- 26.08.2026, 10:27:02
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Greenpeace: CCS ist teure Scheinlösung – Milliarden in echte Klimaschutzmaßnahmen statt CO₂-Endlager
Warnung vor Milliardenkosten, begrenzten Lagerkapazitäten und Energieverschwendung – Bundesregierung soll Steuergeld in echte Emissionsreduktion statt in CCS stecken
Greenpeace warnt angesichts der Pläne von ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer vor einem milliardenschweren Irrweg bei der Dekarbonisierung der Industrie. Laut Umweltbundesamt könnten 2040 rund 9,2 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr aus österreichischen Industriebetrieben anfallen, während das realistische Speichervolumen in Österreich auf rund 118 Millionen Tonnen geschätzt wird. Bei den hohen CO₂-Abscheidemengen wären die heimischen Lagerstätten damit nach wenigen Jahren voll. Danach soll CO₂ ins Ausland gepumpt und im Meer verpresst werden - mit komplett unklaren Risiken und Langzeitfolgen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, CCS nicht zum zentralen Klimaschutzinstrument zu machen, sondern öffentliche Mittel in Maßnahmen zu investieren, die klimaschädliche Emissionen dauerhaft reduzieren, etwa thermische Sanierung, klimafreundliche Heizungen, erneuerbaren Strom, Elektromobilität und Kreislaufwirtschaft.
Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace „CCS ist keine Klimaschutz-Lösung, sondern eine extrem teure Scheinlösung mit Ablaufdatum. Statt Milliarden in eine Technologie zu stecken, die das Problem auf die nächste Generation verschiebt, muss die Bundesregierung dafür sorgen, dass die klimaschädlichen Emissionen heute und hier reduziert werden.“
CCS als teure Scheinlösung
Die Investitionssummen in die CCS-Technologie sind enorm: Das Umweltbundesamt rechnet bis 2040 mit rund 10,7 Milliarden Euro für Abscheideanlagen und CO₂-Infrastruktur. Hinzu kommt ein hoher Energiebedarf: „Es ist absurd, viel Geld und wertvolle erneuerbare Energie dafür zu verschwenden, CO₂ mit hohem Aufwand einzufangen, zu transportieren und zu lagern, statt dafür zu sorgen, dass überhaupt weniger CO₂ ausgestoßen wird. Viel sinnvoller ist es, das Geld in die Sanierung, erneuerbare Wärme und sauberen Strom zu stecken“, so Duregger.
Unsichere Lagerung & unklare Haftung
Greenpeace kritisiert zudem die offenen Fragen bei langfristiger Lagerung und Haftung. Wenn die heimischen Lagerstätten ausgeschöpft sind, müsste CO₂ zunehmend ins Ausland transportiert und dort gespeichert werden. Wer für Leckagen haftet, die Speicher über Jahrzehnte überwacht und mögliche Folgekosten trägt, bleibt unklar. „Wir dürfen kein milliardenschweres Entsorgungsproblem schaffen, dessen Folgen am Ende die Allgemeinheit und kommende Generationen tragen müssen. Echte Klimapolitik packt das Problem an der Wurzel: Gebäude länger nutzen, sanieren, Heizungen tauschen, Recycling und erneuerbare Energie ausbauen“, sagt Duregger abschließend.
Inhalte auf einen Blick:
Thema/Anlass: Greenpeace-Kritik an den CCS-Plänen der Bundesregierung
Datenbasis/Ergebnis: 10,7 Mrd. Euro Gesamtinvestitionskosten bis 2040; heimische Lager (118 Mio. t Kapazität) bei 9,2 Mio. t jährlichem Ausstoß rasch erschöpft
Hauptforderung: Stopp von CCS als zentrales Klimainstrument; Umschichtung öffentlicher Mittel in Sanierung, Heizungstausch, erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft
Adressat: ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer & Bundesregierung
Quelle: Greenpeace Österreich
Rückfragen & Kontakt
Jasmin Duregger
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