• 20.08.2026, 08:57:02
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LVwG OÖ kritisiert Abnahme der 66 Schafe nicht inhaltlich!

Sofortige physische Abnahme oft nicht möglich/ Pfotenhilfe hofft auf VwGH/Schafe teils kachektisch und extrem von Parasiten befallen / Erschütternde Fotos in veröffentlichten Akten

Lochen/Steinerkirchen (OTS) - 

Der Fall ist komplex und erfordert eine höchstgerichtliche Judikatur: am 20. April 2026 hat der Tierschutzhof Pfotenhilfe auf Anfrage der Bezirkshauptmannschaft Wels-Land 49 abgenommene Schafe aus Steinerkirchen an der Traun (OÖ) abgeholt. Vor dem Stall wurden die Mitarbeiter schon vom Anwalt des Tierhalters und Medienvertretern empfangen und mit Fragen zum Zustand der Tiere konfrontiert. Die Pfotenhilfe hatte mit dem Fall allerdings zuvor nichts zu tun und konnte sich erst im Stall ein Bild der Lage machen, die sich - im Verhältnis zu Fällen, bei denen die Pfotenhilfe üblicherweise von Behörden gerufen wird - zunächst als relativ harmlos darstellte. Auf den ersten Blick waren nur wenige zu dünn. Ansonsten konnte man angesichts einer möglichst zügigen Verladung in der kurzen Zeit kaum etwas von außen feststellen. "Auffällig war allerdings, dass der Stall an diesem vorher angekündigten Termin ganz frisch und tief eingestreut war und die Schafe ausreichend Heu hatten. Einige Tage später sah die Sache allerdings schon wieder ganz anders aus und man konnte deutlich erkennen, dass die Situation nicht der Realität entsprach", so Pfotenhilfe-Sprecher Jürgen Stadler, der selbst vor Ort war.

Erster Eindruck war trügerisch - Zustand der Schafe viel dramatischer als zunächst angenommen

In den Wochen danach stellte sich die Sache allerdings zunehmend dramatischer dar: "Der erste Schock kam nach der längst überfälligen Schur", sagt Stadler: "Ein Teil der Schafe war kachektisch, also so extrem und krankhaft abgemagert, dass der Körper nicht nur Fettreserven, sondern massiv auch Muskelgewebe verloren hatte. Zudem waren die Schafe so stark von Parasiten befallen, dass unser Tierarzt schon drei Entwurmungen durchführen musste! Leider sind aufgrund des kritischen Gesundheitszustands auch nach der Abnahme Tiere verstorben."

Urteil kritisiert ausschließlich, dass die 66 Schafe nicht sofort abtransportiert wurden!

Der Anwalt des Halters brachte Beschwerden gegen die Abnahme und mehrere Behördenbescheide ein. Am 11.6.2026 fanden dazu öffentliche Verhandlungen am LVwG OÖ statt, am 6.8.2026 wurden die Entscheidungen gefällt: Neben rechtskräftigen Bestätigungen zweier Fälle von Tierquälerei, die alleine schon für ein Tierhaltungsverbot reichen würden und zu denen sich erschütternde Fotos in den veröffentlichten Akten finden, wurde in einem Urteil die Abnahme von 66 Schafen wegen Gefahr im Verzug am 5.3.2026 als rechtswidrig gesehen. Allerdings hat das Gericht nicht den Grund für die Abnahme kritisiert, sondern ausschließlich die Tatsache, dass die Behörde die 66 Schafe nicht unverzüglich abtransportieren ließ. "Besonders interessant ist das Faktum, dass von den 66 Schafen am 20.4.2026 von uns nur mehr 49 abgeholt werden konnten, von denen allerdings zwei definitiv nach dem 5.3.2026 geboren wurden. Wo sind also die fehlenden 19 Schafe?", wundert sich Stadler.

Urteil für Pfotenhilfe nicht nachvollziehbar

Stadler kann das Urteil nicht nachvollziehen: "Wie soll denn eine Behörde das schaffen, wenn oft in ganz Oberösterreich nicht einmal ein Platz für einen einzelnen abgenommenen Hund gefunden wird? Diese müssen meist bis nach Wien transportiert werden! Zudem geht aus dem Akt hervor, dass der Halter massiv gegen den Abtransport interveniert habe und sogar einen Viehhändler dazu gebracht habe, seine Zusage wieder zurückzuziehen! Dieser Fall muss unbedingt vor einem Höchstgericht geklärt werden. Wir sind sowieso schon todunglücklich darüber, dass Behörden bei Tierleid oft nur sehr zögerlich einschreiten. Wenn dieser Fall Schule macht, befürchten wir zukünftig noch lascheres Einschreiten, was eine weitere Ausweitung und Verlängerung von Tierleid bedeuten würde!"

Presseaussendung des LVwG OÖ vom 12.8.2026, die den komplexen Fall auch für Nicht-Juristen kurz und verständlich erklärt: https://www.lvwg-ooe.gv.at/Mediendateien/Medienmitteilung_LVwG-080012_LVwG-080013.pdf

Urteil des LVwG OÖ vom 7.8.2026 über mehrere Tierquälereistrafen mit erschütternden Fotos aus dem Akt: https://www.lvwg-ooe.gv.at/Entscheidungen/2026/000849_10.pdf

Urteil des LVwG OÖ vom 6.8.2026 zur Abnahme von 66 Schafen am 5.3.2026 mit Fotos aus dem Akt: https://www.lvwg-ooe.gv.at/Entscheidungen/2026/080012_28.pdf

Am 10.9.2026, 9 Uhr ist am LVwG OÖ eine Verhandlung über die Beschwerde gegen das Tierhaltungsverbot anberaumt. Als Zeuge geladen ist unter anderem Pfotenhilfe-Mitarbeiter Jürgen Stadler.

Rückfragen & Kontakt

Verein PFOTENHILFE
Jürgen Stadler
Telefon: +436648485550
E-Mail: [email protected]

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