• 05.09.2026, 13:32:02
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FPÖ – Brückl zu Wiederkehr: „Kopftuch hat an unseren Schulen generell nichts verloren“

„Der Minister fabuliert seit seinem Amtsantritt permanent von Pilotprojekten, dabei hat er aber keine Antworten auf entscheidende Fragen“

Wien (OTS) - 

„Das bestehende Kopftuchverbot nur für unter 14-jährige Schülerinnen reicht bei Weitem nicht aus. Das Kopftuch hat an unseren Schulen generell nichts verloren, weder bei Schülerinnen noch bei Lehrkräften oder sonstigem Personal. Österreichs Schulen müssen Schutzräume der Freiheit und der Sicherheit sein“, hielt heute FPÖ-Bildungssprecher NAbg. Hermann Brückl zu den Aussagen von NEOS-Bildungsminister Wiederkehr im Ö1-„Journal zu Gast“ fest. Brückl erinnerte daran, dass die freiheitlichen Anträge im Nationalrat zu einem Verbot des politischen Islam und einem generellen Kopftuchverbot an den Schulen allesamt von den Regierungsfraktionen abgelehnt wurden.

„Die Politik der letzten Jahre – auch unter dem NEOS-Bildungsminister – hat ein Biotop aus Respektlosigkeit, Leistungsfeindlichkeit und Gleichgültigkeit geschaffen. Die Hauptursache für diese bedenkliche Entwicklung ist die Massenzuwanderung samt der gescheiterten Integrationspolitik, wobei das symbolträchtigste Beispiel dieses Versagens in Fragen der Integration das Kopftuch darstellt“, erklärte Brückl.

„Der erneute Vorstoß für eine sechsjährige Volksschule ist nichts anderes als das Eingangstor zur sozialistischen Einheits- und Gesamtschule und ein beispielloser Kniefall vor der Mittelmäßigkeit. Damit will Wiederkehr die Differenzierung abschaffen und die Leistung nach unten nivellieren. In Wahrheit ist das ein ideologisch motivierter Angriff auf das bewährte und differenzierte österreichische Schulsystem“, so Brückl.

„Der Minister fabuliert seit seinem Amtsantritt permanent von Pilotprojekten, dabei hat er aber keine Antworten auf entscheidende Fragen: Woher kommen die Lehrkräfte für sechs Jahre Volksschule? Wer entwickelt die neuen Lehrpläne für die 5. und 6. Schulstufe? Von der Einführung der sechsjährigen Volksschule über die Streichung des Sprachunterrichts bis hin zur politischen Indoktrinierung durch Politunterricht herrscht somit bei Wiederkehr ein völliges ‚bildungspolitisches Chaos‘“, kritisierte Brückl und weiter: „Gerade im Bildungsbereich braucht es aber Stabilität, Verlässlichkeit und klare Zielsetzungen statt ideologischer Schnellschüsse zulasten von Schülern, Eltern und Lehrkräften.“

Auch bei den weiteren Reformvorhaben des NEOS-Ministers sieht Brückl mehr Schein als tatsächliche Verbesserungen: „Der sogenannte Chancenbonus soll ausgerechnet jenen Schulen zusätzliche Ressourcen bringen, die mit den Folgen der gescheiterten Integrationspolitik nicht klarkommen. Um es auf den Punkt zu bringen: Jene Schulen, an denen über Jahre schlecht gearbeitet wurde, sollen nun zusätzlich unterstützt werden. Die hohe Zahl an Teilnehmern an der Sommerschule sei ebenso kein Grund zum Feiern, betonte Brückl: „Wenn immer mehr Kinder zusätzliche Sommerschulangebote benötigen, um ausreichende Deutschkenntnisse zu erwerben, ist das kein bildungspolitischer Erfolg, sondern vielmehr ein Alarmsignal.“

Kritisch sieht der FPÖ-Bildungssprecher auch die weitere Digitalisierung im Bildungsbereich: „Es braucht keine weitere Digitalisierung in unseren Volksschulen. Kinder müssen zuerst lesen, schreiben und rechnen lernen, bevor ihnen immer mehr digitale Endgeräte vorgesetzt werden. Ebenso den Ausbau der Ganztagsschule lehnt Brückl in der von Wiederkehr propagierten Form ab: „Die Schule ist keine Betreuungseinrichtung. Die Kernaufgabe der Schule ist die Vermittlung von Wissen, Bildung und Grundkompetenzen.“

„Die entscheidende Frage ist nun: Was ist mit Wiederkehr besser geworden? Was ist für Schüler, Eltern und Lehrer tatsächlich besser geworden?“, fragte Brückl. „Ja, der NEOS-Minister tut etwas, aber er setzt die falschen Schwerpunkte. Er agiert nicht, sondern reagiert, und zwar vielfach erst dann, wenn Probleme längst unübersehbar geworden sind“, so Brückl weiter.

„Die wahren Herausforderungen in unserem Bildungssystem liegen nicht im Bereich von medial inszenierten Auftritten, wie dies der Minister wieder am kommenden Montag in einem Gymnasium vorhat, sondern zeigen sich tagtäglich in Österreichs Klassenzimmern. Vor allem in Wien erleben wir die Realität an den Schulen mit einem massiven Lehrermangel, zunehmenden Sprachdefiziten bei Schülern sowie einem System, das seine Kernaufgabe – die Vermittlung von Grundkompetenzen – immer weniger erfüllen kann“, betonte Brückl.

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