• 08.09.2026, 11:56:34
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Studie: Was hat der Strommarkt gebracht?

v.l.: EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz, Präsident Michael
Baminger, Franz Angerer, Geschäftsführer der Österreichischen
Energieagentur und Generalsekretärin Barbara Schmidt.
Wien (OTS) - 

Liberalisierung des Strommarktes stärkte Wahlfreiheit, Service und Versorgungssicherheit. Haushalte zahlen dadurch heute rund 16 Prozent weniger für Strom.

Seit 1. Oktober 2001 können Stromkundinnen und Stromkunden in Österreich ihren Lieferanten frei wählen. Eine neue Studie der Österreichischen Energieagentur (AEA) im Auftrag von Oesterreichs Energie zieht nach 25 Jahren Bilanz. Das Ergebnis ist klar: Die Liberalisierung des Strommarktes hat private Haushalte und Unternehmen messbar entlastet, die Wahlfreiheit erhöht und den Wettbewerb um Service und Angebote gestärkt.

Kunden sparten sich 15 Mrd. Euro
So profitierten die österreichischen Haushalte über den gesamten Betrachtungszeitraum von 16,3 % günstigeren durchschnittlichen Strompreisen gegenüber einem ökonomisch modellierten fiktiven Szenario, in dem es zu keiner Öffnung der Strommärkte kam.

„In Summe ergibt unsere Modellierung von 2001 bis 2025 eine kumulierte Entlastung von mehr als 15 Milliarden Euro – davon 12,7 Milliarden Euro für Haushalte und 2,5 Milliarden Euro für Nicht-Haushalte“, sagt Franz Angerer, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. „Diese Ergebnisse belegen, dass Wettbewerb nicht nur Wahlmöglichkeiten schafft, sondern den Haushalten, den Unternehmen und dem Standort Österreich einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen bringt.“

Wahlfreiheit, Transparenz und neue Angebote
Vor der Liberalisierung des Strommarktes waren Erzeugung, Netz und Vertrieb in regionalen Monopolen gebündelt. Mit der Marktöffnung wurden die Bereiche Erzeugung und Vertrieb dem Wettbewerb geöffnet, während die Netze weiterhin streng regulierte Monopole blieben. Kundinnen und Kunden erhielten damit erstmals die Möglichkeit, ihren Stromlieferanten frei zu wählen und Angebote miteinander zu vergleichen.

„Mit der Marktöffnung konnten Stromkundinnen und -kunden erstmals Stromtarife vergleichen und ihren Lieferanten wechseln. Aktuell können sie aus rund 150 Stromlieferanten wählen, von denen 50 ihre Tarife österreichweit anbieten“, sagt Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie.

Wettbewerb stärkt Versorgungssicherheit und Transformation
Abseits der Endkundenmärkte zeigt die Studie deutliche positive volkswirtschaftliche Effekte: Niedrigere Strompreise, mehr Konsum, steigende Realeinkommen, Investitionen und Exporte. Für die Jahre 2001 bis 2022 weist die Modellierung im Durchschnitt ein um 0,11 Prozent höheres reales BIP (Bruttoinlandsprodukt) und rund 2.700 zusätzliche Beschäftigte pro Jahr gegenüber dem Vergleichsszenario ohne Liberalisierung aus.

„Die Strommarktliberalisierung hat ihre Bewährungsprobe bestanden. Während der Energiekrise hat der offene, europäisch vernetzte Markt einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet und uns vor Ausfällen bewahrt“, so Angerer. „Zugleich hat der freie Strommarkt wichtige Investitionen in erneuerbare Erzeugung ermöglicht. Diese Grundlage gilt es nun mit dem zügigen Ausbau von Erzeugung, Netzen und Speichern entschlossen weiterzuentwickeln.“

Handlungsfelder für die nächste Etappe
„Diese Analyse zeigt nicht nur die preisdämpfende Wirkung der Marktöffnung, sondern auch, dass Wettbewerb kein Selbstzweck ist. Er schafft Wahlfreiheit, hält Anbieter in Bewegung und hat Kundinnen und Kunden entlastet“, sagt Michael Baminger, Präsident von Oesterreichs Energie. „Jetzt geht es um die nächste Etappe: Markt, Netze, Erzeugung, Speicher und Flexibilität müssen als Gesamtsystem funktionieren. Dafür brauchen wir Tempo, klare Spielregeln und Investitionssicherheit.“

„Gleichzeitig muss das Energiesystem widerstandsfähiger und flexibler werden. Speicher, Digitalisierung und intelligente Steuerung bieten dafür wichtige Möglichkeiten. Neben Offenheit für neue Technologien braucht es ausreichend gesicherte Kapazitäten und eine europäische Strategie für die Gasversorgung. Nur so lassen sich Leistbarkeit, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam sichern“, so Baminger.

EVN bringt die Perspektive aus der Praxis ein
Wie sich die Marktöffnung im Alltag der Kundinnen und Kunden auswirkt, ordnet EVN Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz aus Sicht eines Energieunternehmens ein. Im Mittelpunkt stehen die freie Lieferantenwahl, die Vergleichbarkeit von Angeboten, digitale Services und der Anspruch, Versorgungssicherheit und Kundennähe dauerhaft zu verbinden.

„Erneuerbare Energie ist dann besonders wertvoll, wenn sie auch zum richtigen Zeitpunkt genutzt wird. Genau hier schaffen heute Digitalisierung und innovative Tarife einen echten Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden“, so Szyszkowitz.

Blick nach vorn beim Oesterreichs Energie Kongress
Wie das Stromsystem der Zukunft weiterentwickelt werden kann, steht auch im Mittelpunkt des Oesterreichs Energie Kongresses am 16. und 17. September 2026 in der Wiener Hofburg. Unter dem Motto „Zukunft unter Strom“ diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Energiewirtschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auf Einladung von Oesterreichs Energie und EVN die nächsten Schritte für ein sicheres, sauberes und leistbares Energiesystem.

Rückfragen & Kontakt

Österreichs E-Wirtschaft
Christian Zwittnig
Telefon: 0676845019260
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.oesterreichsenergie.at

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