• 06.08.2026, 13:00:34
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Jeder zweite Österreicher nutzt gerne Self-Checkout-Kassen. Gen Z treibt den Wandel an.

82 Prozent der 18- bis 29-Jährigen setzen auf Selbstbedienungskassen. Zeitersparnis gilt als größter Vorteil, am häufigsten wird im Lebensmittelhandel selbst gescannt.

Wien (OTS) - 

Scannen, bezahlen, fertig: Selbstbedienungskassen sind im österreichischen Handel längst angekommen, ihre Akzeptanz hängt allerdings stark vom Alter ab. Das zeigt der aktuelle "Consumer Check: So kauft Österreich" des Handelsverbandes in Kooperation mit Thalia, für den Reppublika Research mehr als 1.000 Personen befragt hat.

Self-Checkout ist ein Generationenthema

Insgesamt nutzen 47 Prozent der Bevölkerung gerne Self-Checkout-Kassen. Bei jungen Menschen sind sie besonders beliebt. In der Generation Z liegt die Zustimmung bei 82 Prozent, bei den Millennials bei 67 Prozent. In der Generation X sinkt der Anteil auf 39 Prozent, bei Babyboomern und Golden Agern auf 20 Prozent.

„Self-Checkout ist ein Generationenthema. Je älter die Kunden, desto größer die Skepsis. Für 82 Prozent der jungen Menschen ist das selbstständige Scannen und Bezahlen im Handel so selbstverständlich wie Mobile Banking oder das digitale Zugticket“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des freien, überparteilichen Handelsverbands.

Wahlfreiheit in Österreicher besonders wichtig

Quer durch alle Altersgruppen ist der Wunsch nach Wahlfreiheit klar: 76 Prozent möchten im Geschäft zwischen Self-Checkout und einer bedienten Kasse wählen können. 53 Prozent wünschen sich Selbstbedienungskassen für einfache Einkäufe, und persönliche Beratung, sobald sie diese brauchen.

„Die Zukunft der Kassa ist nicht entweder oder. Drei Viertel der Kundinnen und Kunden wollen Wahlfreiheit. Sie schätzen SB-Kassen, wenn es schnell gehen soll, und sie lieben den persönlichen Service im Geschäft, wenn Beratung gefragt ist“, ergänzt Handelsverband-Vizepräsidentin und Thalia Österreich-Geschäftsführerin Andrea Heumann.

Branchenvergleich: Lebensmittelhandel ist Self-Checkout-Vorreiter

Das stärkste Kassenkonzept überlässt den Kunden die Entscheidung. Self-Checkout verdrängt die bediente Kasse nicht, sondern ergänzt sie. Richtig eingesetzt entlastet die Automatisierung die Beschäftigten von Routinetätigkeiten und schafft Zeit für Service und Beratung. Am häufigsten wird hierzulande im Lebensmittelhandel selbst gescannt.

„Ein Drittel der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten verwendet SB-Kassen im Supermarkt häufig, weitere 20 Prozent zumindest gelegentlich. Damit greift bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung beim Lebensmitteleinkauf zumindest fallweise zu Self-Checkout“, bestätigt Rainer Will.

In anderen Branchen ist die regelmäßige Nutzung geringer. Das Branchenranking (häufige oder fast immer erfolgte Nutzung von SB-Kassen):

  • Lebensmittelhandel: 31%
  • Baumärkte: 20%
  • Drogerien: 18%
  • Einrichtungshandel: 15%
  • Sporthandel: 14%
  • Mode: 14%
  • Buchhandel: 11%
  • Elektrohandel: 10%

Praxisbeispiel Thalia, Vorreiter im Buchhandel

Der Buchhandel steht im Branchenvergleich hinten. Das liegt auch daran, dass es Selbstbedienung dort bisher selten gibt. Wo Thalia sie anbietet, ist sie längst angekommen. Seit der Einführung im September 2023 stieg die Zahl der SB-Kassa-Terminals von 34 auf 106. Der Anteil am stationären Umsatz wuchs von rund 3 auf rund 16 Prozent. Aktuell läuft gut jeder sechste Bezahlvorgang über die SB-Kassa.

An der SB-Kassa zahlen die Kundinnen und Kunden eher kleinere Einkäufe. Das passt zur Rollenteilung. Die SB-Kassa nimmt den schnellen Kauf, die bediente Kassa bleibt für Beratung, Geschenk und größere Besorgungen.

