• 12.08.2026, 08:20:02
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GBH zum steirischen Hitzegipfel: Jetzt konkrete Maßnahmen für Beschäftigte am Bau setzen

Klimawandel verändert Arbeitswelt - Bauarbeitervertretung muss mit an den Tisch

Graz (OTS) - 

Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) begrüßt den für 20. August angekündigten Hitzegipfel der steirischen Landesregierung und fordert konkrete Maßnahmen für Beschäftigte, die bei großer Hitze im Freien arbeiten. GBH-Bundesvorsitzender Abg. z. NR Josef Muchitsch fordert das Land auf, bei Bauaufträgen in seinem Einflussbereich auf Pönalen bei hitzebedingten Arbeitsunterbrechungen zu verzichten und einen Arbeitsbeginn ab 5 Uhr bei großer Hitze in der gesamten Steiermark zu ermöglichen. Gleichzeitig fordert die GBH, als Vertretung der Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter in den Hitzegipfel eingebunden zu werden.

Die GBH vertritt mit den Bauarbeiterinnen und Bauarbeitern eine Berufsgruppe, die von zunehmenden Hitzewellen besonders betroffen ist. Sie bringt langjährige Erfahrung, Daten und vor allem das Wissen direkt von den Baustellen mit. Wer über wirksamen Hitzeschutz berät, muss deshalb auch die Vertretung der Beschäftigten an den Tisch holen. „Der Klimawandel verändert unsere Arbeitswelt. Deshalb müssen wir auch den Arbeitnehmerschutz weiterentwickeln und die Arbeitsbedingungen anpassen. Wer über Hitzeschutz spricht, darf auf jene Menschen nicht vergessen, die bei 30, 35 Grad und mehr im Freien arbeiten. Unsere Bauarbeiter können der Hitze nicht ausweichen. Die Gesundheit der Beschäftigten muss über jedem Fertigstellungstermin stehen“, sagt Muchitsch.

Keine Pönalen für Hitzeschutz

Betriebe dürfen bei Bauaufträgen im Einflussbereich des Landes nicht bestraft werden, wenn Arbeiten aufgrund großer Hitze zum Schutz der Beschäftigten unterbrochen oder Arbeitszeiten angepasst werden. „Es kann nicht sein, dass ein Betrieb seine Beschäftigten vor extremer Hitze schützt und dafür eine Pönale zahlen muss, weil sich die Bauzeit verlängert. Das Land hat hier selbst einen Hebel in der Hand. Hitzeschutz muss bereits bei Ausschreibungen und Bauzeitplänen berücksichtigt werden. Wer seine Beschäftigten schützt, darf keinen wirtschaftlichen Nachteil haben. Im Gegenteil: Unternehmen, die Verantwortung übernehmen, müssen einen Wettbewerbsvorteil erhalten“, fordert Muchitsch.

Arbeitsbeginn ab 5 Uhr in der gesamten Steiermark ermöglichen

An besonders heißen Tagen sollen die kühleren Morgenstunden stärker genutzt werden können, um die Belastung für die Beschäftigten zu reduzieren. „Wenn für den Nachmittag 35 Grad und mehr vorhergesagt werden, müssen wir Arbeit anders organisieren können. Jede Stunde, die wir aus der größten Tageshitze in die kühleren Morgenstunden verlegen können, hilft unseren Kolleg:innen auf den Baustellen“, sagt der steirische GBH-Landesgeschäftsführer Andreas Linke.

Die GBH fordert deshalb eine steiermarkweit einheitliche Lösung, die bei großer Hitze einen Arbeitsbeginn bereits ab 5 Uhr ermöglicht.

Der steirische GBH-Landesvorsitzende Christian Supper: „Es darf beim Hitzeschutz keinen Unterschied machen, in welcher steirischen Gemeinde gerade gebaut wird. Wir brauchen eine einheitliche Lösung für die gesamte Steiermark. Das schafft Klarheit für Beschäftigte, Betriebe und Auftraggeber. Wir wissen aus erster Hand, was Hitze auf den Baustellen bedeutet und welche Maßnahmen in der Praxis funktionieren. Dieses Wissen wollen wir beim Hitzegipfel einbringen. Wer über die Bauarbeiter:innen spricht, sollte auch mit ihrer Vertretung sprechen.“

GBH: „Kein Bautermin darf wichtiger sein als die Gesundheit“

Für die GBH muss der Hitzegipfel konkrete Ergebnisse bringen. Hitzewellen werden die Arbeitswelt künftig noch stärker fordern. Deshalb müssen Arbeitnehmerschutz und Arbeitsorganisation an den Klimawandel angepasst werden. Keine Pönalen bei hitzebedingten Arbeitsunterbrechungen und ein Arbeitsbeginn ab 5 Uhr bei großer Hitze sind zwei konkrete Maßnahmen, die sofort helfen können.

Muchitsch richtet auch eine klare Botschaft an all jene, die trotz extremer Temperaturen auf die Einhaltung von Bauzeiten drängen: „Kein Bautermin darf wichtiger sein als die Gesundheit der Beschäftigten. Bei 35 Grad und mehr körperlich schwer zu arbeiten, ist unmenschlich. Und wer glaubt, dass man bei solchen Temperaturen einfach weiterarbeiten kann, den lade ich gerne ein, nur eine Stunde mit unseren Kollegen auf einer Baustelle mitzuarbeiten. Ich bin überzeugt: Danach sieht die Diskussion ganz anders aus.“

Das Land Steiermark habe gerade bei eigenen und landesnahen Bauprojekten die Möglichkeit, mit gutem Beispiel voranzugehen. Die GBH abschließend: „Die Steiermark kann hier zeigen, wie wir Arbeitnehmer:innenschutz an den Klimawandel anpassen und gleichzeitig verantwortungsvolle Betriebe stärken. Wir bringen die Erfahrung von den Baustellen und konkrete Lösungen mit. Dieses Wissen sollte das Land beim Hitzegipfel nutzen.“

Über die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH):

Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) ist die österreichische Gewerkschaft für rund 240.000 Beschäftigte in der Bau-, Holz- und Steinbranche. Sie verhandelt Kollektivverträge, setzt sich für faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit ein und kämpft für faire öffentliche Vergaben sowie konsequent gegen Lohn- und Sozialdumping. Ziel ist der Schutz der Beschäftigten und fairer Wettbewerb für jene Betriebe, die sich an die Regeln halten. Bundesvorsitzender der GBH ist Josef Muchitsch.

Rückfragen & Kontakt

GBH-Presse

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0664 614 55 17

E-Mail: [email protected]

Website: www.gbh.at

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