• 29.07.2026, 09:00:46
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SOS-Kinderdorf übernimmt Verantwortung und setzt Empfehlungen des Reformberichts konsequent um

Bericht der unabhängigen Reformkommission als Grundlage für verbindliche Veränderungen. Umsetzung der Empfehlungen für Kinderschutz, Aufarbeitung und Kinderrechte hat begonnen.

Wien (OTS) - 

SOS-Kinderdorf versteht den Bericht der unabhängigen Reformkommission als wichtigen Meilenstein des begonnenen Reformprozesses. Die Empfehlungen zeigen auf, wo Strukturen noch verbindlicher, transparenter und wirksamer werden müssen.

„Wir danken der Reformkommission für ihren umfassenden und professionellen Bericht. Er ist für uns kein Schlusspunkt, sondern ein Arbeitsauftrag. Der Bericht bestätigt bereits eingeleitete Veränderungen und gibt zugleich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung unserer Organisation. Kinderschutz ist nie abgeschlossen. Deshalb entwickeln wir unsere Organisation kontinuierlich weiter und lassen uns an der Umsetzung der Empfehlungen messen“, sagt Carolin Porcham, CEO von SOS-Kinderdorf.

Eine österreichweite interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter Leitung des Qualitätsmanagements hat den Bericht analysiert. Die Empfehlungen wurden mit laufenden Reformmaßnahmen abgeglichen und in einen verbindlichen Umsetzungsplan überführt.

Heute bereits verbindliche Veränderungen für mehr Kinderschutz

SOS-Kinderdorf versteht Kinderschutz als ein überprüfbares System mit klaren Zuständigkeiten, Risikoanalysen, Beteiligung, Beschwerdewegen und unabhängiger Qualitätskontrolle. An allen Standorten laufen Risikoanalysen unter Einbindung von Mitarbeitenden, Kindern und Jugendlichen. Schutzlücken werden unmittelbar bearbeitet.

„Kinderschutz muss laufend überprüft werden. Deshalb analysieren wir Risiken gemeinsam mit Mitarbeitenden, Kindern und Jugendlichen. Daraus entwickeln und implementieren wir ein österreichweites Rahmenschutzkonzept, das Standards konsequent weiterentwickelt und bündelt - mit klarem Fokus auf Prävention sowie wirksame Beschwerde- und Interventionswege“, betont Katrin Grabner, Bereichsleiterin Qualitätsmanagement.

Die Risikoanalysen an nahezu allen Standorten werden 2026 abgeschlossen. Das Rahmenschutzkonzept soll im Frühjahr 2027 vorliegen, anschließend folgen Schulungen, Umsetzung und Monitoring.

Parallel stärkt SOS-Kinderdorf seine Organisationsstrukturen. Eine unabhängige Interne Revision wurde eingerichtet und weisungsfrei aufgestellt, das Qualitätsmanagement organisatorisch gestärkt und von der operativen Programmarbeit getrennt. Führungsstrukturen, Kontrollmechanismen und Beschwerdekanäle werden weiterentwickelt.

Verantwortung für die Vergangenheit übernehmen

Zugleich macht der Bericht deutlich: Mitarbeiter*innen von SOS-Kinderdorf leisten täglich wichtige und wertvolle Arbeit und begleiten Kinder und Jugendliche in ein selbstbestimmtes Leben. Die Qualität dieser Arbeit wird durch die Fehler der Vergangenheit nicht geschmälert. Zugleich darf sie niemals dazu führen, diese Fehler zu relativieren. Diesem Spannungsfeld zwischen Verantwortung für die Vergangenheit und dem Auftrag in der Gegenwart stellt sich SOS-Kinderdorf jeden Tag.

SOS-Kinderdorf ist seit mehreren Monaten in intensivem Kontakt mit Schwestervereinen und der internationalen Föderation zur Aufarbeitung der Geschichte der Organisation. Das ist ein bewusster Bruch mit einer idealisierten Geschichte, der notwendig ist für die Neuaufstellung und Aufarbeitung. Die Person Hermann Gmeiner, sein Handeln und die ihn tragenden Strukturen werden historisch untersucht und öffentlich kontextualisiert.

Auch das freiwillige Entschädigungsverfahren für Betroffene von Gewalt wird weiterentwickelt. Ein fairer Entschädigungsrahmen, Neuausschreibung von Ombudsstellen sowie verbesserte Informationen und ein systematisches Monitoring stärken das Verfahren. Für Menschen mit laufenden Anträgen werden kurzfristig Therapiestunden ermöglicht.

Kinderrechte als Maßstab für die Zukunft

Kinderrechte und Beteiligung bleiben Grundlage der pädagogischen Arbeit. Beteiligungsformate und Beschwerdewege werden gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen österreichweit weiterentwickelt und verbindlich verankert. Langfristig soll ein österreichweiter Kinder- und Jugendbeirat entstehen.

Die Begleitung junger Menschen nach dem Auszug aus der Betreuung wird dauerhaft gestärkt. Bewährte Care-Leaver-Angebote werden organisationsweit verankert. Gleichzeitig setzt sich SOS-Kinderdorf für eine österreichweit einheitliche Nachbetreuung bis zum 24. Lebensjahr ein.

Kinderschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

SOS-Kinderdorf bringt seine Erfahrungen in den Austausch mit Politik, Behörden, Wissenschaft, Kinder- und Jugendhilfe sowie der Zivilgesellschaft ein und wirkt an der Weiterentwicklung von Kinderschutz und Kinderrechten mit.

„Die Empfehlungen der Reformkommission sind für uns keine Liste einzelner Maßnahmen, sondern Auftrag, unsere Organisation dauerhaft weiterzuentwickeln. Wir bauen auf Bewährtem auf, verändern konsequent dort, wo es notwendig ist, und schaffen verbindliche Strukturen für die Zukunft. Daran werden wir uns messen lassen“, so Porcham abschließend.

Rückfragen & Kontakt

SOS-Kinderdorf
E-Mail: [email protected]

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