- 05.08.2026, 12:41:32
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Equal Pension Day: Höhere Fraueneinkommen statt Pensionsraub
vida-Janisch fordert faire Lohnerhöhungen für Leistungsträgerinnen, Lohntransparenz und eine gerechte Abgeltung von Mehrarbeit
Am 9. August ist Equal Pension Day. An diesem Tag haben Männer in Österreich bereits jene Pensionssumme erhalten, mit der Frauen bis zum Jahresende auskommen müssen. Frauenpensionen sind heuer durchschnittlich um 39,4 Prozent niedriger als jene von Männern – das entspricht einer Lücke von 144 Tagen.
Der Equal Pension Day fällt heuer ausgerechnet mit neuen, für Frauen gefährlichen Pensionsideen zusammen, wie sie Tirols Landeshauptmann Anton Mattle derzeit ins Spiel bringt. „Angesichts der im Durchschnitt niedrigen Frauenpensionen in Österreich ist die Forderung nach einem Pensionsantritt erst nach 45 Erwerbsjahren an Zynismus und Geringschätzung kaum zu überbieten, denn insbesondere für Frauen ist es aufgrund von Kinderbetreuung und der Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen sehr schwierig diese Anzahl an Jahren zu erreichen “, sagt vida-Bundesfrauenvorsitzende Olivia Janisch.
„Frauen, die Kinder großgezogen, Angehörige gepflegt und gleichzeitig in körperlich und psychisch belastenden Berufen gearbeitet haben, haben doppelt geleistet und sollen dafür bestraft werden, weil es ihnen unmöglich war 45 Erwerbsjahre zu erreichen?“ Damit landen noch mehr Frauen vor der Pension in der Arbeitslosigkeit oder müssen vom Krankenstand in den Ruhestand wechseln.
„Besonders hinterhältig wäre Mattles Vorschlag, wenn damit die Schwerarbeitspension und die Korridorpension abgeschafft werden sollen“, warnt Janisch vor einem drohenden Pensionsraub.
Gerechte Löhne und Lohntransparenz als Hebel gegen Altersarmut von Frauen
In Tourismus, Reinigung und Gesundheitsberufen arbeiten überwiegend Frauen. Gerade in diesen Branchen wird ihre Leistung nach wie vor zu gering entlohnt. Daher sind spürbare Lohnerhöhungen bei den Kollektivvertragsabschlüssen notwendig. „Leistungsgerechte Einkommen sind ein Schlüssel für würdige Pensionen, von denen Frauen nach ihrem Erwerbsleben auch tatsächlich leben können“, betont Janisch.
Ein weiterer Baustein für gerechte Einkommen und Pensionen ist die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, denn die Umsetzungsfrist ist bereits am 7. Juni 2026 abgelaufen. „Nur wer ungerechtfertigte Lohnunterschiede kennt, kann sich dagegen wehren“, hält Janisch fest.
Arbeitgeber und ihre Verbände müssten ihre Blockadehaltung aufgeben, die Bundesregierung endlich liefern. „Es geht um das Recht von Leistungsträgerinnen auf den Lohn, der ihnen zusteht. Ausreden sind ein Schlag ins Gesicht der arbeitenden Frauen.“
Mehrstunden mit Überstunden gleichstellen
Fast jede zweite erwerbstätige Frau in Österreich arbeitet Teilzeit. Bei erwerbstätigen Müttern mit Kindern unter 15 Jahren liegt die Teilzeitquote sogar bei 74 Prozent, bei Vätern hingegen nur bei 8,6 Prozent. Überdurchschnittlich hoch ist die Teilzeitquote im Gesundheits- und Sozialwesen, wo mehr als jede zweite beschäftigte Person in Teilzeit arbeitet. In der Gebäudereinigung ist es fast die Hälfte der Arbeitnehmer:innen. Und im Tourismus arbeiten laut Statistik Austria vier von zehn Beschäftigten in Teilzeit.
„Viele Frauen sehen sich gezwungen, ihre bezahlte Arbeitszeit zu reduzieren, weil Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und Beruf anders nicht vereinbar sind“, erklärt Janisch. Deshalb fordert die Gewerkschaft vida, Mehrstunden wie Überstunden zu behandeln: Der Zuschlag für Mehrarbeit soll von derzeit 25 auf 50 Prozent angehoben werden – und zwar ab der ersten Stunde. Gleichzeitig müsse der zuschlagsfreie dreimonatige Durchrechnungszeitraum abgeschafft werden.
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