- 06.08.2026, 09:12:03
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Land&Forst Betriebe Österreich: Rekordhitze und Dürre treffen Felder und Wälder mit voller Wucht
Die historische Dürre bringt Österreichs Land- und Forstwirtschaft an ihre Grenzen. Das erste Halbjahr 2026 war das zweittrockenste seit Beginn der Messungen, in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg sogar das trockenste. Ernteausfälle, Futterknappheit und hohe Kosten belasten die Betriebe, während rund 318 Waldbrände bereits Anfang August einen neuen Höchststand markieren. Die Land&Forst Betriebe Österreich fordern daher rasche und wirksame Unterstützung für besonders betroffene Betriebe sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Klimawandelanpassung und Waldbrandprävention.
„Die Dürre endet nicht am Feldrand. Sie trifft unsere Ernten, die Futtergrundlage unserer Tiere und unsere Wälder gleichzeitig. Unsere Betriebe reagieren längst mit angepassten Kulturen, Bodenschutz, Wassermanagement und dem Umbau hin zu standortgerechten, vielfältigen und klimafitten Wäldern. Doch eine Ausnahmesituation dieses Ausmaßes können die Betriebe nicht alleine bewältigen. Jetzt braucht es rasche und wirksame Unterstützung“, betont Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.
Landwirtschaft in einer historischen Ausnahmesituation
Seit Monaten fehlt in weiten Teilen Österreichs der notwendige Niederschlag. Bei Weizen und Gerste haben sich bei der erfolgten Ernte vielerorts deutliche Ertragseinbußen gezeigt, während sich die Lage bei den Herbstkulturen weiter zuspitzt: Mais bleibt im Wachstum zurück, Soja vertrocknet auf den Feldern, auch Kürbis, Kartoffeln und Zuckerrüben stehen massiv unter Druck. Besonders dramatisch ist die Situation im Grünland. Wo kaum noch Futter nachwächst, müssen zahlreiche viehhaltende Betriebe bereits mitten im Sommer auf ihre Wintervorräte zurückgreifen. Damit reichen die Folgen der Dürre schon jetzt weit über die heurige Ernte hinaus.
Die dürrebedingten Ernteausfälle verschärfen die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Während die Einnahmen sinken, bleiben die Kosten für Betriebsmittel, Energie, Treibstoff und Personal hoch – bei gleichzeitig niedrigen Erzeugerpreisen.
„Die Folgen des Klimawandels sind auf unseren Feldern längst Realität. Die Betriebe passen ihre Bewirtschaftung laufend an zunehmende Hitze- und Trockenperioden an. Doch wenn gleichzeitig Erträge ausbleiben, Kosten hoch bleiben und weitere Investitionen in die Klimaanpassung notwendig werden, geraten selbst gut geführte Familienbetriebe an ihre Grenzen“, erklärt Mylius.
Die Land&Forst Betriebe Österreich begrüßen die vom Landwirtschaftsministerium beschlossenen Erleichterungen bei ÖPUL und Ausgleichszulage als wichtigen unbürokratischen ersten Schritt. Angesichts des Ausmaßes der Schäden braucht es jedoch weitere rasche und wirksame Unterstützung. Darüber hinaus müssen Investitionen in die Klimawandelanpassung gezielt unterstützt werden, etwa der Ausbau effizienter Bewässerungsmöglichkeiten. Langfristig zeigt die aktuelle Dürre einmal mehr, wie wichtig eine starke, verlässlich finanzierte und flächenbezogene Gemeinsame Agrarpolitik ist, die den Betrieben auch bei zunehmenden Wetterextremen Planungssicherheit gibt.
Waldbrandprävention ist eine Investition in die öffentliche Sicherheit
Auch die Wälder leiden unter dem anhaltenden Wassermangel. Trockene Böden und geschwächte Bäume erhöhen nicht nur das Risiko von Borkenkäferschäden, sondern auch die Waldbrandgefahr. Mit heutigem Stand wurden laut österreichischer Waldbrand-Datenbank bereits rund 318 Waldbrände dokumentiert – mehr als in jedem vollständigen Jahr seit Beginn der systematischen Erfassung. Und das, obwohl noch fast fünf Monate des Jahres vor uns liegen.
Die aktuellen Ereignisse machen deutlich, wie wichtig aktive Waldbewirtschaftung und gezielte Vorsorge sind. Österreichs Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer gestalten ihre Wälder standortgerecht, vielfältig und klimafit, investieren in Forststraßen und Löschwasserentnahmestellen und arbeiten eng mit den Feuerwehren zusammen.
„Wenn im Wald ein Feuer ausbricht, zählt jede Minute. Forststraßen dienen als Rettungswege und ermöglichen den Einsatzkräften einen raschen Zugang, Löschwasserentnahmestellen verkürzen die Wege und aktive Waldbewirtschaftung trägt zur Widerstandskraft der Bestände bei. Diese Maßnahmen schützen nicht nur den Wald, sondern auch Siedlungen, Infrastruktur und Menschen. Waldbrandprävention ist daher keine freiwillige Zusatzleistung, sondern ein wichtiger Beitrag zur öffentlichen Sicherheit“, unterstreicht Mylius.
Klimaschutz durch Holznutzung
Die zunehmenden Hitze- und Trockenperioden zeigen: Neben konsequenter Klimawandelanpassung braucht es wirksamen Klimaschutz. Nachhaltig genutztes Holz leistet dazu einen wichtigen Beitrag. In langlebigen Holzprodukten, insbesondere im Holzbau, bleibt Kohlenstoff über Jahrzehnte gespeichert. Gleichzeitig können nachwachsende Bäume erneut CO₂ aus der Atmosphäre aufnehmen. Darüber hinaus kann Holz emissionsintensive Baustoffe ersetzen und damit den CO₂-Ausstoß des Bau- und Gebäudesektors, welcher den höchsten Treibhausgasausstoß von allen Sektoren hat, deutlich senken. Holzbau verbindet somit Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und die nachhaltige Nutzung heimischer Ressourcen.
Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter, mit der Zielsetzung, Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren Tätigkeit zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich bewirtschaften zusammen mehr als ein Viertel des österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne des österreichischen Getreides.
Rückfragen & Kontakt
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Paula Mayrhofer, Msc
Telefon: +43 664 1491615
E-Mail: [email protected]
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