• 28.08.2026, 09:03:02
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Väteranteil in Karenz bleibt niedrig: AK fordert bessere Rahmenbedingungen für partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung

Linz (OTS) - 

Trotz eines steigenden Anteils von Vätern in Karenz, liegt die Betreuung von Kindern in Oberösterreich weiterhin überwiegend bei den Frauen. Das Wiedereinstiegsmonitoring zeigt, dass Männer zwar insgesamt häufiger Kinderauszeit in Anspruch nehmen, ihre Erwerbsarbeit dafür aber nur kurz oder gar nicht unterbrechen. „Für echte Gleichstellung braucht es Rahmenbedingungen, die längere Karenzzeiten von Vätern fördern und Frauen strukturell entlasten“, so AK-Präsident Andreas Stangl.

Trotz steigender Väterbeteiligung bleibt Kinderbetreuung in Oberösterreich weiterhin überwiegend Frauensache. Das Wiedereinstiegsmonitoring 2026 zeigt zwar einen Anstieg des Männeranteils in Kinderauszeit von 5,7 Prozent im Jahr 2006 auf 13,3 Prozent im Jahr 2023. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass noch immer fast neun von zehn Frauen (86,7 Prozent) die Hauptverantwortung für die unbezahlte Sorgearbeit übernehmen und dafür Erwerbsunterbrechungen in Kauf nehmen. „Die steigende Beteiligung von Vätern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kinderbetreuung und Karenz sowie die damit verbundenen beruflichen Nachteile weiterhin überwiegend von Frauen getragen werden“, so AK-Präsident Andreas Stangl.

Besonders deutlich wird die ungleiche Verteilung bei der Dauer der Karenz. So unterbrechen knapp zwei Drittel (63,7 Prozent) der Männer ihre Erwerbstätigkeit für höchstens drei Monate, knapp ein Viertel (23,7 Prozent) unterbricht trotz Kinderbetreuungsgeld-Bezug die Erwerbsarbeit überhaupt nicht und nur 5,7 Prozent der Väter bleiben länger als sechs Monate in Kinderauszeit. Das sind in absoluten Zahlen 102 Männer.

Es zeigt sich auch ein Zusammenhang zwischen Einkommen und Karenzbeteiligung. Während bei niedrigen Einkommen besonders häufig gar keine Erwerbsunterbrechung erfolgt, nehmen Männer mit höheren Einkommen zwar öfter kurze Karenzzeiten in Anspruch, längere Erwerbsunterbrechungen bleiben aber auch in dieser Gruppe die Ausnahme.

Die Folgen dieser ungleichen Aufteilung sind langfristig gravierend: Frauen reduzieren bei Elternschaft häufiger ihre Arbeitszeit, unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit länger und tragen dadurch ein deutlich höheres Risiko für Einkommensverluste und Altersarmut.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher:

  • eine gerechtere Verteilung unbezahlter Sorgearbeit
  • gleiches Einkommen für gleichwertige Arbeit
  • familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle und Rahmenbedingungen
  • Ausbau der Kinderbildungs- und -betreuungsplätze

Rückfragen & Kontakt

Arbeiterkammer Oberösterreich
Isabell Falkner
Telefon: +43 (0)664/8237996
E-Mail: [email protected]
Website: https://ooe.arbeiterkammer.at/impressum

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