriepolitik muss Wirtschaft, Beschäftigung und soziale Sicherheit gemeinsam denken. Investitionen in Schlüsseltechnologien sind entscheidend, damit Österreich auch künftig zu den führenden Industriestandorten Europas gehört“, so Binder.
Besonders wichtig sei eine strategische öffentliche Beschaffung. Die PRO-GE spricht sich dafür aus, dass öffentliche Aufträge stärker zur Sicherung von Beschäftigung, Innovation und Wertschöpfung in Europa genutzt werden.
„Wenn mit Steuergeld eingekauft wird, müssen faire Wettbewerbsbedingungen gelten. Qualität, Nachhaltigkeit, soziale Standards und regionale Wertschöpfung müssen bei Vergaben stärker berücksichtigt werden. Das stärkt Arbeitsplätze in Österreich und Europa und macht uns gleichzeitig unabhängiger von geopolitischen Risiken“, sagt Binder.
Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie wichtig resiliente Lieferketten und eine starke industrielle Basis sind. Die Gewerkschaft PRO-GE warnt aber davor, Standortherausforderungen auf dem Rücken der Arbeitnehmer:innen lösen zu wollen. „Eine starke Industrie ist die Grundlage für gute Arbeitsplätze, Wohlstand und soziale Sicherheit. Wer das will, muss auch in die Menschen investieren“, betont Binder.
Bildung und Berufsausbildung seien die Basis für berufliche Chancen und die Voraussetzungen für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Binder rief in Erinnerung, dass sich die Sozialpartner der Elektro- und Elektronikindustrie, der Metallindustrie und des Metallgewerbes aus diesem Grund auch auf eine Qualifizierungsoffensive geeinigt haben, die jene an- und ungelernte Arbeitnehmer:innen adressieren soll, die bereits in den Betrieben beschäftigt sind. Diese Qualifizierungsoffensive sei ein Element der Industriestrategie und müsse nun auch in der gerade entstehenden Fachkräftestrategie ihren Niederschlag finden.
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