• 11.08.2026, 10:47:32
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Österreichischer Neubaubericht: Wohnbaumarkt stabilisiert sich nicht

Nach leichter Erholung droht 2027 der nächste starke Rückgang - WKÖ-Fachverband Immobilien- und Vermögenstreuhänder legt aktuelle Fertigstellungs- und Transaktionszahlen vor

Wien (OTS) - 

Der österreichische Wohnungsneubau zeigt 2026 eine leichte Erholung. Diese dürfte allerdings nur von kurzer Dauer sein. Nach einem deutlichen Rückgang in den vergangenen Jahren werden heuer wieder mehr Wohnungen fertiggestellt. Bereits 2027 könnte die Zahl der neuen Wohneinheiten jedoch erneut deutlich sinken.

Das zeigt das aktuelle Update des 1. Österreichischen Neubauberichts, der im Auftrag des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) erstellt und von den Experten von „Exploreal“ erhoben und ausgewertet wurde.

„Das Plus bei den Fertigstellungen im Jahr 2026 ist ein positives Signal. Der neuerliche Rückgang, der sich für 2027 schon abzeichnet, zeigt aber deutlich, dass von einer Erholung am österreichischen Wohnungsmarkt keine Rede sein kann“, betont Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer.

Neubautätigkeit bleibt insgesamt deutlich unter Höchststand von 2022

Für 2026 werden österreichweit 30.900 fertiggestellte Wohneinheiten erwartet. Das ist eine Verbesserung zur Prognose aus dem heurigen ersten Quartal um fünf Prozentpunkte. Trotz dieses Zwischenhochs bleibt die Neubautätigkeit aber deutlich unter dem Niveau des Jahres 2022, als mit rund 46.500 fertiggestellten Wohneinheiten der Höchststand verzeichnet wurde. Für 2027 lassen die bisher veröffentlichten Daten einen neuerlichen Rückgang auf knapp 25.000 Wohneinheiten erwarten – ein Minus von rund 19 Prozentpunkten gegenüber 2026.

Wien bleibt Spitzenreiter bei den Neubau-Fertigstellungen. Für 2026 werden dort rund 12.100 Wohneinheiten erwartet, nach etwa 11.000 im Jahr 2025. Bereits 2027 könnte die Zahl jedoch wieder auf rund 9.600 Wohnungen sinken.

„Wir befinden uns mitten in der schwersten Krise des österreichischen Wohnungsmarktes. Das ist direkte Folge falscher finanzpolitischer Entscheidungen und Rahmenbedingungen“, betont Oberndorfer. „Restriktive Finanzierungsmaßnahmen und fehlende Anreize pro Bauen und Sanieren belasten den einst vorbildlichen österreichischen Wohnungsmarkt. Das hat Folgen für Wirtschaft und Wohnungssuchende.“

Weniger Neubauwohnungen vermietet oder verkauft; Zahl der Neubauwohnungen geringer

Im zweiten Quartal 2026 wurden österreichweit deutlich weniger Neubauwohnungen verkauft oder vermietet als noch zu Jahresbeginn. Besonders stark war der Rückgang in Wien. Nur in Tirol, Vorarlberg und der Steiermark nahm die Verwertungsaktivität zu, in den übrigen Bundesländern ging sie zurück.

Auch die Zahl der verfügbaren Neubauwohnungen nimmt ab. Das Angebot hatte im dritten Quartal 2024 seinen bisherigen Höchststand erreicht. Seither geht es kontinuierlich zurück. Seit Mitte 2025 hat sich diese Entwicklung nochmals beschleunigt.

Branche braucht Sanierungsoffensive und Finanzierungserleichterungen

Oberndorfer: „Die Zahlen zeigen klar, wie angespannt die Situation ist. jetzt müssen rasch aus den bereits diskutierten Lösungen konkrete Maßnahmen werden. Wir brauchen eine Sanierungsoffensive und leichtere Finanzierungen für gewerblichen Wohnbau sowie verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen. Nur so können wir verhindern, dass sich der Wohnungsmangel weiter verschärft und der Preisdruck zunimmt.“ (PWK377/PAT)



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