• 10.08.2026, 08:00:02
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Junge Industrie & Junge Wirtschaft: Pension Overshoot Day fällt heuer erstmals vor den Tag der Jugend.

Pensionssystem ist ab 10. August auf Steuergeld angewiesen – 240 Mio. Euro pro Tag. Breite Allianz von Industrie- und Wirtschaftsvertretern fragt sich: Wie soll sich das ausgehen?

Wien (OTS) - 

Der Pension Overshoot Day – jener Tag, an dem sämtliche laufenden Beitragseinnahmen des Pensionssystems rechnerisch aufgebraucht sind – fällt heuer auf den 10. August. Damit liegt er zwei Tage früher als im Vorjahr, als er noch auf den 12. August fiel und erstmals noch vor dem Internationalen Tag der Jugend der Vereinten Nationen. Ein Datum mit Symbolkraft: Noch bevor der Tag der Jugend beginnt, ist das Geld für die Pensionen dieses Jahres aufgebraucht. Für jede Pensionszahlung danach muss der Steuerzahler aufkommen – bezahlt von jener Generation, deren eigene Pension immer ungewisser wird.

„Der Pension Overshoot Day macht sichtbar, was in den Budgetzahlen untergeht: Rund 34 Milliarden Euro müssen heuer aus Steuermitteln gedeckt werden, um die Pensionen zu sichern – das sind 240 Millionen Euro pro Tag. Dieses Geld fehlt dort, wo Zukunft entsteht: bei Bildung, Digitalisierung, Kinderbetreuung und Investitionen in den Standort“, sagt Eduard Fröschl, Bundesvorsitzender der Jungen Industrie. Zur Einordnung: Allein mit den Steuermitteln, die an einem einzigen Tag aus dem Budget Richtung Pensionen fließen, ließen sich rund 17.000 Kindergartenplätze ein ganzes Jahr lang finanzieren.

Budgetzuschüsse wachsen von Jahr zu Jahr an

Die Entwicklung spricht eine klare Sprache: 2023 fiel der Pension Overshoot Day noch auf den 19. August, 2024 auf den 16. August, im Vorjahr auf den 12. August. Und die Richtung ist vorgezeichnet – nach den aktuellen Projektionen der Alterssicherungskommission rückt der Tag bis 2030 auf den 5. August vor. „Selbst ein Jahr mit gedämpfter Pensionsanpassung verschafft dem System nur eine kurze Atempause, die die Demografie sofort wieder auffrisst. Das zeigt: Mit Einzelmaßnahmen ist dieses System nicht zu stabilisieren. Wir müssen die Systemfrage stellen. Denn die Frage, die sich unsere Generation stellt, ist ganz einfach: Wie soll sich das ausgehen?“, so Fröschl.

Junge Industrie und Junge Wirtschaft fordern: Strukturelle Reformen endlich angehen

Die Junge Industrie fordert strukturelle Reformen statt jährlicher Einzelmaßnahmen: das faktische Pensionsantrittsalter an das Gesetzliche heranführen, Frühpensionsanreize abbauen und die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge stärken – etwa durch die Wiedereinführung der Behaltefrist. Die Forderung nach Strukturreformen wird auch von der Jungen Wirtschaft geteilt: „Es braucht den Mut, die notwendigen Reformen jetzt anzugehen. Nur mit einem nachhaltig finanzierbaren Pensionssystem schaffen wir wieder mehr Generationengerechtigkeit und erhalten den finanziellen Spielraum für Zukunftsinvestitionen“, betont Verena Eugster, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft. Dazu braucht es eine ehrliche, generationenübergreifende Diskussion über die langfristige Architektur des österreichischen Pensionssystems.

„Generationengerechtigkeit heißt nicht Alt gegen Jung. Wer heute in Pension ist, hat von einer Reform nichts zu befürchten – aber wer heute einzahlt, hat ohne Reform nichts zu erwarten. Wir schulden beiden Generationen ein System, das hält, was es verspricht“, so Fröschl abschließend.

Zur Berechnung: Der Pension Overshoot Day wird von der Jungen Industrie jährlich auf Basis der jeweils aktuellen Mittelfristgutachten der Alterssicherungskommission berechnet (zuletzt beschlossen im November 2025) und umfasst die gesetzliche Pensionsversicherung sowie die Beamtenpensionen.

Den Gesamtausgaben von rund 87,7 Milliarden Euro (2026) stehen Beitragseinnahmen von rund 53,5 Milliarden Euro gegenüber; die Einnahmen decken damit 222 von 365 Tagen. Kindergarten-Vergleich auf Basis der Kosten eines städtischen Kindergartenplatzes in Wien (13.767 Euro pro Jahr, Kostenrechnung der Stadt Wien).

Rückfragen & Kontakt

Junge Industrie
Franziska Sumberaz
Telefon: +43 1 711 352 464
E-Mail: [email protected]

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