- 01.09.2026, 10:50:32
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PVÖ: Arbeitsmarkt nicht bereit für höheres Pensionsalter – Bonus-Malus-System jetzt
Gerstorfer: „Wer länger arbeiten soll, muss auch die Chance auf einen Arbeitsplatz haben.“
Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen nach Ansicht des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), dass eine weitere Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters an der Realität vorbeigeht. Ende August waren 311.448 Menschen arbeitslos gemeldet – um 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen mit 6,3 Prozent; bei Männern betrug der Anstieg lediglich 0,7 Prozent. „Diese Zahlen sind ein unübersehbares Warnsignal. Der Arbeitsmarkt ist nicht bereit für ein höheres gesetzliches Pensionsalter. Wer Menschen länger arbeiten lassen will, muss zuerst sicherstellen, dass sie bis zur Pension tatsächlich beschäftigt werden“, erklärt PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer. ****
Ältere Frauen besonders betroffen
Wie problematisch die Situation ist, zeigt das Älterenbeschäftigungsmonitoring des Sozialministeriums: Im ersten Quartal 2026 waren rund 73.000 Menschen ab 55 Jahren arbeitslos. Die Arbeitslosenquote steigt mit dem Alter deutlich – von 7,5 Prozent bei den 50- bis 54-Jährigen auf 11,2 Prozent bei den 60- bis 64-Jährigen. Bei Frauen zwischen 60 und 64 Jahren hat sich die Arbeitslosenquote innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt: von 3,1 Prozent im ersten Quartal 2023 auf 7,4 Prozent im ersten Quartal 2026. Im März 2026 waren bereits 4.670 Frauen im Alter von 60 Jahren und rund 1.900 Frauen im Alter von 61 Jahren arbeitslos. „Die Anhebung des Frauenpensionsalters darf nicht dazu führen, dass Frauen statt länger beschäftigt einfach länger arbeitslos sind. Hier muss entsprechend gegengesteuert werden. Diese Zahlen zeigen auch: Eine weitere Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters würde die Kosten nur vom Pensionssystem in die Arbeitslosenversicherung verschieben“, warnt Gerstorfer.
Betriebe mit Bonus-Malus-System in die Pflicht nehmen
Der PVÖ fordert daher ein österreichweites Bonus-Malus-System: Unternehmen, die ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einstellen und bis zum gesetzlichen Pensionsalter beschäftigen, sollen finanziell belohnt werden. Betriebe, deren Anteil älterer Beschäftigter deutlich unter einer branchenspezifischen Zielquote liegt, sollen einen finanziellen Beitrag leisten. Ausnahmen soll es für körperlich besonders belastende Berufe, Kleinbetriebe und Start-ups geben. „Nicht das Pensionsalter muss erhöht werden, sondern die Beschäftigung älterer Menschen. Unser Bonus-Malus-System setzt dort an, wo darüber entschieden wird: in den Betrieben“, so Gerstorfer abschließend. (Schluss)
Rückfragen & Kontakt
Pensionistenverband Österreichs
GS Christian Rösner-El-Heliebi, MSc.
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
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