- 19.08.2026, 10:32:02
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Samariterbund: „Mehr humanitäres Engagement ist notwendig!“
Österreich soll Sitz im UN-Sicherheitsrat nutzen, um die Einhaltung des humanitären Völkerrechts einzufordern.
„Der Bedarf an humanitärer Hilfe steigt weltweit von Jahr zu Jahr“, erklärt Samariterbund-Geschäftsführer Andreas Balog, Geschäftsbereich Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit, anlässlich des UN-Tages der Humanitären Hilfe am 19. August 2026. „Als Mitglied der AG Globale Verantwortung schließt sich der Samariterbund den dringenden Empfehlungen an, die der Bundesregierung am Welttag der Humanitären Hilfe übergeben werden: nämlich wie Österreich seine Präsenz im UN-Sicherheitsrat für mehr humanitäres Engagement und die Durchsetzung des Humanitären Völkerrechts nutzen sollte.“
Die Globale Verantwortung, Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe, vertritt als Dachverband die Interessen von 39 österreichischen Organisationen, die in den Bereichen internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe, Friedensförderung und Entwicklungspolitik in 120 Ländern aktiv sind.
Vier Empfehlungen an die Bundesregierung
1. Österreich soll sich im UN-Sicherheitsrat dafür einsetzen, dass das Recht auf Nahrung unbedingt eingehalten wird. Aushungern als Kriegsmethode sowie die Zerstörung von Nahrungsmitteln, Wasservorräten und landwirtschaftlichen Ressourcen müssen verhindert und Verstöße wirksam verfolgt werden.
2. Weiters geht es darum, dafür zu sorgen, dass die Einhaltung des humanitären Völkerrechts von allen Konfliktparteien konsequent eingefordert wird. Medizinische Einrichtungen, Gesundheitspersonal, Patient:innen und humanitäre Helfer:innen müssen geschützt sein und humanitäre Zugänge gewährleistet werden.
3. Darüber hinaus soll Österreich seinen Einfluss nützen, um in der humanitären Abrüstung ein internationales rechtsverbindliches Instrument für autonome Waffensysteme voranzutreiben. Entscheidungen über den Einsatz von Gewalt müssen unter menschlicher Kontrolle bleiben. Die Verantwortung für die Einhaltung des Humanitären Völkerrechts und der Schutz der Zivilbevölkerung dürfen nicht an technische Systeme delegiert werden.
4. Österreich soll die Chance nützen und seine humanitäre Strategie glaubwürdig vertreten, konsequent umsetzen und dementsprechend finanzieren. Österreich soll sich zudem im Sicherheitsrat und in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft für die Einhaltung des Humanitären Völkerrechts, die Umsetzung der UN-Agenda Frauen, Frieden und Sicherheit sowie für einschlägige UN-Klimabeschlüsse und eine Rechenschaftspflicht bei Verstößen einsetzen.
Österreichs Beitrag für Frieden und Sicherheit
Neben zahlreichen anderen österreichischen Organisationen aus dem Bereich Entwicklung und Humanitäre Hilfe leistet auch der Samariterbund seinen Beitrag im Rahmen von humanitären Projekten. Seit Ausbruch des bewaffneten Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine im Februar 2022 unterstützt der Samariterbund die Menschen in der Ukraine, weshalb zeitnah erste Nothilfeprojekte angelaufen sind. Ging es in den ersten beiden Jahren vorrangig darum, Nothilfe in Form von Lebensmitteln und Hygieneprodukten zu leisten, so rückte die Wiederherstellung des Zugangs zu hochwertiger Gesundheitsversorgung in den Vordergrund. Aufgrund des dringenden Bedarfs wurde ein besonderer Fokus auf den Wiederaufbau des Gesundheitssystems gelegt. Ein weiteres Projekt des Samariterbundes stattete daher insgesamt zehn Kliniken, darunter eine Klinik mit Schwerpunkt Kinderonkologie, mit neuen medizinischen Geräten aus und stellte somit den Zugang zu hochwertiger, lebensrettender Gesundheitsversorgung sicher. Erschwert wurde die Umsetzung des Projektes allerdings durch die sich verschlechternde Sicherheitslage in der Ostukraine im Zeitraum 2024-2025, weshalb zwei der zehn Gesundheitseinrichtungen in sicherere Regionen verlegt werden mussten, was wiederum zu vorübergehenden Behandlungsunterbrechungen und veränderter Personalverfügbarkeit geführt hat. Aus diesem Grund unterstützt der Samariterbund implizit die Empfehlung zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts, denn gerade im Bereich der medizinischen Versorgung muss ein sicheres Arbeiten sowohl des medizinischen Personals als auch der humanitären Akteur:innen gewährleistet sein.
Durch die Wahl Österreichs im Juni 2026 als nichtständiges Mitglied in den UN-Sicherheitsrat für die Funktionsperiode 2027-2028 kann Österreich einen wichtigen Beitrag für Frieden und Sicherheit in der Welt leisten und dabei Bezug auf die zahlreichen humanitären Projekte der österreichischen Organisationen nehmen, welche direkte und unbürokratische Hilfe für die Betroffenen leisten.
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ASBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Georg Biron
Telefon: +43 664 46 000 23
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.samariterbund.net
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