- 29.07.2026, 08:07:32
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Neues ÖIF-Factsheet: Knapp jede vierte Frau aus Syrien, Afghanistan und dem Irak ist erwerbstätig
Arbeitslosigkeit unter subsidiär Schutzberechtigten sinkt deutlich, stagnierend hohe Arbeitslosigkeit unter weiblichen Flüchtlingen / Zahlen, Daten und Fakten zum Thema Arbeit
Wie gut gelingt Flüchtlingen in Österreich der Einstieg in die Arbeit? Welche Unterschiede zeigen sich nach Geschlecht, Bundesland und Herkunftsland? Und in welchen Branchen fassen Flüchtlinge am besten Fuß? Antworten darauf liefert das neue ÖIF-Factsheet „Flüchtlinge und Schutzberechtigte in Arbeit“. Das Factsheet bündelt die aktuellsten verfügbaren Zahlen, Daten und Fakten zu Arbeitseinstieg, Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit und Sozialleistungsbezug von Flüchtlingen. Das neue Factsheet steht kostenlos in der ÖIF-Mediathek zum Download zur Verfügung.
Personen aus Herkunftsländern der Fluchtmigration arbeiten vor allem in Gastronomie, Handel und Industrie
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 82.000 Personen aus den sechs Herkunftsländern mit den meisten Anerkennungen von Asyl und subsidiärem Schutz (Syrien, Afghanistan, Somalia, Russland, Iran, China) in Österreich unselbstständig beschäftigt. Gleichzeitig waren im Jahresdurchschnitt 2025 rund 44.000 Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte arbeitslos gemeldet oder in Schulung, im Juni 2026 lag diese Zahl bei rund 37.000 Personen. Personen aus den sechs häufigsten Herkunftsländern der Fluchtmigration arbeiteten 2025 vor allem in der Beherbergung und Gastronomie (15.500), im Handel (12.000) sowie in der Herstellung von Waren (10.100). Weitere wichtige Beschäftigungsbereiche waren sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (9.900), Verkehr und Lagerei (6.700) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (5.200).
Frauen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak deutlich seltener erwerbstätig
Die Erwerbstätigenquote von Personen mit Migrationshintergrund lag 2024 bei 69 %, jene der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund bei 76 %. Deutlich niedriger war sie bei Personen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak: In dieser Gruppe waren im Durchschnitt 44 % erwerbstätig. Besonders gering war dabei die Erwerbstätigenquote von Frauen mit lediglich 24 %, während bei den Männern aus diesen Herkunftsländern 56 % einer Beschäftigung nachgingen. Damit liegt die Erwerbstätigkeit dieser Gruppe deutlich unter dem Durchschnitt aller Personen mit Migrationshintergrund sowie der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Zum Vergleich lag die Erwerbstätigenquote von Personen mit Migrationshintergrund aus der Türkei bei 64 % und jene von Personen aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens (nicht-EU) bei 72 %.
Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit: Während die Arbeitslosenquote in Österreich 2025 bei insgesamt 7,4 % lag, betrug sie bei Syrer/innen rund 33 %, bei Somalier/innen 30 % und bei Afghan/innen 23 %. Unter Frauen lagen die Werte nochmals deutlich höher: So betrug die Arbeitslosenquote von Syrerinnen rund 43 %, jene von Somalierinnen 40 % und jene von Afghaninnen 37 %.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt sich im Juni 2026 insbesondere ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit unter subsidiär Schutzberechtigten (-30 %), während sie bei Flüchtlingen um 10 % sank. Bei männlichen Flüchtlingen ging die Arbeitslosigkeit um 17 % zurück, während sie bei weiblichen Flüchtlingen mit einem leichten Anstieg von 0,6 % weitgehend stagnierte.
Deutliche regionale Unterschiede bei Arbeitslosigkeit und Sozialhilfebezug von Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten
Im Juni 2026 waren rund 37.000 Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte arbeitslos gemeldet oder in Schulung. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Zahl bei 44.000 Personen, die Mehrheit stammt aus Syrien (55 %), Afghanistan (19 %) und Russland (5 %). Den höchsten Anteil an arbeitslosen oder in Schulung befindlichen Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten verzeichnete Wien (16 pro 1.000 Einwohner/innen), gefolgt von Vorarlberg (3,2) und der Steiermark (2,2). Am niedrigsten war dieser Wert in Kärnten und Niederösterreich (jeweils 1,1) sowie im Burgenland (0,6).
Auch beim Sozialhilfebezug zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: Von den rund 95.600 Flüchtlingen oder subsidiär Schutzberechtigten, die 2025 Sozialhilfe oder Mindestsicherung erhielten, lebten rund 73.400 in Wien. Rund die Hälfte aller Wiener Sozialhilfebezieher/innen waren 2025 Flüchtlinge oder subsidiär Schutzberechtigte. Österreichweit bezogen rund 10,4 Flüchtlinge oder subsidiär Schutzberechtigte pro 1.000 Einwohner/innen Sozialhilfe bzw. Mindestsicherung, in Wien lag der Wert mit 36,2 Personen pro 1.000 Einwohner/innen deutlich höher. Dies ist ein deutlicher Abstand zu den nächsten Bundesländern Vorarlberg (7,3) und Tirol (6,6) sowie der Steiermark (4,2) und Salzburg (3,3). Die niedrigsten Werte wurden etwa in Kärnten (1,8), Oberösterreich (1,6) oder dem Burgenland (1,3) verzeichnet. Mit Ende 2025 haben Wien und Tirol den Anspruch subsidiär Schutzberechtigter auf Sozialhilfe bzw. Mindestsicherung beendet. Stattdessen erhält diese Personengruppe seit 2026 nur mehr Leistungen aus der Grundversorgung.
Über das ÖIF-Factsheet
Das neue ÖIF-Factsheet „Flüchtlinge und Schutzberechtigte in Arbeit“ liefert aktuell verfügbare Zahlen, Daten und Fakten zu Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit und Sozialleistungsbezug von Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten in Österreich. Grundlage sind Daten von Statistik Austria, Arbeitsmarktservice, Bundesministerium für Inneres, Österreichischem Integrationsfonds und dem Dachverband der Sozialversicherungsträger. Das Factsheet analysiert unter anderem Erwerbstätigenquoten, Branchenverteilungen, Arbeitslosenquoten, regionale Unterschiede sowie Entwicklungen beim Bezug von Sozialleistungen. Ergänzend werden Ergebnisse aus aktuellen Studien zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten dargestellt. Weitere aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zu Asyl, Migration und Integration in Österreich sowie interaktive Grafiken und Datenvisualisierungen stellt der ÖIF auf www.integrationsdaten.at bereit.
ÖIF bietet breites Integrationsangebot für Flüchtlinge und Vertriebene
Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) ist als Fonds der Republik Österreich gemäß Integrationsgesetz die zentrale Anlaufstelle für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte und ukrainische Vertriebene bei der Integration und beim Deutschlernen. Der ÖIF stellt Beratungen, Werte- und Orientierungskurse, Deutschkurse und Integrationsmaßnahmen zur Verfügung. Mit Deutschkursen auch zu Randzeiten und am Wochenende, eigenen Online-Deutschkursen und einer Reihe an Online-Deutschlernangeboten auf sprachportal.at bietet der ÖIF Flüchtlingen, subsidiär Schutzberechtigen, Vertriebenen und Zuwander/innen ein umfassendes Angebot zum berufsbegleitenden Deutschlernen, um einen raschen Berufseinstieg parallel zum Deutschlernen zu fördern.
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Österreichischer Integrationsfonds
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E-Mail: [email protected]
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