Zu Spitzenzeiten steigt der Anteil deutlich. Zu Weihnachten 2025 lief in den großen Stadt-Buchhandlungen in Wien und Linz mehr als jeder vierte Euro über die SB-Kassa. In den Buchhandlungen weist ein Schild darauf hin, dass die SB-Kassa gern genutzt werden kann. An der SB-Kassa gibt es den Beleg auf Wunsch digital, das spart Papier. Wer lieber persönlich bezahlt oder eine Frage hat, klingelt und wird betreut.

„Bei uns kann man die SB-Kassa nutzen, muss aber nicht. Wer eine servicierte Bezahlung möchte, findet immer eine bediente Kassa. So bleiben unsere Buchhändlerinnen und Buchhändler auf der Fläche, statt an der Kassa zu stehen. Die frei gewordene Zeit richten wir durch das persönliche Beratungsgespräch an der Kundschaft aus“, sagt Andrea Heumann.

Bundesländer-Ranking: Oberösterreich und Salzburg sind SB-Spitzenreiter

Auch zwischen Stadt und Land zeigt sich ein deutlicher Unterschied: In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern nutzen 42 Prozent Self-Checkout im Lebensmittelhandel häufig oder fast immer, in kleineren Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern sind es nur 21 Prozent. Im Bundesländervergleich liegen allerdings Oberösterreich und Salzburg vorn:

  • Oberösterreich & Salzburg: 53%
  • Tirol & Vorarlberg: 50%
  • Wien: 49%
  • Niederösterreich & Burgenland: 44%
  • Steiermark & Kärnten: 41%

„Self-Checkout ist vor allem dort erfolgreich, wo hohe Kundenfrequenz, kleinere Warenkörbe und ein dichtes Angebot zusammentreffen. Zugleich zeigt die Studie, dass Akzeptanz nicht allein eine Frage der Technik ist. Einfache Bedienung, verlässliche Systeme und rasch erreichbare Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben unverzichtbar“, erklärt Heumann.

Zeitersparnis überzeugt, größere Einkäufe bleiben Herausforderung

Der größte Vorteil von SB-Kassen ist aus Sicht der Bevölkerung die Zeitersparnis. 36 Prozent nennen sie als wesentliches Plus. Ein Viertel schätzt das eigene Tempo beim Einkauf, 21 Prozent den kontaktlosen Ablauf. 18 Prozent finden es angenehm, beim Bezahlen mit niemandem sprechen zu müssen.

Zugleich sieht rund ein Drittel gar keinen Vorteil. Häufigster Kritikpunkt ist die Sorge um Arbeitsplätze (36 Prozent). 34 Prozent halten Selbstbedienungskassen bei größeren Einkäufen für unpraktisch, 31 Prozent vermissen bei Fragen das Personal. Weitere Hürden sind Barzahlung (27 Prozent), technische Probleme (24 Prozent) und der Wunsch nach persönlichem Kontakt (21 Prozent).

„Technologie kann Abläufe vereinfachen, aber sie ersetzt weder Beratung noch Empathie oder die Problemlösungskompetenz unserer 700.000 Beschäftigten im Handel. Self-Checkout schafft vor allem dort einen Mehrwert, wo Technik und persönliche Betreuung intelligent zusammenspielen“, ist Handelssprecher Rainer Will überzeugt.

Scan & Go: Bekanntheit steigt, Nutzung noch ausbaufähig

Beim „Scan & Go“ erfassen Kunden die Produkte mit dem eigenen Smartphone und bezahlen direkt in einer App. Hier besteht laut Consumer Check noch Wachstumspotenzial. 45 Prozent kennen die Möglichkeit, genutzt haben sie 14 Prozent. Mehr als die Hälfte der Österreicher hat davon noch nie gehört.

Vorreiter ist auch hier die Generation Z: 31 Prozent der 18- bis 29-Jährigen haben Scan & Go ausprobiert, bei den Millennials sind es 18 Prozent, in der Generation X 10 Prozent und bei den älteren Generationen 4 Prozent.

Über den "HV Consumer Check: So kauft Österreich"

Für den Consumer Check wurden im Auftrag des Handelsverbands und Thalia von Reppublika Research 1.009 Personen ab 18 Jahren in Österreich befragt. Die Erhebung erfolgte von 6. bis 17. Juli 2026 mittels Computer Assisted Web Interviews. Die Stichprobe ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

Rückfragen & Kontakt

Handelsverband
Mag. Gerald Kühberger, MA
Pressesprecher
Telefon: +43 (1) 406 22 36 77
E-Mail: [email protected]

Mag. Manuel Friedl
Senior Communications Manager
Telefon: +43 (1) 406 22 36 80
E-Mail: [email protected]

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