• 30.08.2026, 10:12:02
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Arbeiter:innen mussten in Gewächshaus bei fast 50 Grad, hoher Luftfeuchtigkeit und ohne Belüftung schuften

sezonieri-Kampagne und Gewerkschaft PRO-GE fordern bessere Hitzeschutzmaßnahmen für Arbeiter:innen in der Landwirtschaft und mehr behördliche Kontrollen

Wien. (OTS) - 

Hitzeperioden mit Temperaturen bis zu 41 Grad sind für Arbeitnehmer:innen, die Arbeiten im Freien ausführen, eine extreme Belastung und gesundheitliche Gefährdung. Besonders Land- und Erntearbeiter:innen sind in den Mittags- und Nachmittagsstunden der direkten Sonneneinstrahlung am Feld ausgesetzt, bei gleichzeitiger Verrichtung körperlich belastender Arbeit wie Jäten oder Ernten. Die sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntearbeiter:innen in Österreich kritisiert, dass verpflichtende Schutzmaßnahmen, die laut Hitzeschutzverordnung für Arbeiten im Freien zu treffen sind,von den Betrieben nicht immer oder nur unzureichend umgesetzt werden. Außerdem gebe es zu wenig behördlichen Kontrolle.

„Solche unmenschlichen Arbeitsbedingungen müssen mit allen Mitteln unterbunden werden. Hier geht es um eine hohe Gesundheitsgefährdung und um Menschenleben“, betonen Sónia Melo von der sezonieri-Kampagne und Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE.

Aber auch in Innenräumen kann Hitze lebensgefährlich werden, wie ein krasser Fall in einem Gewächshaus im Wiener Bezirk Simmering verdeutlicht: Arbeiter:innen berichteten der sezonieri-Kampagne von Arbeitstagen im Gewächshaus mit Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad und unter teilweise erhöhter Luftfeuchtigkeit aber mit nur geringer oder keiner Luftbewegung. Laut einer Studie der Arbeiterkammer wären unter diesen Bedingungen nur rund 15 Minuten ununterbrochene Arbeit medizinisch vertretbar.

„Solche Arbeitsbedingungen sind ein immenses Risiko für die körperlich Gesundheit. Hitzschlag, Kollaps und langfristige körperliche Schäden können die Folgen sein. Hinzu kommt das gesteigerte Unfallrisiko, das insbesondere bei der Arbeit mit Maschinen tödlich enden kann“, sagen Melo und Binder. Es brauche daher dringend gesetzliche Verbesserungen, etwa in der land- und forstwirtschaftlichen Arbeitsstättenverordnung, damit Arbeiter:innen auch in Gewächshäusern geschützt werden und Hitzeschutzmaßnahmen nicht vom Willen der Betriebsführung abhängig sind.

Über die sezonieri-Kampagne

Die sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntearbeiter:innen in Österreich hat das Ziel, Erntearbeiter:innen über ihre Rechte zu informieren, sie in der Durchsetzung ihrer bestehenden Rechte zu unterstützen und Selbstorganisierungsprozesse zu fördern. Sie wurde 2014 von der Produktionsgewerkschaft PRO-GE gemeinsam mit Aktivist:innen und NGOs gegründet.

Rückfragen & Kontakt

sezonieri-Kampagne

Sónia Melo

Mobil: 436802044349

E-Mail: [email protected]

www.sezonieri.at

PRO-GE Öffentlichkeitsarbeit

Mathias Beer

Mobil: 0664 6145 920

E-Mail: [email protected]

www.proge.at

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