• 02.08.2026, 11:35:03
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Korosec@ Fachkräfte-Radar der WKO: 155.000 fehlende Fachkräfte – Aktivpension ist Teil der Lösung

Seniorenbund-Präsidentin appelliert an Unternehmen: weniger Vorurteile, mehr altersgerechte Arbeitsplätze, Weiterbildung und Prävention

Wien (OTS) - 

Österreich fehlen laut dem aktuellen Fachkräfte-Radar der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKO) rund 155.000 Fachkräfte. Knapp 60% der befragten Betriebe sehen den Fachkräftemangel als Problem, 56 Prozent spüren ihn bereits stark oder sehr stark. Für Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, zeigen diese Zahlen: Der Fachkräftemangel lässt sich nur lösen, wenn Politik und Unternehmen an einem Strang ziehen.

„Es ist absurd, 40 oder 50 Jahre Berufserfahrung mit dem Pensionsantritt einfach an den Nagel zu hängen statt diesen Expertenpool zu nutzen. Die Aktivpension ist deshalb ein wichtiger Teil der Lösung. Jetzt müssen wir aber auch Vorurteile abbauen und das Potenzial älterer Arbeitnehmer besser nutzen“, sagt Korosec.

Die Aktivpension sei ein wichtiger Erfolg, für den sie sich jahrelang eingesetzt habe. „Wer über das gesetzliche Pensionsalter hinaus arbeiten möchte, soll das auch können. Davon profitieren die Menschen selbst, die Betriebe und der Staat.“

Für Korosec ist aber ebenso klar: Die Aktivpension allein reicht nicht aus. „Knapp 30% der 55–64-Jährigen gehen nicht direkt aus der Erwerbstätigkeit in Pension. Diese Lücke muss geschlossen werden. Dafür müssen Vorurteile gegenüber älteren Mitarbeitern abgebaut werden und stattdessen Arbeitsplätze altersgerecht gestaltet, Weiterbildung während des gesamten Berufslebens gefördert und Gesundheitsvorsorge ausgebaut werden.“

Gerade bei den Frauen sieht Korosec großes Potenzial und dringenden Handlungsbedarf. „Damit Frauen mehr Vollzeit und länger arbeiten können, brauchen sie bessere Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege. Gerade angesichts des demografischen Wandels müssen Arbeitgeber und Politik für die Frauen einen Schwerpunkt setzen.“

Korosec verweist darauf, dass bereits jeder dritte Beschäftigte in Österreich über 50 Jahre alt ist und 30% aller Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern niemanden über 60 beschäftigen. „Erfahrung ist eine unserer größten Stärken. Wer den Fachkräftemangel ernsthaft bekämpfen will, muss älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit geben, ihr Wissen länger einzubringen. Die Aktivpension ist ein wichtiger Anfang – jetzt müssen die nächsten Schritte folgen.“

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