- 03.09.2026, 10:30:32
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E-Control : Strom- und Gaskennzeichnung 2026 bringt Transparenz für Endkund:innen
Anteil der erneuerbaren Energien in der Stromkennzeichnung weiterhin hoch – Anteil der erneuerbaren Gase stagniert auf niedrigem Niveau

Die jährliche Überprüfung der Strom- und Gaskennzeichnung durch die Regulierungsbehörde E-Control hat für die Kennzeichnungsperiode 2025 wieder einen hohen Anteil von erneuerbaren Energieträgern gebracht und liegt mittlerweile bei 87,34%. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert noch einmal etwas angestiegen, wo er bei 86,52% gelegen ist. Der Anteil fossiler Energieträger beträgt 12,71%. Herkunftsnachweise aus Nuklearenergie wurden bei der Kennzeichnung nicht eingesetzt. Das geht aus dem aktuell veröffentlichten Strom- und Gaskennzeichnungsbericht 2026 hervor.
Österreich weiter an der Spitze
Heimische Herkunftsnachweise machten auch 2025 den größten Anteil des Gesamtmixes aus, auch wenn dieser im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist. Im vergangenen Jahr stammten rund 65% der Herkunftsnachweise aus Österreich, im Jahr davor waren es noch 71,35%. Der Rückgang lässt sich vor allem auf die geringere inländische Wasserkraftproduktion zurückführen.
Der größte Anteil der importierten Herkunftsnachweise stammt einmal mehr aus Norwegen mit einem Anteil von 14,6% - im Vorjahr waren es noch 10% - gefolgt von den Niederlanden mit gut 7% und Frankreich mit 2,85%.
„Österreich ist bei der Stromkennzeichnung Vorreiter in Europa, was die Transparenz und Nachvollziehbarkeit des gelieferten Stroms betrifft. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern muss 100% des an Endkund:innen gelieferten Stroms gekennzeichnet und mit Herkunftsnachweisen belegt werden.“
Alfons Haber, Vorstand E-Control
Bei den eingesetzten Herkunftsnachweisen aus erneuerbaren Energieträgern liegt die Wasserkraft mit 55,49% an der Spitze, gefolgt von der Windkraft mit 15,75% und Sonnenenergie mit 10,61%. Insgesamt wurden 129 Stromlieferanten überprüft, 118 davon lieferten ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energieträgern.
Nachweis über den gemeinsamen Handel ist verpflichtend
Stromlieferanten können ihre Herkunftsnachweise von Strom getrennt vom Strom einkaufen, müssen aber eine verpflichtende Angabe darüber machen, inwieweit Herkunftsnachweise gemeinsam gehandelt wurden.
„Damit wird es für die Kund:innen noch einfacher, sich zu orientieren und einen für sie passenden Lieferanten auszuwählen.“
Michael Strebl, Vorstand E-Control
Insgesamt wurden rund 47% der eingesetzten Herkunftsnachweise gemeinsam mit dem Strom beschafft.
Drei Teile für die Stromkennzeichnung
Die Stromkennzeichnung, die von jedem Lieferanten auf der Stromrechnung dargestellt werden muss, besteht aus drei Teilen: die Erzeugungstechnologie des erzeugten Stroms, die Herkunft und den vorhin erwähnten Anteil des gemeinsamen Handels. Die Informationen zur Stromkennzeichnung sind aber auch auf Werbematerialien der Lieferanten zu finden und natürlich auch im Tarifkalkulator der E-Control.
„Vor allem die Information im Tarifkalkulator ist wichtig, damit sich die Konsument:innen bei einem Lieferantenwechsel nicht nur am Preis, sondern zum Beispiel auch an den angebotenen Technologien orientieren können.“
Michael Strebl, Vorstand E-Control
Abbildung: Beispiel für eine Stromkennzeichnung
Gaskennzeichnung noch immer ausbaufähig, ...
Auch für Gaslieferungen gilt – wie bei Strom – eine Kennzeichnungspflicht. Anders als bei Strom kann hier allerdings auch Erdgas unbekannter Herkunft, also ohne Einsatz von Herkunftsnachweisen ausgewiesen werden. Dies war bei 94,47% des an Endkund:innen in Österreich gelieferten Erdgases der Fall.
Erstmal wurden im Berichtsjahr auch Herkunftsnachweise aus österreichischem Erdgas eingesetzt, und zwar zu rund 5%. Der Anteil von Nachweisen aus erneuerbaren Energien lag wie in den Jahren zuvor bei rund 0,15%.
„Beim Einsatz von herkunftsnachweisen bei Gas setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Die Produktion und der Anteil der erneuerbaren Gase stagniert weiterhin auf niedrigem Niveau. Hier gibt es noch viel Luft nach oben.“
Alfons Haber, Vorstand E-Control
Der Großteil des in Österreich produzierten erneuerbaren Gases wird aber nicht über das öffentliche Netz an Endkund:innen geliefert, sondern bereits vor Ort etwa für die Produktion von Strom und Wärme genutzt.
... aber es kommt etwas Dynamik in den Markt
Im Vergleich zu den Vorjahren gewinnt der Markt für erneuerbare Gase in Europa zumindest etwas an Dynamik. Nicht zuletzt aufgrund der Aktivitäten der E-Control und der streng überwachten Regeln für die Erstellung und den Handel der Herkunftsnachweise, entwickeln sich mit mehreren Ländern der EU-Handelsaktivitäten. Diese Länder haben gesetzliche Regeln verankert und erfüllen die Anforderungen der europäischen Richtlinien. Rund 50 GWh an Herkunftsnachweisen wurden so in das Ausland exportiert und können dort für die Gaskennzeichnung eingesetzt werden. Davon gingen jeweils rund ein Drittel nach Lettland, Spanien und Tschechien sowie ein kleiner Anteil in die Schweiz. Aus dem Ausland wurden zwar auch Herkunftsnachweise importiert, aber nicht zur Stromkennzeichnung eingesetzt.
„Was bei Strom gilt, gilt noch viel mehr für Gas: Österreich und die E-Control als zuständige Behörde gilt als Role Model für ganz Europa. Die E-Control zum Beispiel die technischen und organisatorischen Möglichkeiten zusätzlich auf Wasserstoff und Nachhaltigkeit ausgeweitet. Damit schaffen wir auch in diesem Bereich ein verlässliches und betrugssicheres System.“
Alfons Haber, Vorstand E-Control
Neue Nachweisdatenbank implementiert
Mit Mai 2026 wurde eine neue Herkunftsnachweisdatenbank für Gas erfolgreich in Betrieb genommen. Dadurch kann jetzt auf ein modernes System für die Abwicklung der Gaskennzeichnung und der Ausstellung der herkunftsnachweise zurückgegriffen werden. Die neue Datenbank stellt ein technisches und organisatorisches Upgrade dar und bietet neue Möglichkeiten und Vereinfachungen.
Der aktuelle Strom- und Gaskennzeichnungsbericht ist auf der Homepage der E-Control unter folgendem link abrufbar:
https://www.e-control.at/de/publikationen/oeko-energie-und-energie-effizienz/berichte/stromkennzeichnungsbericht
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Mag. Bettina Ometzberger
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