- 01.09.2026, 18:36:32
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FCG-Pensionist:innen: Staatsfonds-Debatte braucht Klarstellung – Zuerst die zweite Säule evaluieren
FCG-Pensionist:innen fordern Transparenz über Kaufkraft, Kosten und tatsächliche Leistungen bestehender Pensionskassen
Die FCG-Pensionist:innen begrüßen die Diskussion über die langfristige Absicherung der Altersvorsorge. Die Überlegungen von Bundeskanzler Stocker zu einem Staatsfonds und die jüngste Stellungnahme der Industriellenvereinigung machen deutlich, dass die Kapitaldeckung verstärkt in den Mittelpunkt der Debatte rückt.
Dabei ist jedoch eine wesentliche Klarstellung notwendig:
Reformen der Kapitaldeckung können sich nur auf die zweite Säule beziehen
Die Diskussion über Staatsfonds und internationale Vorbilder darf nicht den Eindruck erwecken, als stünde die gesetzliche Pensionsversicherung zur Disposition. Die erste Säule bleibt das Fundament der Alterssicherung in Österreich.
Wenn über zusätzliche Kapitaldeckung gesprochen wird, dann kann es sachlich nur um die Weiterentwicklung der bereits heute kapitalgedeckten zweiten Säule – Pensionskassen, betriebliche Kollektivversicherungen und vergleichbare Vorsorgeeinrichtungen – gehen.
Bevor neue Modelle geschaffen werden, muss eine einfache Frage beantwortet werden:
Wie erfolgreich war die bestehende zweite Säule für jene Menschen, die ihr bereits seit Jahrzehnten vertrauen?
Erfahrungen der Leistungsbezieher fehlen
Während Vermögensstände, Veranlagungsergebnisse und verwaltete Milliardenbeträge regelmäßig veröffentlicht werden, fehlen wesentliche Informationen:
- Wie haben sich Firmenpensionen seit dem Pensionsantritt entwickelt?
- Wie hoch sind die tatsächlichen Kaufkraftverluste?
- Welcher Anteil der Veranlagungserträge kommt bei den Pensionistinnen und Pensionisten an?
- Welche Auswirkungen haben Rechnungszins, Schwankungsrückstellungen, Kosten und versicherungstechnische Ergebnisse auf die Auszahlungen?
Mehr Kapitaldeckung bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit
Kapitaldeckung beseitigt Risiken nicht, sondern verlagert sie auf die Versicherten. Neben Kapitalmarkt- und Inflationsrisiken beeinflussen insbesondere Rechnungszins, Schwankungsrückstellungen und Kosten, wie viel von den erwirtschafteten Erträgen tatsächlich pensionswirksam wird.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, wie hoch die Rendite war, sondern wie viel davon letztlich bei den Leistungsbeziehern angekommen ist.
Erfolgreiche Elemente übernehmen
Die FCG-Pensionist:innen sind nicht gegen Reformen. Modelle wie der schwedische AP7-Fonds zeigen, dass kapitalgedeckte Vorsorge kostengünstiger und transparenter organisiert werden kann.
Wesentlich ist jedoch: Auch in Schweden bleibt die gesetzliche Pension die tragende Säule. Die Kapitaldeckung ergänzt den Generationenvertrag – sie ersetzt ihn nicht.
Wenn Österreich internationale Vorbilder heranzieht, sollten insbesondere folgende Grundsätze übernommen werden:
- niedrige Kosten,
- hohe Transparenz,
- nachvollziehbare Leistungsentwicklung,
- größtmögliche Beteiligung der Versicherten an den erwirtschafteten Erträgen.
Generationenvertrag bleibt Fundament
Der Generationenvertrag hat seine Stabilität über Jahrzehnte und selbst unter außergewöhnlichen historischen Belastungen bewiesen. Er bleibt das Fundament der Alterssicherung und ist kein Auslaufmodell.
Transparenz vor Expansion
Bevor über neue Fonds oder einen Ausbau kapitalgedeckter Systeme diskutiert wird, fordern die FCG-Pensionist:innen eine unabhängige Evaluierung der tatsächlichen Leistungsentwicklung der zweiten Säule – insbesondere hinsichtlich Kaufkraftentwicklung, Kosten, Rechnungszins, Schwankungsrückstellungen und der tatsächlichen Pensionsleistungen.
Nicht die Höhe des verwalteten Vermögens ist entscheidend, sondern die Frage, wie viel reale Kaufkraft bei den Pensionistinnen und Pensionisten angekommen ist.
Solange diese Frage nicht transparent beantwortet wird, bleibt die Forderung der FCG-Pensionisten aufrecht: Transparenz vor Expansion.
Rückfragen & Kontakt
Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter
Mag. Denis Strieder, BA
Pressereferent
Telefon: +43 1 534 44-39287
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