• 19.08.2026, 09:30:08
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Fachverband Immobilien: Hitzeschutz braucht Sicherheit und Gesamtstrategie

FV-Obmann Oberndorfer warnt vor isolierter Erleichterung für Klimageräte auch aus technischen Gründen

Wien (OTS) - 

Die Diskussion über Erleichterungen bei der Montage von Klimageräten in Wohnungen greift für den Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WKO zu kurz. Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer warnt insbesondere davor, bei einer wohnrechtlichen Neuregelung technische und sicherheitsrelevante Folgen für bestehende Gebäude außer Acht zu lassen.

„Wenn wir künftig den Eindruck vermitteln, jeder könne einfach ein zusätzliches Klimagerät montieren, ohne die technische Infrastruktur des Gebäudes mitzudenken, schaffen wir möglicherweise neue Probleme“, so Oberndorfer. „Gerade in älteren Gebäuden sind die Elektroinstallationen nicht automatisch darauf ausgelegt, dass immer mehr leistungsintensive elektrische Geräte gleichzeitig betrieben werden. Überlastung und im schlimmsten Fall auch Kabel- oder Elektrobrände stehen im Raum.“

Verantwortung endet nicht an der Wohnungstür

Klimageräte könnten laut Oberndorfer nur ein Teil einer Gesamtstrategie für Klimaschutz und nachhaltiges Wohnen sein. „Die Elektrifizierung unseres Gebäudebestandes ist notwendig und wird weiter voranschreiten. Gerade deshalb braucht es eine professionelle Gesamtplanung statt eines wohnrechtlichen Freibriefs für Einzelmaßnahmen“, betont Oberndorfer. „In einem Mehrparteienhaus endet die Verantwortung nunmehr nicht nur bei der eigenen Wohnungstür, was an einer Stelle installiert wird, kann Auswirkungen auf die Sicherheit aller Bewohner haben. Neben fachgerechter Installation sind auch die Leistungsfähigkeit der bestehenden Elektroinfrastruktur, der Brandschutz und die Wartung mitzudenken, eine plakative wohnrechtliche Änderung alleine ist hier nicht ausreichend.“

Hitzeschutz ist mehr als ein Klimagerät

Oberndorfer warnt, die aktuelle Debatte über den sommerlichen Hitzeschutz auf die erleichterte Montage einzelner Klimageräte zu reduzieren. „Wir brauchen dringend und rasch Lösungen für Wohnungen, die sich während immer längerer Hitzeperioden massiv aufheizen. Aber ein Klimagerät darf nicht die österreichische Hitzeschutzstrategie für den Gebäudebestand sein“, hält Oberndorfer fest. „Die beste Kilowattstunde für die Kühlung ist jene, die gar nicht erst notwendig wird. Das Sanierungspaket liegt mit einem Maßnahmenmix am Tisch, thermische Sanierung, außenliegende Beschattung, Begrünung, effiziente Gebäudetechnik sind jetzt rechtlich zu ermöglichen.“

Gesamtstrategie statt isolierte Einzellösungen

Der Fachverband fordert seit längerem eine umfassende und langfristig verlässliche Sanierungsstrategie für den österreichischen Gebäudebestand. Neben Hitzeschutz stehen Dekarbonisierung, Energieeffizienz, technische Infrastruktur und Leistbarkeit dabei im Mittelpunkt des Pakets.

Mehr als 20 Verhandlungsrunden – Lösungen liegen längst auf dem Tisch

Besonders unverständlich ist für den Fachverband, dass die nunmehrige Diskussion über einzelne wohnrechtliche Erleichterungen losgelöst von der seit Monaten laufenden Expertenarbeit geführt wird. In inzwischen mehr als 20 Experten- und Verhandlungsrunden wurden konkrete und umsetzbare Vorschläge für eine umfassende Sanierungs- und Dekarbonisierungsstrategie erarbeitet. „Die notwendigen Lösungen sind bekannt und liegen auf dem Tisch. Umso weniger nachvollziehbar ist es, dass nun einzelne Themen aus diesem Gesamtprozess herausgelöst und separat behandelt werden sollen“, so Oberndorfer. „Es stellt sich daher die Frage, warum das für den Bereich Wohnen zuständige Ministerium überhaupt eine Expertenrunde eingerichtet hat, wenn die dort gemeinsam erarbeiteten Vorschläge anschließend nicht zur Umsetzung gebracht werden.“

„Wir brauchen jetzt keine weiteren politischen Schleifen, sondern Entscheidungen und die Umsetzung dessen, was gemeinsam erarbeitet wurde. Die Verantwortung dafür liegt beim Ministerium. Statt den seit Monaten laufenden Prozess abzuschließen, wird weiter verzögert und werden neue Einzelthemen aufgemacht. Jetzt ist es an der Zeit, auf die Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Sozialpartnerschaft zu hören und den Weg für eine umfassende Sanierungsstrategie freizumachen. Die nächste Hitze kommt bestimmt – die Österreicherinnen und Österreicher brauchen aber das ganze Jahr über nachhaltigen, sicheren und menschenwürdigen Wohnraum, in dem sie sich wohlfühlen können“, so Oberndorfer abschließend. (PWK389/PAT)

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