• 17.08.2026, 11:49:34
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FPÖ – Kaniak: „97-Prozent-Statistik bei Kassenärzten blendet die Realität der Patienten aus!“

Veralteter Stellenplan und drohende Pensionierungswelle verschärfen Ärztemangel

Wien (OTS) - 

Als „irreführend und eine Beschönigung der tatsächlichen Lage“ kritisierte heute der freiheitliche Gesundheitssprecher und Vorsitzende des parlamentarischen Gesundheitsausschusses NAbg. Mag. Gerhard Kaniak die von Gesundheitsministerium und ÖGK verbreitete Meldung, wonach 97 Prozent aller Kassenstellen in Österreich besetzt seien. Diese Zahl spiegle die Realität der Patienten nicht wider, die mit langen Wartezeiten und Aufnahmestopps bei Ärzten konfrontiert seien.

„Während die Regierung eine hohe Besetzungsquote feiert, suchen viele Patienten wochen- oder monatelang nach einem Facharzttermin und müssen auf teure Wahlärzte ausweichen. Die Statistik verschleiert die wachsende Kluft in der Gesundheitsversorgung. Wir bewegen uns immer stärker in Richtung einer Zwei-Klassen-Medizin, und das ist eine besorgniserregende Entwicklung“, so Kaniak.

Einer der Hauptgründe für diese problematische Situation sei ein veralteter Kassenstellenplan, der den tatsächlichen Bedarf einer gewachsenen Bevölkerung nicht mehr abbilde. „Es ist ein grobes Versäumnis der Gesundheitspolitik, die Augen vor der Realität zu verschließen. Wir haben nicht nur einen überholten Bedarfsplan, sondern stehen auch vor einer massiven Pensionierungswelle: In den kommenden zehn Jahren werden rund 18.000 Ärztinnen und Ärzte das Pensionsalter erreichen. Gleichzeitig stehen einem jährlichen Nachbesetzungsbedarf von mehr als 1.800 Ärzten derzeit lediglich rund 1.300 neu ausgebildete Mediziner gegenüber. Anstatt die Rahmenbedingungen für Kassenärzte endlich zu verbessern und den Nachwuchs zu sichern, treibt man immer mehr Mediziner in die Wahlarztordination. Leidtragend sind jene Patienten, die sich das nicht leisten können oder wollen“, kritisierte der FPÖ-Gesundheitssprecher.

Das wahre Defizit sei jedoch noch dramatischer, wie Kaniak betonte: „Zusätzlich zu den über 300 aktuell unbesetzten Kassenstellen fehlen uns 700 bis 800 Ärzte, nur um das Versorgungsniveau von vor zehn Jahren wieder zu erreichen. Wir sprechen also von einer Lücke von über 1.000 Medizinern, die es unter den heutigen Bedingungen einfach nicht gibt.“

Auch die geplante Errichtung neuer Primärversorgungseinheiten könne das grundlegende Problem nicht lösen. Kaniak erklärte dazu: „Einzelne Leuchtturmprojekte sind gut und schön, aber sie ersetzen keine flächendeckende, funktionierende kassenärztliche Versorgung. Wir brauchen eine grundlegende Reform des Systems, die bei den Ursachen ansetzt: faire Honorare, weniger Bürokratie und einen modernen Bedarfsplan. Gerade im ländlichen Bereich ist eine umfassende Strukturreform unabdingbar, um die Versorgung der Patienten sicherstellen zu können.“

„Statt sich hinter schönen Statistiken zu verstecken, muss SPÖ-Gesundheitsministerin Schumann endlich einen konkreten Zukunftsplan vorlegen. Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive, die sicherstellt, dass unsere jungen Mediziner nach dem Studium auch im Land bleiben und eine Perspektive im Kassensystem finden. Dazu gehört der Abbau von Bürokratie ebenso wie eine faire und moderne Gestaltung der Kassenverträge. Die Zeit des Zuwartens ist vorbei – es geht um die Gesundheit der Österreicher, und die darf nicht länger aufs Spiel gesetzt werden!“

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