- 15.08.2026, 12:19:02
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GPA-Teiber zu IV: „Kahlschlag-Fantasien auf dem Rücken der Beschäftigten lösen kein einziges Standortproblem!“
Gewerkschaft GPA weist Forderungen nach Streichung von Feiertagen und 41-Stunden-Woche scharf zurück
Mit scharfer Kritik reagiert GPA-Vorsitzende Barbara Teiber auf die Forderungen der Industriellenvereinigung Niederösterreich nach einer Streichung von Feiertagen und längeren Arbeitszeiten. „Feiertage streichen, länger arbeiten, später in Pension gehen und im Gesundheitssystem Selbstbehalte einführen: Wenn es nach Teilen der Industrie geht, besteht Standortpolitik offenbar vor allem darin, den Rotstift bei den Beschäftigten anzusetzen“, so Teiber.
„Diese Kahlschlag-Fantasien lösen kein einziges strukturelles Problem des Wirtschaftsstandorts“, betont die Gewerkschafterin. „Wer Anwesenheitszeit mit Produktivität verwechselt, stellt die falsche Diagnose und verschreibt die falsche Medizin. Seit mehr als 30 Monaten steigt die Arbeitslosigkeit, gleichzeitig geht die Zahl der offenen Stellen zurück. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch mehr Stunden am Papier, sondern durch Investitionen, Innovation und höhere Produktivität,“ führt Teiber aus.
Das gelte ebenso für den neuerlichen Angriff auf gesetzliche Feiertage. „Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung wären marginal. Wer behauptet, man müsse nur zwei Feiertage aus dem Kalender streichen und schon seien alle Standortprobleme gelöst, macht aus einer komplexen wirtschaftlichen Lage eine Milchmädchenrechnung. Doch Kürzungsfantasien bei den Beschäftigten ersetzen keine ernsthafte Wirtschaftspolitik“, so Teiber.
„Wer noch dazu glaubt, die Menschen würden nicht einmal merken, dass Stück für Stück an ihren Rechten und Absicherung gesägt wird, hat den Bezug zur Lebensrealität der arbeitenden Bevölkerung längst verloren“, ergänzt Teiber.
Für die Gewerkschafters-Vorsitzende zieht sich durch den gesamten Forderungskatalog ein auffälliges Muster: „Bei Arbeitnehmer sollen Feiertage, Arbeitszeit, Pensionen und Leistungen im Gesundheitssystem zur Debatte stehen. Wenn es aber darum geht, dass Millionäre und große Vermögen einen gerechten Beitrag leisten, ist aus denselben Kreisen verlässlich ein kategorisches ‚Nein‘ zu hören.“
„Wer ständig von den Beschäftigten verlangt den Gürtel enger zu schnallen, kann die Vermögendsten in diesem Land nicht gleichzeitig aus jeder Verantwortung ziehen. Eine Millionärssteuer wäre jedenfalls ein wesentlich gerechterer Beitrag als der nächste Angriff auf Arbeitnehmerrechte“, so Teiber abschließend.
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