- 28.07.2026, 08:00:32
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Internationaler Tag der Freundschaft: Freundschaften tun gut!
BÖP macht auf die Bedeutung sozialer Beziehungen und die gesundheitlichen Folgen von Einsamkeit aufmerksam
Freundschaften stärken die psychische Gesundheit, Einsamkeit belastet sie. Anlässlich des Internationalen Tages der Freundschaft am 30. Juli 2026 macht der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) auf die psychischen Auswirkungen von Freundschaften und Einsamkeit aufmerksam und rückt die Notwendigkeit in den Fokus, Einsamkeit aktiv entgegenzuwirken.
Soziale Beziehungen stärken, Einsamkeit belastet
Freund:innen bringen einen zum Lachen, schaffen lebenslange Erinnerungen und stellen eine Stütze dar. Viele Freundschaften halten ein Leben lang, andere fühlen sich nur in einer bestimmten Lebensphase passend an. Manche Freund:innen sehen sich täglich, andere einmal im Jahr. Auf welche Art auch immer, Freundschaften bereichern das Leben.
Auch die Wissenschaft hat dies bereits belegt: Menschen mit Freundschaften sind zufriedener mit ihrem Leben und haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, an einer Depression oder einer Angststörung zu erkranken. Hingegen haben Menschen, die wenige soziale Kontakte haben und Einsamkeit erleben, ein erhöhtes Risiko psychische und körperliche Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Schlaganfälle und Demenz zu entwickeln und sogar frühzeitig zu sterben. Denn Einsamkeit bedeutet nicht nur, wenige soziale Kontakte zu haben, sondern auch das Gefühl zu haben, nicht dazuzugehören oder mit Sorgen allein zu sein.
BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger betont: „Einsamkeit stellt eine ernstzunehmende Belastung für die psychische Gesundheit und unser gesellschaftliches Miteinander dar. Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht Beziehungen, Zugehörigkeit und persönliche Begegnungen, um seine Grundbedürfnisse zu erfüllen.“
Wie verbreitet Einsamkeit ist, zeigen aktuelle Zahlen: 2025 fühlten sich rund 28% der Menschen in Österreich zumindest gelegentlich und 8% häufig oder dauerhaft einsam. Besonders häufig sind Frauen mit intensiver Care-Arbeit, Alleinerziehende, Frauen mit Migrationshintergrund, ältere Frauen und Frauen mit geringem Einkommen von Einsamkeit betroffen.
Einsamkeit wirksam begegnen
Einsamkeit ist für viele Menschen mit Scham- oder Schuldgefühlen verbunden. Dadurch entsteht ein Teufelskreis und einsame Menschen werden noch einsamer. Daher ist es wichtig, das Thema aus der Tabuzone zu holen. Gesellschaftliche Teilhabe, etwa durch Sport, freiwilliges Engagement, künstlerische Tätigkeiten und kulturelle Veranstaltungen hilft, soziale Kontakte zu knüpfen. Außerdem kann eine gute Infrastruktur mit sozialen Räumen und Begegnungsstätten sowie psychologische Unterstützung helfen.
Psycholog:innen können auf individueller, gruppenbezogener und gesellschaftlicher Ebene dazu beitragen, Einsamkeit entgegenzuwirken. Sie unterstützen Menschen dabei, soziale Kompetenzen zu stärken, negative Denkmuster umzustrukturieren, Selbstmitgefühl zu stärken und Schritt für Schritt wieder soziale Kontakte aufzubauen. Auch psychologisch begleitete Gruppenangebote können Zugehörigkeit und soziale Teilhabe fördern. Darüber hinaus kann psychologische Aufklärung dazu beitragen, Einsamkeit zu enttabuisieren und frühzeitig zu erkennen.
„Gerade jetzt, wo viele Menschen von den multiplen Krisen belastet und dadurch vereinsamt sind, ist es notwendig, Maßnahmen gegen Einsamkeit zu setzen. Um Einsamkeit wirksam zu begegnen, braucht es das Zusammenwirken verschiedener Politikfelder, darunter auch die Psychologie. Denn Einsamkeit betrifft Gesundheit, Stadtplanung, Mobilität, Kultur und soziale Teilhabe“, so BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger.
Der BÖP hat sich bereits vielfach im Bereich Einsamkeit engagiert und unter anderem ein 10-Punkte-Maßnahmen-Paket gegen Einsamkeit entwickelt. Am 10. September 2026 findet außerdem die BÖP-Veranstaltung „Psychologie im Gespräch“ zum Thema „Allein unter Menschen: Warum Einsamkeit zunimmt und Psychologie hilft“ statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Psychologische Unterstützungsangebote finden sich auf Psychnet und kostenfreie Kassenplätze für klinisch-psychologische Behandlung vermittelt die BÖP-Serviceplattform psyhelp. Außerdem bietet die BÖP-Helpline kostenlose Unterstützung unter 01/504 8000 (Montag bis Donnerstag von 9 bis 13 Uhr).
Der BÖP wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass das Thema Einsamkeit die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient, und die Bedeutung von Freundschaften und sozialen Beziehungen für die psychische Gesundheit stärker ins Bewusstsein rücken.
Rückfragen & Kontakt
Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Nathalie Winterink, BA BSc MSc
Telefon: 0670 35 41 296
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.boep.or.at
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