• 07.09.2026, 11:00:32
  • /
  • OTS0067

Medienvielfalt ist eine politische Entscheidung: Jetzt müssen die richtigen Weichen für Österreichs Medienzukunft gestellt werden

Wien (OTS) - 

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) hat heute mit „Next Level Medienpolitik – 15 Thesen für eine zukunftsorientierte Medienpolitik“ ein Forderungspapier für die Weiterentwicklung der medienpolitischen Rahmenbedingungen in Österreich vorgelegt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein vielfältiger, unabhängiger und wirtschaftlich tragfähiger Medienstandort unter den Bedingungen des digitalen und globalen Wettbewerbs gesichert werden kann.

Denn Österreichs Medienlandschaft steht unter erheblichem Veränderungsdruck: Globale Plattformen ziehen mittlerweile zwei Drittel aller Werbeausgaben aus Österreich ab und gefährden damit die wirtschaftliche Basis und die Zukunft heimischer Medien. Der VÖP sieht dringenden Handlungsbedarf in vier zentralen Bereichen:

1. Medienförderung ausbauen und modernisieren

Eine zeitgemäße Medienförderung muss Vielfalt, Qualität, Österreich-Bezug und digitale Transformation stärken. Der Privatrundfunkfonds sollte von dzt. 25 auf mind. 50 Mio. Euro erhöht werden. Neben linearen Angeboten sollten auch online-first-Inhalte von Privatsendern förderfähig sein. Ähnlich der Print-Zustellförderung sollten auch die steigenden Verbreitungskosten im Privatrundfunk berücksichtigt werden. Kooperationen bei digitalen Transformationsprojekten müssen erleichtert werden.

2. Mehr Freiraum und Flexibilität für privaten Rundfunk

Österreichische Medien stehen in direktem Wettbewerb mit globalen Plattformunternehmen. Die Regulierung muss diese veränderten Marktbedingungen berücksichtigen und heimischen Medien mehr Freiräume geben. Kooperationen und Zusammenschlüsse zwischen privaten Medienanbietern müssen rechtssicher und leichter möglich sein – von Organisation und Vermarktung bis zu Programm und Verbreitung. Gleichzeitig sollten nicht mehr zeitgemäße Werbe- und Aufsichtsregeln überprüft und modernisiert werden.

3. ORF-Reform zur Stärkung des Medienstandorts nutzen

Die starke Marktposition und stabile Finanzierung des ORF sollten im Interesse des gesamten Medienstandorts genutzt werden. Der VÖP fordert daher eine gesetzliche Kooperationspflicht des ORF zugunsten privater Medien, etwa bei Inhalten, Archiv, Lizenzen, Produktions- und Distributionsinfrastrukturen sowie technologischen Entwicklungen. Eine ORF-Reform darf keinesfalls dazu führen, dass öffentlich-rechtliche Angebote private Medien verdrängen, insbesondere in digitalen Zukunftsmärkten. Eine Ausweitung des ORF-Angebots oder seiner kommerziellen Aktivitäten ist aufgrund der negativen Markteffekte daher abzulehnen.

4. Faire Marktchancen im digitalen Wettbewerb

Der VÖP fordert faire Wettbewerbsbedingungen und mehr Verantwortung für globale Plattformen, unter anderem bei Inhalten, Jugendschutz und den gesellschaftlichen Folgen ihrer Geschäftsmodelle. Die Digitalsteuer sollte auf ein effektiveres Niveau von 10 bis 15 Prozent weiterentwickelt werden. Die Auffindbarkeit österreichischer Medienangebote auf digitalen Benutzeroberflächen muss sichergestellt werden. Gleichzeitig braucht es Anreize für Werbeschaltungen in heimischen redaktionellen Medien. Zusätzliche Belastungen für den österreichischen Privatrundfunksektor lehnt der VÖP angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage vehement ab.

Christian Stögmüller, VÖP-Präsident: Österreichs Medien agieren heute in einem Markt, dessen Spielregeln sich grundlegend verändert haben. Sie konkurrieren längst nicht mehr nur miteinander, sondern mit globalen Plattformkonzernen,die einen immer größeren Teil des Werbemarktes an sich ziehen. Umso wichtiger sind faire Wettbewerbsbedingungen und mehr Freiraum für heimische Medien.

Alexander Winheim, stv. VÖP-Präsident: Wer Medienvielfalt und unabhängigen Journalismus in Österreich erhalten und stärken will, muss auch für ihre wirtschaftlichen Grundlagen sorgen. Gerade die anstehende ORF-Reform ist eine zentrale Weichenstellung. Sie muss den gesamten Medienstandort stärken und die Voraussetzungen für fairen Wettbewerb schaffen. Das gilt ebenso für eine zielgerichtete Medienförderung und faire Spielregeln im digitalen Markt.“

Corinna Drumm, VÖP-Geschäftsführerin: Mit unserem Forderungspapier setzen wir wichtige Impulse für die medienpolitische Diskussion: Österreich braucht eine Medienpolitik, die den Medienstandort fit für die Zukunft macht – mit einer zukunftsorientierten ORF-Reform, einer gattungsspezifischen optimierten Medienförderung, mehr Spielraum für Kooperationen und Innovation und mehr Fairness im digitalen Wettbewerb.

Download des Thesenpapiers: www.voep.at/downloads/2026-09-07_VOEP_15_Thesen_fuer_zukunftsorientierte_Medienpolitik.pdf

Rückfragen & Kontakt

Verband Österreichischer Privatsender
Corinna Drumm
[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VOP

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel