- 03.08.2026, 10:00:32
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Nachprüfungszeit:
Junge Menschen brauchen Orientierung, Unterstützung und Verständnis
Für viele junge Menschen beginnt mit den bevorstehenden Nachprüfungen eine herausfordernde Zeit. Neben dem Lernstoff geht es oft um Unsicherheit, Angst und das Gefühl, den Erwartungen nicht gerecht zu werden. Die Belastung ist für Außenstehende nicht immer sichtbar: Nicht alle haben ein unterstützendes familiäres System hinter sich. Das Leben in verschiedenen familiären Konstellationen, etwa in Ein-Eltern-Haushalten, Patchworkfamilien, bei Großeltern, in Wohngemeinschaften oder eigenständig, kann die Nachprüfungszeit auf unterschiedliche Weise beeinflussen und besondere Anforderungen mit sich bringen.
Die Herausforderungen rund um Nachprüfungen können dadurch sehr unterschiedlich sein, etwa wenn Unterstützung beim Lernen fehlt, mehrere Kinder betreut werden müssen, verschiedene Sprachen gesprochen werden oder wenig Zeit und Ressourcen vorhanden sind.
Wichtig ist: Jede Lebenssituation verdient Verständnis und individuelle Unterstützung.
„Jede junge Person hat das Recht auf Unterstützung, unabhängig davon, wie sie lebt. Es braucht flexible Hilfestellungen, die unterschiedliche Lebensrealitäten anerkennen und stärken“, sagt Christine Piriwe, Sozialpädagogin und Beraterin bei Rat auf Draht.
Die Wochen bis zur Nachprüfung sind für viele kein idealer Lernsommer, sondern ein Balanceakt. Manche müssen sich weitgehend selbst organisieren, weil zuhause wenig Ruhe oder Unterstützung möglich ist. Andere erleben zusätzlichen Druck, weil Nachhilfe nicht leistbar ist oder Bezugspersonen mit Anforderungen von Beruf, Alltag und schulischer Begleitung gleichzeitig konfrontiert sind.
Konkrete Tipps der Expertin für die Nachprüfungsvorbereitung:
- Überblick gewinnen:
Zu Beginn empfiehlt es sich, alle Hefte, Bücher und Arbeitsblätter, die für die Nachprüfung relevant sind, an einem Platz zu sammeln. Den Lernstoff in Bereiche, was bereits gut beherrscht wird und wo noch Übungsbedarf besteht gliedern und markieren. Eine Liste mit „Das kann ich schon“ und „Das will ich noch üben“ verschafft Klarheit und Orientierung.
- Machbarkeit statt Perfektion:
Kleine, erreichbare Ziele sind hilfreich, um Motivation und Fortschritt zu fördern. Beispielsweise kann es sinnvoll sein, zunächst nur einen Teil der Vokabeln zu lernen oder einige Rechenaufgaben zu bearbeiten. Das Abhaken erledigter Aufgaben auf einer Liste stärkt das Gefühl, etwas geschafft zu haben.
- Unterstützung suchen:
Gemeinsames Lernen und Unterstützung durch Mitschüler:innen, Geschwister oder das soziale Umfeld tragen dazu bei, Lerninhalte besser zu verstehen. Auch Angebote von Jugendzentren oder Online-Plattformen bieten Unterstützung und Beratung, die in Anspruch genommen werden können.
- Pausen einplanen und kleine Highlights schaffen:
Regelmäßige Pausen sind wichtig, um das Gelernte zu verarbeiten und neue Energie zu tanken. Die Vorfreude auf kleine Belohnungen – wie ein Treffen mit Freund:innen, einen Lieblingssnack oder Musik hören – kann zusätzlich motivieren.
Was tun, wenn es trotz aller Vorbereitung nicht klappt?
Manchmal gelingt die Nachprüfung trotz großer Anstrengung nicht. Das ist kein persönliches Versagen und kann viele Gründe haben. Wichtig ist: Es gibt immer einen Weg und niemand muss damit allein umgehen. Beratungsstellen wie Rat auf Draht können helfen. Oft kann ein Jahr wiederholt werden, manchmal gibt es individuelle Lösungen wie einen Schulwechsel oder andere Wege zum Abschluss.
Für Bezugspersonen ist wichtig:
Die Situation von jungen Menschen ernst nehmen, zuhören, und Verständnis zeigen. Bereits kleine Hilfestellungen im Alltag oder ein ermutigendes Wort können eine große Wirkung entfalten. Sollte die Nachprüfung nicht erfolgreich verlaufen, ist ein ruhiger und wertschätzender Umgang besonders wichtig. Gemeinsam nach alternativen Wegen zu suchen und Zuversicht zu vermitteln, kann jungen Menschen helfen, neue Perspektiven zu entwickeln.
„Manchmal geht ein Weg nicht auf Anhieb, aber es gibt immer eine Lösung. Wichtig ist, dass junge Menschen erfahren: Sie sind nicht allein und es gibt Unterstützung, auch wenn etwas schiefgeht“, so Christine Piriwe.
Rückfragen & Kontakt
Rat auf Draht
Beratung für junge Menschen
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.rataufdraht.at
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