• 30.07.2026, 08:45:33
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Dachverband Öst. Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen (DÖJ): Eigene Care-Leaver-Studie verpflichtet Familienministerium zum Handeln

DÖJ fordert bundesweite Reform der „Hilfen für junge Erwachsene“: "Die Evidenz liegt auf dem Tisch, jetzt braucht es politische Konsequenzen."

Wien (OTS) - 

Die vom Familienministerium beauftragte Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF) zur Situation von Care Leavern in Österreich bestätigt den dringenden Reformbedarf bei der Unterstützung junger Menschen nach dem Verlassen der Kinder- und Jugendhilfe. Für DÖJ-Geschäftsführer Michael Lindner ist klar: „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse lassen keinen Interpretationsspielraum mehr zu. Nun muss die Politik die notwendigen gesetzlichen und finanziellen Konsequenzen ziehen.“

Die Studie zeigt, dass 86 Prozent der befragten Fachkräfte und Pflegeeltern regelmäßig einen Bedarf an Hilfen für junge Erwachsene feststellen, gleichzeitig aber die derzeitige Gewährungspraxis als restriktiv, regional unterschiedlich und wenig transparent erlebt wird. Darüber hinaus sprechen sich die befragten Fachkräfte, Pflegefamilien und Care Leaver klar für längere Unterstützungsangebote, bundesweite Mindeststandards sowie rechtlich abgesicherte Nachbetreuung und Coming-Back-Optionen aus.

"Die Bundesregierung hat diese Studie selbst beauftragt. Jetzt muss sie auch bereit sein, die daraus resultierenden Konsequenzen umzusetzen“ fordert DÖJ-Geschäftsführer Michael Lindner.

Während die Mehrheit junger Erwachsener noch viele Jahre auf die Unterstützung ihrer Herkunftsfamilien zählen kann, endet die öffentliche Unterstützung für Care Leaver häufig genau in jener Lebensphase, in der Ausbildung, Berufseinstieg, Wohnen und finanzielle Eigenständigkeit gleichzeitig bewältigt werden müssen.

Die ÖIF-Studie beschreibt diese Übergangsphase als “besonders risikobehaftet“ und fordert eine längerfristige, verlässliche und bedarfsgerechte Begleitung über die Volljährigkeit hinaus. Gleichzeitig wird empfohlen, die Altersgrenzen für Hilfen auszuweiten, bundesweit einheitliche Standards einzuführen und Rückkehroptionen gesetzlich zu verankern.

DÖJ fordert bundesweite Reform

Deshalb braucht es nun eine umfassende Weiterentwicklung der Hilfen für junge Erwachsene. Der Dachverband fordert insbesondere:

  • einen bundesweiten Rechtsanspruch auf Hilfen für junge Erwachsene bis zum 24. Lebensjahr,
  • eine gesetzlich abgesicherte Coming-Back-Regelung,
  • bundesweit einheitliche Qualitäts- und Gewährungsstandards,
  • den Ausbau unabhängiger Care-Leaver-Anlaufstellen und Nachbetreuungsangebote,

"Selbstständigkeit beginnt nicht immer pünktlich mit dem 18. Geburtstag. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt. Genau das bestätigt die vom Ministerium selbst beauftragte Studie. Österreich braucht endlich ein modernes Leaving-Care-System, das sich am tatsächlichen Unterstützungsbedarf orientiert und nicht an starren Altersgrenzen."

Innerhalb Österreichs bestehen bereits unterschiedliche Regelungen zwischen den Bundesländern. Die nun vorliegenden Studienergebnisse bieten aus Sicht des Dachverbandes die fachliche Grundlage, österreichweit einheitliche Standards zu schaffen.

"Care Leaver dürfen beim Übergang ins Erwachsenenleben nicht vom Wohnort oder vom Ermessen einzelner Behörden abhängig sein. Wer gleiche Chancen für alle jungen Menschen will, muss auch gleiche Unterstützung ermöglichen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Kinder- und Jugendhilfe zukunftsfit weiterzuentwickeln" fasst DÖJ-Geschäftsführer Michael Lindner zusammen.

Link zur Studie: https://ucrisportal.univie.ac.at/de/publications/care-leaver-entscheidung-zu-hilfen-f%C3%BCr-junge-erwachsene-gew%C3%A4hrung/

Rückfragen & Kontakt

DÖJ - Dachverband Österreichischer Kinder- und
Jugendhilfeeinrichtungen
Mag. Michael Lindner
Telefon: 0677/63614739
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.doej.at

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