- 06.08.2026, 10:43:02
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Disoski zu Doskozil: Wer Gleichstellung für unerreichbar erklärt, hat den politischen Auftrag nicht verstanden
Grüne: Frauen brauchen gleiche Chancen statt neuer Pflichtdienste
Mit scharfer Kritik reagiert die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, auf die Aussagen des burgenländischen SPÖ-Landeshauptmanns Hans Peter Doskozil im heutigen Standard-Interview, wonach „absolute Geschlechtergerechtigkeit“ nicht erreichbar sei und er gleichzeitig einen verpflichtenden Wehr- oder Sozialdienst auch für Frauen fordert.
„Frauen brauchen keine Politiker, die ihnen erklären, warum Gleichstellung angeblich unerreichbar ist. Sie brauchen Politikerinnen und Politiker, die endlich dafür sorgen, dass sie Realität wird. Wer Geschlechtergerechtigkeit für unerreichbar erklärt, gibt sich mit Ungleichheit ab – das ist nicht der Auftrag von Politik“, sagt Disoski.
„Ausgerechnet zwei Tage vor dem Equal Pension Day erklärt ein SPÖ-Landeshauptmann Geschlechtergerechtigkeit für unerreichbar und will Frauen zusätzliche Pflichtdienste auferlegen. Dabei erhalten Frauen in Österreich noch immer um rund 40 Prozent niedrigere Pensionen als Männer. Wer soziale Gerechtigkeit für sich reklamiert, sollte alles daransetzen, diese Ungleichheiten endlich zu beseitigen – nicht sie kleinzureden und Frauen zusätzliche Lasten aufzubürden“, kritisiert Disoski.
„Frauen leisten schon heute den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit, verdienen weniger und beziehen niedrigere Pensionen. Wer darauf mit zusätzlichen Pflichtdiensten für Frauen antwortet, hat Gleichstellung nicht verstanden. Das ist keine Frauenpolitik – das ist ein Rückschritt.“
„Wer Gleichstellung ernst meint, muss endlich handeln. Dazu gehört auch die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie. Frauen brauchen keine neuen Verpflichtungen, sondern gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, faire Pensionen und echte Chancengleichheit“, sagt Disoski.
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