• 24.08.2026, 10:44:02
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Mehr als 17.000 Schmetterlinge gezählt: Kaisermantel ist Hochsommer-Sieger der Großen Schmetterlingszählung Österreichs

Nennenswert waren auch die Nachweise des Wegerich-Scheckenfalters
(Melitaea cinxia) in Wien. Der letzte historische Nachweis der Art
in Wien stammte aus dem Jahr 1950.
Wien (OTS) - 

Drei Wochen lang hieß es in ganz Österreich: Augen auf und Schmetterlinge zählen. Mehr als 1.000 Menschen beteiligten sich vom 20. Juli bis 9. August 2026 an der Großen Schmetterlingszählung von Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung und „Natur im Garten“. Für die Zählung galt es, 15 Minuten lang Schmetterlinge an einem sonnigen Ort zu beobachten und die Funde über die App „Schmetterlinge Österreichs“ zu erfassen. Insgesamt kamen so 17.456 Schmetterlingssichtungen zusammen. Am häufigsten gemeldet wurde der Kaisermantel mit 1.981 Sichtungen, gefolgt vom Großen Ochsenauge mit 1.723 und dem Russischen Bären mit 1.423 Sichtungen. Die Große Schmetterlingszählung ist Teil des Citizen-Science-Projekts „Schmetterlinge Österreichs“.

Die zehn am häufigsten gemeldeten Schmetterlingsarten der Großen Schmetterlingszählung 2026:

  1. Kaisermantel: 1.981 Meldungen
  2. Großes Ochsenauge: 1.723 Meldungen
  3. Russischer Bär: 1.423 Meldungen
  4. Kleiner Kohl-Weißling: 1.149 Meldungen
  5. Hauhechel-Bläuling: 1.127 Meldungen
  6. Distelfalter: 518 Meldungen
  7. Kleines Wiesenvögelchen: 465 Meldungen
  8. Admiral: 456 Meldungen
  9. Graubindiger Mohrenfalter: 416 Meldungen
  10. Taubenschwänzchen: 330 Meldungen

Die eingegangenen Sichtungen werden aktuell für den Jahresbericht 2026 fachlich verifiziert. Daher kann es bei den angeführten Ergebnissen noch zu geringfügigen Änderungen kommen.

Dr. Peter Huemer, Schmetterlingsexperte der Tiroler Landesmuseen, erläutert: „Admiral und Taubenschwänzchen schaffen seit einigen Jahren die Überwinterung in den Alpen und profitieren zweifellos von milderen Wintern. Beide Arten sind aber grundsätzlich im Juli und August häufiger. Das trifft vor allem auch für den Kaisermantel zu, der eine typische Hochsommerart mit nur einer jährlichen Generation ist und daher um diese Jahreszeit besonders häufig vorkommt.“

Zehn Jahre Schmetterlingsapp

Das Citizen-Science-Projekt „Schmetterlinge Österreichs“ ist mittlerweile zehn Jahre alt. Seit dem Start der Schmetterlingsapp 2016 wurden 1.241.511 Schmetterlingsfunde in ganz Österreich gemeldet. Mit 31.057 App-User:innen gehört die App „Schmetterlinge Österreichs“ zur einer der größten Schmetterlingsplattformen Europas.

Daten für Forschung und Rote Listen

Die über die Schmetterlingsapp gesammelten Daten fließen anonymisiert über die Tiroler Landesmuseen in die GBIF (Global Biodiversity Information Facility), die weltweit größte Biodiversitätsdatenbank. Darüber hinaus werden die Daten für die Erstellung der Roten Listen in Österreich genutzt.

Damit leisten die Citizen Scientists einen wichtigen Beitrag dazu, die Verbreitung heimischer Schmetterlinge zu dokumentieren. Dr. Michael Jungmeier, Inhaber des UNESCO Lehrstuhls für das Management von Schutzgebieten an der Hochschule Kärnten und Vorstand Blühendes Österreich, betont: „Wenn tausende Menschen Schmetterlinge beobachten und melden, entsteht über die Jahre ein Datenschatz, der Veränderungen sichtbar machen und wichtige Grundlagen für Forschung und Naturschutz liefern kann.“

Welchen Wert dieser Datenschatz hat, zeigt die nun vorliegende wissenschaftliche Auswertung der Schmetterlingsmeldungen aus dem Jahr 2025.

Jahresauswertung 2025

Insgesamt gingen 2025 137.722 Schmetterlingsmeldungen ein. Darunter befanden sich 181 Tagfalterarten und damit rund 84 Prozent aller bisher in Österreich nachgewiesenen Tagfalterarten.

Am häufigsten wurde 2025 das Tagpfauenauge mit 6.415 Meldungen beobachtet. Auf den weiteren Plätzen folgten das Große Ochsenauge mit 5.091 und der Admiral mit 4.345 Meldungen.

