• 19.08.2026, 11:50:04
  • /
  • OTS0077

Dürre: Kleinwasserkraft-Branche fordert Ende des EKB-S und Kompensation

Wien (OTS) - 

Die Kleinwasserkraft-Branche steht aufgrund der geringen Niederschläge in den vergangenen Monaten unter finanziellem Druck. Während Entschädigungen für Branchen wie die Landwirtschaft aktuell diskutiert werden, bleibt die Kleinwasserkraft bislang unberücksichtigt. Kleinwasserkraft Österreich fordert einen Ausgleich für klimabedingte Ertragsausfälle sowie die Abschaffung des rechtlich fragwürdigen Energiekrisenbeitrag-Strom.

Die Kleinwasserkraft auf dem Trockenen

Die letzten zwölf Monate waren die trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen. Das hat auch die Kleinwasserkraft zu spüren bekommen. Besonders im Osten Österreichs gab es derart wenig Niederschlag, dass einzelne Kraftwerke in den letzten Wochen abgeschaltet werden mussten, um die vorgeschriebene Mindestwassermenge einzuhalten und dadurch den ökologischen Verpflichtungen nachzukommen.

Bereits im Winterhalbjahr gab es zu wenig Niederschlag, das setzte sich im Frühling fort. Im Sommer gab es bisher so gut wie keinen. Dadurch steuern einzelne Kraftwerke auf teils unter 50 % der Jahresproduktion und entsprechend niedrigen Ertrag zu.“ erklärt Dr. Paul Ablinger, Geschäftsführer der Branchenvertretung Kleinwasserkraft Österreich.

Strom ist für unsere heutige Gesellschaft fundamental wichtig. Während für die Landwirtschaft Hilfspakete diskutiert werden, ist die Kleinwasserkraft bisher kein Thema. Dass anstatt Verluste zu kompensieren weiterhin Umsätze abgeschöpft werden, ist völlig inakzeptabel. Dass das Ganze in einem Krisenjahr unter dem Titel Krisenbeitrag läuft, ist absurd!, so Ablinger weiter. Der ausbleibende Niederschlag ist eines der vielen Symptome des vom Menschen verursachten Klimawandels. Die Kleinwasserkraft als Branche, die sich in vollem Umfang für emissionsfreie, leistbare Energie und damit auch für den Wirtschaftsstandort Österreich einsetzt, zu entschädigen, wäre ein Zeichen von Verantwortung und Fairness seitens der Politik.

Verringerte Erlöse, verringerter Ausbau

Der Betrieb eines Kleinwasserkraftwerks ist kein Selbstzweck: Er dient in erster Linie der Versorgung Österreichs mit klimafreundlichem, heimischem Strom. Darüber hinaus sind Kleinwasserkraftwerke netzdienlich, ökologisch verträglich und oft inselbetriebs- und schwarzstartfähig, können also im Falle eines Blackouts zur Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der Stromversorgung dienen.

Um unsere Energieziele zu erreichen, sind bestehende Kraftwerke zu modernisieren sowie neue zu errichten. Potenzial ist ausreichend vorhanden. Ausbleibende Erlöse gepaart mit einer Vielzahl an Abgaben und überschießenden Auflagen stehen dem jedoch entgegen., erklärt Ablinger. Die initialen Kosten für den Bau eines Kleinwasserkraftwerks sind hoch, werden allerdings durch die hohe Laufzeit von teils mehr als 100 Jahren ausgeglichen. Gerade die Anfangskosten sind jedoch ein Knackpunkt für den Betrieb. Wir müssen jetzt investieren, um einen langfristig Nutzen generieren zu können. Anstatt nach wie vor klimaschädliches Verhalten zu subventionieren, wären die Förderungen bei zukunftsstarken Technologien weitaus besser aufgehoben.

Umsatzabschöpfung statt notwendiger Unterstützung

Neben den entgangenen Erlösen setzen auch die finanziellen Abgaben Betreiber*innen unter Druck. Allem voran der Energiekrisenbeitrag-Strom (EKB-S), der sogenannte „Übergewinne“ abschöpfen soll, erschwert Investitionen in unsere Energiezukunft enorm. Rechtsexpert*innen sind der Ansicht, dass der EKB-S ohnehin verfassungswidrig ist. Aus Sicht von Kleinwasserkraft Österreich ist diese Abgabe mit sofortiger Wirkung zu streichen, insbesondere für jene Kraftwerke, die aufgrund der Dürre mit ausbleibenden Erlösen zu kämpfen haben., fordert der Präsident des Vereins Kleinwasserkraft Österreich, Mag. Hannes Taubinger.

Österreich hat mit einem angespannten Budget zu kämpfen. Gerade deshalb ist es wichtig, jetzt die richtigen Hilfsmaßnahmen zu beschließen und entgangene Erträge zu kompensieren.

Die in der Vergangenheit durch den EKB-S abgeschöpften Erlöse sollten für eine schnelle, unbürokratische Hilfe herangezogen werden, um die klimabedingten Ertragsausfälle zu kompensieren. Diese Maßnahme wäre zugleich ein Konjunkturmotor – in mehrfacher Hinsicht: Investitionen in die Kleinwasserkraft kurbeln die heimische Wirtschaft an. Sie schützen bestehende und schaffen neue Arbeitsplätze und sorgen für leistbare, faire Strompreise für die Verbraucher. Das ist aber nur dann möglich, wenn durch fehlende Klimapolitik verschuldete Erlösausfälle kompensiert werden. Von ohnehin massiv geschrumpften Umsätzen noch abzuschöpfen, grenzt ans Absurde!, so Taubinger abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Kleinwasserkraft Österreich
Dr. Paul Ablinger
Telefon: 0664/88253348
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.kleinwasserkraft.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KWK

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel