- 29.07.2026, 10:42:02
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Neßler/Grüne zu SOS-Kinderdorf: Jetzt braucht es auch auf Bundesebene verbindliche Standards für alle Kinder in Österreich
Kinderschutz darf niemals von der Geburtslotterie abhängen
“Der heute präsentierte Reformbericht von SOS-Kinderdorf ist ein wichtiger Schritt in der Aufarbeitung”, sagt die Kinder- und Jugendsprecherin der Grünen, Barbara Neßler, und betont: „Mein tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen. Das Leid, das sie erfahren mussten, kann niemand wiedergutmachen. Umso wichtiger ist es jetzt, Verantwortung zu übernehmen – gegenüber den betroffenen Kindern und Jugendlichen, gegenüber einer Gesellschaft, die wieder Vertrauen in ihre Institutionen haben soll, und vor allem gegenüber allen Kindern, die unseren Schutz brauchen."
Neßler begrüßt, dass SOS-Kinderdorf die Empfehlungen der Reformkommission konsequent umsetzen will. Verbindliche Kinderschutzkonzepte, Unterstützung für Betroffene, Entschädigungszahlungen und kostenlose psychologische Betreuung seien wichtige Schritte. Gleichzeitig spricht sie den vielen Mitarbeiter:innen ihre Wertschätzung aus: „Tag für Tag leisten sie mit großem Engagement wertvolle Arbeit für Kinder und Jugendliche. Sie verdienen gute Rahmenbedingungen und ein System, das sie unterstützt.“
Der Fall zeige aber auch schonungslos, wie groß die Lücken im österreichischen Kinderschutzsystem seien. „Unter Grüner Regierungsbeteiligung wurden verpflichtende Kinderschutzkonzepte an Schulen etabliert. Das war ein wichtiger Schritt – aber er reicht nicht aus. Die Kinder- und Jugendhilfe ist vielerorts unterfinanziert, während die Aufgaben immer mehr werden und die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen fehlen. Gleichzeitig gibt es in allen Bundesländern unterschiedliche Strukturen und Finanzierungen. Darunter leiden am Ende vor allem die Kinder. Das kann kein Zustand sein", kritisiert Neßler.
„Im Zuge der anstehenden Reformverhandlungen muss die Bundesregierung den Kinderschutz endlich zur Priorität machen und gemeinsam mit den Ländern verbindliche Standards und eine verlässliche Finanzierung auf den Weg bringen. Denn Kinderschutz darf niemals davon abhängen, in welchem Bundesland ein Kind aufwächst", fordert Neßler die Bundesregierung auf zu handeln.
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