Die zehn am häufigsten gemeldeten Schmetterlingsarten im Gesamtjahr 2025:

  1. Tagpfauenauge: 6.415 Meldungen
  2. Großes Ochsenauge: 5.091 Meldungen
  3. Admiral: 4.345 Meldungen
  4. Hauhechel-Bläuling: 3.808 Meldungen
  5. Distelfalter: 3.039 Meldungen
  6. Kleiner Kohl-Weißling: 3.008 Meldungen
  7. C-Falter: 2.931 Meldungen
  8. Zitronenfalter: 2.828 Meldungen
  9. Kaisermantel: 2.782 Meldungen
  10. Kleines Wiesenvögelchen: 2.636 Meldungen

Die meisten Tagfalterarten wurden 2025 in Niederösterreich mit 143 Arten gemeldet. Es folgen Tirol mit 123 und Vorarlberg mit 122 Arten. In der Steiermark wurden 119, in Kärnten 114 und in Oberösterreich 108 Arten dokumentiert. In Wien wurden mit 81 Arten erwartungsgemäß die wenigsten Tagfalterarten festgestellt.

Es wurden insgesamt 2.366 Meldungen von 32 besonders naturschutzrelevanten Tagfalterarten dokumentiert. Dazu zählen Arten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) sowie Arten, die in der Roten Liste der Tagfalter Österreichs als „vom Aussterben bedroht“ oder „stark gefährdet“ eingestuft sind.

Zu den bemerkenswertesten Tagfalter-Funden 2025 zählt der Kardinal (Argynnis pandora). Am 19. Juli gelang ein Nachweis in der Wiener Prater-Hauptallee. Klimatische Veränderungen und günstige Witterungsverhältnisse dürften zu den vermehrten Nachweisen beigetragen haben.

Nennenswert waren auch die Nachweise des Wegerich-Scheckenfalters (Melitaea cinxia) in Wien. Der letzte historische Nachweis der Art in Wien stammte aus dem Jahr 1950. Mittlerweile liegen wieder einzelne Funde aus dem Wiener Stadtgebiet vor, unter anderem aus dem Lainzer Tiergarten und der Lobau.

Ein bedeutsamer Fund gelang am 18. August im 18. Wiener Gemeindebezirk: Erstmals wurde der Pelargonien-Bläuling (Cacyreus marshalli) in Wien nachgewiesen. Über die Schmetterlingsapp waren zuvor Erstnachweise für Kärnten, Vorarlberg und Niederösterreich dokumentiert worden. Damit ist die Art mittlerweile in allen österreichischen Bundesländern mit Ausnahme von Oberösterreich und dem Burgenland nachgewiesen.

Schmetterlingsexperte DI Dr. Helmut Höttinger erklärt: „Der Pelargonien-Bläuling stammt ursprünglich aus Südafrika und wurde vor über 35 Jahren vermutlich mit Zierpflanzenimporten nach Europa eingeschleppt. Die Raupen ernähren sich von Pelargonien-Arten. Er kann den Winter im Freiland in Österreich jedoch nicht überstehen und ist somit nicht bodenständig. Daher gilt es, Pelargonien in Parkanlagen, Gärten und auf Balkonen besonders im Blick zu behalten und Beobachtungen über die App zu melden. Jede Meldung hilft dabei, die weitere Ausbreitung der Art besser zu dokumentieren.“

Kooperation für Österreichs Schmetterlinge

Mit ihrer Kooperation schaffen Blühendes Österreich und „Natur im Garten“ eine europaweite naturschutzfachliche und wissenschaftliche Leuchtturmzusammenarbeit zwischen einer öffentlichen und einer privatwirtschaftlichen Institution.

Christa Lackner und Matthias Wobornik, Geschäftsführung von „Natur im Garten“, betonen: „Der beste Schutz für Schmetterlinge beginnt vor der eigenen Haustür – mit mehr Natur in Gärten, auf Balkonen, Terrassen und in öffentlichen Grünräumen. Es freut uns sehr, Teil des Citizen-Science-Projekts zu sein und uns gemeinsam mit Blühendes Österreich mit gebündelter Kraft für Umwelt-, Klima- und Artenschutz zu engagieren.“

Der vollständige Jahresreport 2025 mit Detailauswertungen für jedes Bundesland steht hier zum Download bereit: Schmetterlinge Österreichs - Jahresauswertungen der Schmetterlingszählungen | Blühendes Österreich

Jahresauswertung 2025 "Schmetterlinge Österreichs"

Rückfragen & Kontakt

Maria Anna Duda

Leitung Kommunikation Blühendes Österreich
Telefon: 0676/7117450
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bluehendesoesterreich.at

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