- 08.09.2026, 10:49:32
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GBH: Nächste Hitzewelle kommt – Regeln müssen vorher stehen
GBH-Bundesvorstand zieht Konsequenzen aus Hitzesommer 2026 – AK-Studie zeigt enorme Belastung und steigendes Unfallrisiko bei Hitze
Der nächste Hitzesommer kommt bestimmt. Wenn die Temperaturen 2027 wieder über 30 Grad steigen, ist es für neue Regeln zu spät. Deshalb zieht die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) jetzt die Konsequenzen aus den Erfahrungen des Sommers 2026. +++
Der Bundesvorstand der GBH hat sich auf ein konkretes Maßnahmenpaket für einen besseren Hitzeschutz geeinigt. Dieses soll nun gemeinsam mit Politik, Sozialpartnern, Auftraggebern und den zuständigen Stellen umgesetzt werden.
„Wir wissen heute, was bei der nächsten Hitzewelle auf unseren Baustellen passieren wird. Deshalb dürfen wir nicht warten, bis das Thermometer wieder 30 oder 35 Grad zeigt. Die notwendigen Entscheidungen müssen jetzt fallen, damit die Regeln 2027 stehen“, sagt GBH-Bundesvorsitzender Abg. z. NR Josef Muchitsch.
Arbeitsalltag an die Hitze anpassen
Extreme Hitze ist längst Teil des Arbeitsalltags. Besonders betroffen sind Beschäftigte, die schwere körperliche Arbeit im Freien leisten. Rückmeldungen aus dem Sommer 2026 haben gezeigt: Frühere Arbeitsbeginne allein lösen das Problem nicht. Der GBH wurden Fälle gemeldet, in denen Beschäftigte bereits um 5 Uhr begonnen haben und trotzdem bis in den späten Nachmittag arbeiten mussten. In Einzelfällen wurden Arbeitstage von bis zu 16 Stunden gemeldet.
Für die GBH ist daher klar: Arbeitnehmerschutz, Arbeitszeiten, Bauzeitpläne und öffentliche Vergaben müssen gemeinsam an die veränderten Bedingungen angepasst werden.
„Der Klimawandel verändert unsere Arbeitswelt. Darauf müssen auch unsere Regeln reagieren. Wer bei mehr als 30 Grad schwere körperliche Arbeit leistet, braucht besonderen Schutz. Gesundheit muss Vorrang vor Bauzeit und Fertigstellungstermin haben“, so Muchitsch.
Studie im Auftrag der AK zeigt: Schwere Arbeit braucht mehr Pausen
Wie notwendig diese Anpassungen sind, zeigt auch eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Wien im Auftrag der Arbeiterkammer. Sie untersucht, wie lange bei Hitze sicher gearbeitet werden kann und welche Erholungspausen notwendig sind.
Entscheidend ist dabei nicht allein die Temperatur. Auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Kleidung und vor allem die körperliche Belastung spielen eine Rolle. Je schwerer die Arbeit, desto kürzer wird die Zeit, die bei Hitze ohne gesundheitliches Risiko durchgehend gearbeitet werden kann.
Ein Beispiel aus der Studie macht die Belastung deutlich: Bei schwerer körperlicher Arbeit eines Bauarbeiters und Hitzewarnstufe 2 mit rund 30 Grad gefühlter Temperatur stehen rund 29 Minuten Arbeit bereits 28 Minuten notwendiger Pause gegenüber.
Hinzu kommt ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko: Ab 30 Grad steigt das Risiko für Arbeitsunfälle. Je großer ums o höher steigt das Unfallrisiko! Hitze ist damit nicht nur eine Belastung für den Körper, sondern wird auch zu einer Frage der Sicherheit am Arbeitsplatz.
Für die GBH bestätigt das die Erfahrungen aus der Praxis: Ein normaler Arbeitstag kann bei großer Hitze nicht einfach unverändert weitergeführt werden.
Diese Maßnahmen müssen jetzt umgesetzt werden
1. Arbeitszeit bei Hitze begrenzen
Ab 30 Grad soll eine tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden gelten. Ab 32,5 Grad soll die Tageshöchstarbeitszeit auf sieben Stunden begrenzt werden. Ab 35 Grad fordert die GBH einen Rechtsanspruch auf Hitzefrei.
2. Hitzefrei planbarer machen
Die bestehende Hitzefrei-Regelung ab 32,5 Grad muss stärker genutzt werden. Wetterprognosen sollen eine bessere Planung ermöglichen. So können Arbeitsbeginn, Arbeitszeit und notwendige Unterbrechungen rechtzeitig angepasst werden.
3. Betriebe dürfen für Hitzeschutz nicht bestraft werden
Unternehmen, die ihre Beschäftigten schützen und Arbeiten bei extremer Hitze verkürzen oder unterbrechen, dürfen dadurch keinen wirtschaftlichen Nachteil haben. Vertragsstrafen wegen hitzebedingter Verzögerungen müssen ausgeschlossen werden.
4. Hitzeschutz bereits bei der Vergabe mitplanen
Vor allem die öffentliche Hand muss Hitzeschutz schon bei Ausschreibungen, Bauzeiten und Fertigstellungsterminen berücksichtigen. Wer Bauzeiten vorgibt, muss auch einplanen, dass extreme Hitze Arbeiten verlangsamen oder zeitweise unmöglich machen kann.
„2027 ist es zu spät, darüber zu diskutieren“
Die Beschlüsse des GBH-Bundesvorstands sind der nächste Schritt. Jetzt geht es darum, daraus konkrete Regelungen zu machen.
„Wir können die nächste Hitzewelle nicht verhindern. Wenn im Sommer 2027 die nächste extreme Hitze da ist, ist es zu spät, über neue Regeln zu diskutieren. Wir alle – Politik, Sozialpartner und Auftraggeber sind deshalb jetzt gefordert. Wir müssen die kommenden Monate nutzen und unsere Arbeitswelt rechtzeitig hitzefit machen“, sagt Muchitsch.
Für die GBH geht es dabei um zwei Seiten derselben Verantwortung: Beschäftigte müssen vor gesundheitlichen Gefahren geschützt werden. Gleichzeitig brauchen jene Betriebe faire Bedingungen, die diesen Schutz ernst nehmen.
Gesundheit schützen. Faire Betriebe stärken. Arbeitswelt hitzefit machen.
Wer ist die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH)?
Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) ist die österreichische Gewerkschaft für rund 240.000 Beschäftigte in der Bau-, Holz- und Steinbranche.
Sie verhandelt Kollektivverträge und setzt sich für faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und faire öffentliche Vergaben ein.
Bundesvorsitzender der GBH ist Josef Muchitsch.
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GBH-Presse
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