- 13.08.2026, 13:28:02
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ARCHITEKTURBAUKÄSTEN 1890–1990: Das MAK lädt zur großen Mitspielausstellung
Ab 7. Oktober in mehreren Räumen des MAK – Eine Ausstellung des DAM – Deutsches Architekturmuseum

Ab 7. Oktober lädt das MAK zur großen Mitspielausstellung ARCHITEKTURBAUKÄSTEN 1890–1990 und verwandelt dafür mehrere Räume des Museums in eine interaktive Spielfläche für Kinder ab vier Jahren und Erwachsene. Rund 70 Architekturbaukästen aus den Jahren 1890 bis 1990, viele davon in Form aufgebauter Modelle präsentiert, zeigen die Vielfalt des historischen Spielzeugs. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die rund 150 Objekte umfassende Privatsammlung des Grafikers Claus Krieger.
Von den einst unzähligen Bauspielsystemen – allein im deutschen Sprachraum produzierten zwischen 1880 und 1960 ca. 900 Firmen – werden mittlerweile nur noch wenige hergestellt. Während heute die meisten Kinder mit Lego aufwachsen, gab es einst eine Fülle von Materialien: Künstlicher Ziegelstein, Holz, Metall, aber auch längst vergessene Stoffe wie Galalith („Milchstein“) und sogar Gummi/Kautschuk kamen zum Einsatz. Vieles davon kann im MAK an acht Spielstationen ausprobiert werden. Ein Highlight ist die Kathedrale aus 4000 Filzbausteinen, die in der Säulenhalle gezeigt wird.
Für die Ausstellung ARCHITEKTURBAUKÄSTEN 1890–1990 haben Prof. Andreas Kretzer von der Hochschule für Technik (HFT) Stuttgart und seine Studierenden die wertvollen Originalbausteine der Kästen „Ingenius“ (in Wiener Patent), „Bâtiss“ und „Skyline“ im vergrößerten Maßstab nachgebildet, um sie „spielbar“ zu machen. Außerdem warten Steine der Systeme „Minibrix“, „Tetek“ und „Dusyma“ sowie der „Kleine Großblockbaumeister“ aus DDR-Produktion auf alle, die Freude am Bauen haben. Auch das Eintauchen in eine virtuelle Modellwelt mittels VR-Brille ist möglich, ebenfalls konzipiert an der HFT und betreut von Prof. Philipp Reinfeld.
Die vom Deutschen Architekturmuseum (Kurator Oliver Elser) konzipierte Ausstellung lenkt den Blick auf drei Aspekte: Baustile/Architekturgeschichte, Kinder und Bauanleitungen.
Baustile/Architekturgeschichte
Die Baukästen zeigten die jeweils neueste Architektur ihrer Epoche. Das beginnt bei den Ankersteinen, die auf die reich geschmückten Bauten der Gründerzeit (nach 1871) reagierten. Auch seinerzeit Umkämpftes wie die moderne Architektur der 1920er Jahre wurde schnell für das Kinderzimmer entdeckt. Der Ingenius-Kasten (1924) des Architekten Wilhelm Kreis, produziert in Wien, nimmt das Motiv des „Molochs Großstadt“ des berühmten Stummfilms Metropolis (1927) vorweg! Die Baukästen waren für das aktive Spiel konzipiert. Keiner zielte darauf ab, dass das fertige Modell ins Regal wandert. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den heutigen Lego-Modellen, die oft als Trophäen enden.
Kinder
Ein weiterer charakteristischer Aspekt sind die Verpackungsabbildungen, auf denen die Kleinen oft hochkonzentriert und nicht sehr gelöst dargestellt sind. Das Spiel ist anstrengend! Die Bauanleitungen sind meist hochkomplex. Sind das überhaupt Spielzeuge, oder richten sich die Kästen eher an Erwachsene? Verpackungen und Anleitungen jedoch sind eindeutig an Kinder adressiert. Sie werden als kleine Erwachsene angesprochen, sollen als „kleine Baumeister“ oder „kleine Architekten“ angespornt und zum geduldigen Spiel erzogen werden. Die Mädchen sind bis auf wenige Ausnahmen nur als Zuschauerinnen dargestellt, was sich erst ab den 1960er Jahren allmählich ändert.
Bauanleitungen
Um das heutige Publikum zu schonen, haben alle Kästen an den Spieltischen einheitlich gezeichnete Bauanleitungen im bewährten IKEA-Stil erhalten. Die historischen Bauanleitungen hingegen sind eine echte Herausforderung. Viele Kästen eignen sich überhaupt nicht zum freien Spiel. Ohne Bauanleitungen keine Erfolgserlebnisse. Das verwundert, denn die Ur-Bauklötzchen des Reformpädagogen und Kindergarten-Gründers Friedrich Fröbel (1782–1852) waren auf Experiment und tastendes Erfahren hin ausgelegt.
Rahmenprogramm
Das MAK begleitet die Ausstellung mit einem Workshop-Programm für Schüler*innen und alle baufreudigen Besucher*innen. Architekturwettbewerbe werden im kleinen Maßstab ausgetragen, und in kleinen Teams wird nach experimentellen Aufgabenstellungen entworfen. Die Faszination des Bauens mit historischen Architekturbaukästen wird gemeinsam erfahrbar, und zusätzlich darf auch jede Menge Lego und Bioblo zum Einsatz kommen.
Nach der ersten Station im Deutschen Architekturmuseum ist die Ausstellung vom 7.10.2026–14.3.2027 im MAK zu sehen.
Zur Ausstellung im DAM erschien der Katalog 111 Architekturbaukästen. Sammlung Claus Krieger, Berlin: Jovis Verlag 2025. Deutsch, 272 Seiten, 500 Abbildungen, erhältlich im MAK Design Shop und unter MAKdesignshop.at um 38 Ꞓ.
Die Konzeption der Ausstellung im DAM wurde großzügig durch die IKEA-Stiftung unterstützt.
Eine ausführliche Presseinformation mit einer Beschreibung ausgewählter Baukästen sowie Pressefotos stehen unter MAK.at/presse zum Download bereit.
Pressekonferenz
Dienstag, 6.10.2026, 10 Uhr
Wir ersuchen um Anmeldung unter [email protected]
Eröffnung
Dienstag, 6.10.2026, 19 Uhr
Eintritt frei zur Ausstellungseröffnung
Ausstellungsort
MAK Säulenhalle, MAK Kunstblättersaal und DIREKTION FÜR ALLE!
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
Ausstellungsdauer
7.10.2026–14.3.2027
Öffnungszeiten
Di 10–21 Uhr, Mi bis So 10–18 Uhr
Gastkurator
Oliver Elser, DAM – Deutsches Architekturmuseum
Rahmenprogramm
Alle Details zum Rahmenprogramm und zur Anmeldung zu den einzelnen Programmpunkten unter MAK.at/architekturbaukaesten
MAK Eintritt
Ꞓ 19/18*; ermäßigt Ꞓ 15,50/14,50*; jeden Dienstag 18–21 Uhr: Eintritt Ꞓ 9,50/8,50*
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19
* Ticketpreis im Online-Vorverkauf
Rückfragen & Kontakt
MAK Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)
T +43 1 71136-213, [email protected]
Sandra Hell-Ghignone
T +43 1 71136-212, [email protected]
Marylise Larunsi
T +43 1 711 36-210, [email protected]
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