• 24.08.2026, 11:52:02
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  • OTS0058

MAK zeigt "KATERYNA LYSOVENKO. Borderland"

Kateryna Lysovenko, Stille Stunde, 2025 Öl auf Leinwand Courtesy
of the artist and Karma International, Zurich
Wien (OTS) - 

Die in der Ukraine geborene und in Wien lebende Künstlerin Kateryna Lysovenko verbindet in der MAK Ausstellung KATERYNA LYSOVENKO. Borderland (16.9.2026–18.10.2026) die Sprache klassischer Malerei mit aktuellen Fragen der Gegenwart. In teilweise eigens für das MAK geschaffenen Gemälden und ausgewählten Aquarellen stellt Lysovenko verletzliche Körper, hybride Wesen und mythologische Erzählungen heroischen Kriegsnarrativen gegenüber. Sie untersucht die Zusammenhänge zwischen Körper und Ideologie und nutzt das Medium Malerei, um das Leben im Krieg und Exil erfahrbar zu machen. Mit ihren thematischen Explorationen eröffnet sie Räume für gesellschaftliche und politische Imagination.

Lysovenko versteht Malerei als soziale Handlung und politisches Medium. Dabei geht es weniger um die Illustration von Ereignissen als um Methoden, die Welt zu entdecken und zu befragen. Ihre spannungsreiche Bildwelt basiert auf Beobachtungen, Verschiebungen und Fragmenten des Alltags. Die Malerei wird hier zum Werkzeug, um Sichtbarkeit und Wirklichkeit neu zu verhandeln. Bilderzyklen entwickelt sie als überdimensionale Malereien in Öl bzw. Acryl auf Leinwand oder Aquarell auf Papier.

Kateryna Lysovenko arbeitet in ihrer Malerei mit Reduktion und Leerstellen. Farbigkeit wird dabei als eigener Resonanzraum interpretiert. Ausgehend von schwarz-weißen Papierarbeiten fand die Künstlerin im repressiv erlebten akademischen System schließlich zu einer offensiven, polychromen Formensprache. In ihrem nuancierten Farbenspiel verwendet Lysovenko milchige Grau-, Grün- und leuchtende Blautöne sowie intensive Rot-, Orange- und Rosatöne. Sie kreisen um Liebe, Energie und Gefahr, stehen symbolisch für Blut, Leben und Tod oder signalisieren Feuer. Die Aquarelle hingegen zeichnen sich durch eine subtile Farbscala aus. Die Künstlerin betont in ihren Arbeiten eine Verschiebung der Wirklichkeit und führt den Betrachter*innen die Lage der Betroffenen und imaginäre Schauplätze des Geschehens lebhaft vor Augen.

In den eigens für das MAK entstandenen Gemälden thematisiert Lysovenko die Flüsse Dnipro in Kyjiw und Donau in Wien, die beide eine Stadt prägen und als Metaphern politischer Landschaften ins Schwarze Meer fließen. Sie ziehen sich wie Adern, Grenzen und Narben durch die Bilder und transportieren Erinnerungen. Vereinzelt dienen Inseln als Zufluchtsorte und symbolisieren Relikte der Vergangenheit. Das fließende Wasser und die Wogen des Meeres versinnbildlichen Migration, den Wandel politischer Geschichte und stehen für Gemeinschaft und Solidarität.

Im Zentrum von Lysovenkos Malereien und Aquarellen stehen die Figuren. So zeigt die Arbeit Kassandra sieht Troja (2025) die Akteurin inmitten der Landschaft, die sich vor ihr ausbreitet. Das Gemälde Dein Zuhause ist zu dir gekommen (2024) porträtiert eine überwältigte, an einem Tisch sitzende Frau, während sich das Zimmer in ein Kriegsszenario auflöst. Gleichsam als Mahnmal fungieren Schlafende in einem Wald im Gemälde Stille Stunde (2025). Gehüllt in Schlafsäcke und kauernd wirken die Soldat*innen oder Zivilist*innen wie Kokons und Mumien. In der Peripherie scheinen die Ausläufer des Waldes bis in die Unendlichkeit zu reichen.

Die Figuren in Lysovenkos Bildern befinden sich fortwährend in Verwandlung. Durchleuchtet erscheinen sie als Rundformen und embryonale Körper, die sich durch ihre Bilderwelten ziehen. Die Künstlerin fängt dabei insbesondere die Menschlichkeit ihrer Motive ein und portraitiert – im Gegensatz zum Sozialistischen Realismus – entheroisierte Körper, Chimären und Organismen, die keine Opfer, sondern Handlungen des Widerstandes darstellen und die Verletzlichkeit der Bürger*innen unterstreichen.

Kateryna Lysovenko (*1989, Kyjiw, Ukraine) ist 2022 nach Österreich geflüchtet und zählt zu den bedeutendsten aufstrebenden Maler*innen der jungen Generation. Sie studierte am Odesa Grekov Art Professional College sowie an der National Academy of Fine Arts and Architecture (NAFAA), Kyjiw. Ihre Ausstellungen fanden u. a. im CAC Contemporary Art Centre, Vilnius (2026), im Salzburger Kunstverein (2026), im Museum of Modern Art, Warschau (2025), und im Kunstverein Hannover (2025) statt. Aktuell ist sie auf der Manifesta 16 Ruhr vertreten.

Anlass für die MAK Ausstellung ist der Münze Österreich Preis, mit dem Kateryna Lysovenko im Rahmen der viennacontemporary 2025 ausgezeichnet wurde.

Pressefotos stehen unter MAK.at/presse zum Download bereit.


Pressekonferenz

Dienstag, 15.9.2026, 10 Uhr


Eröffnung

Dienstag, 15.9.2026, 19 Uhr
Eintritt frei zur Ausstellungseröffnung

Ausstellungsort
MAK Forum
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien


Ausstellungsdauer

16.9.2026–18.10.2026


Öffnungszeiten

Di 10–21 Uhr, Mi bis So 10–18 Uhr


Kuratorin

Bärbel Vischer, Kustodin MAK Sammlung Gegenwartskunst


Rahmenprogramm zur Ausstellung

laufend aktualisiert unter MAK.at/katerynalysovenko


MAK Eintritt

Ꞓ 19/18*
ermäßigt Ꞓ 15,50/14,50*
jeden Dienstag 18–21 Uhr: Eintritt Ꞓ 9,50/8,50*
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19
* Ticketpreis im Online-Vorverkauf

Rückfragen & Kontakt

MAK Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)
T +43 1 71136-213, [email protected]

Sandra Hell-Ghignone
T +43 1 71136-212, [email protected]

Marylise Larunsi
T +43 1 711 36-210, [email protected]

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