- 05.08.2026, 09:32:07
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PVÖ zum Equal Pension Day 2026: Wer Frauen im Arbeitsleben benachteiligt, produziert Altersarmut!
Gerstorfer: „Die Pensionslücke ist kein Problem des Alters – sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger Benachteiligungen im Erwerbsleben.“
Der Equal Pension Day macht sichtbar, wie groß der Unterschied zwischen den Pensionen von Frauen und Männern in Österreich weiterhin ist. Er markiert jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen erst bis zum Ende des Jahres beziehen. 2026 fällt der Equal Pension Day österreichweit auf den 9. August. Der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Pensionen von Frauen und Männern beträgt aktuell 39,4 Prozent. Frauen erhalten damit im Schnitt deutlich weniger Pension als Männer. „Als der Equal Pension Day im Jahr 2015 ins Leben gerufen wurde, lag die Pensionslücke noch bei 43,3 Prozent. Die Situation verbessert sich zwar langsam, aber viel zu langsam. Frauen verlieren nach wie vor einen erheblichen Teil ihrer finanziellen Absicherung im Alter“, sagt PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer. ****
Pensionslücke entsteht während des gesamten Erwerbslebens
Die Ursachen für die niedrigeren Pensionen von Frauen liegen vor dem Pensionsantritt. Frauen verdienen im Durchschnitt weniger, arbeiten häufiger in Teilzeit und übernehmen nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Sorgearbeit. Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen sind gesellschaftlich unverzichtbare Leistungen – führen aber noch immer häufig zu Nachteilen bei Einkommen und Pension. „Frauen leisten über Jahrzehnte einen enormen Beitrag für unsere Gesellschaft. Es kann nicht sein, dass genau diese Leistungen im Alter zu finanziellen Nachteilen führen. Wer ein Leben lang Verantwortung übernimmt, verdient auch im Alter Sicherheit und Anerkennung“, betont Gerstorfer.
Länger arbeiten – aber wo sind die Arbeitsplätze?
Besonders kritisch sieht der PVÖ die Situation älterer Frauen am Arbeitsmarkt. Durch die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Frauenpensionsantrittsalters müssen viele Frauen länger im Erwerbsleben bleiben. Gleichzeitig zeigt sich, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach einem Arbeitsplatzverlust oft große Schwierigkeiten haben, wieder eine Beschäftigung zu finden. „Viele Frauen stehen in den letzten Jahren vor der Pension vor großen Herausforderungen – manche verlieren ihren Arbeitsplatz und finden keinen neuen. Das darf nicht zu einer weiteren Verschlechterung ihrer späteren Pension führen“, so Gerstorfer. Der PVÖ fordert daher ein Bonus-Malus-System für Unternehmen: Betriebe, die ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen und deren Erfahrung nutzen, sollen stärker unterstützt werden. Unternehmen, die ältere Beschäftigte systematisch verdrängen, müssen stärker in die Verantwortung genommen werden und einen finanziellen Beitrag leisten.
Der PVÖ fordert:
- Gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, damit Frauen während ihres Berufslebens bessere Voraussetzungen für eine eigenständige Pension schaffen.
- Eine bessere Anrechnung und Absicherung von Kindererziehungs- und Pflegezeiten, damit gesellschaftlich notwendige Arbeit nicht zu dauerhaften Pensionsnachteilen führt.
- Ein Bonus-Malus-System für den Arbeitsmarkt, damit ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bessere Chancen auf Beschäftigung haben.
- Maßnahmen gegen Altersarmut von Frauen, insbesondere für alleinlebende Pensionistinnen mit niedrigen Einkommen.
- Eine Stärkung des gesetzlichen Pensionssystems und die Sicherung der Kaufkraft, das allen Menschen eine sichere und würdige Pension garantiert.
Altersarmut von Frauen ist eine politische Aufgabe
Für den Pensionistenverband Österreichs ist klar: Altersarmut ist kein individuelles Problem, sondern häufig die Folge struktureller Benachteiligungen. Besonders gefährdet sind Frauen, die lange Teilzeit gearbeitet, Angehörige gepflegt oder wegen familiärer Verpflichtungen beruflich zurückgesteckt haben. „Viele ältere Frauen haben ein Leben lang Verantwortung übernommen – für Kinder, Familien und unsere Gesellschaft. Sie dürfen im Alter nicht in Angst davor leben müssen, ob sie sich Wohnen, Heizen oder den täglichen Lebensbedarf leisten können“, sagt Gerstorfer.
Gleichstellung muss bis ins Alter gelten
Der PVÖ warnt davor, die Verantwortung für niedrige Frauenpensionen allein den Betroffenen zu überlassen. Es brauche politische Maßnahmen, die Frauen über das gesamte Leben hinweg bessere Rahmenbedingungen ermöglichen. „Der Equal Pension Day erinnert uns daran: Gleichstellung endet nicht mit dem letzten Arbeitstag. Wer heute für faire Einkommen, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und bessere Chancen älterer Arbeitnehmerinnen sorgt, verhindert morgen Altersarmut. Frauen haben eine sichere und würdige Pension verdient“, so PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Pensionistenverband Österreichs
GS Christian Rösner-El-Heliebi, MSc.
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
E-Mail: [email protected]
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